ILA Berlin 2026: Starke Signale für den Luftfahrtstandort Hamburg


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Die ILA Berlin 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie eng die Zukunft der Luftfahrt mit Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Zusammenarbeit verknüpft ist. Dabei wurde auch deutlich, welche Rolle unbemannte Luftfahrtsysteme künftig für die zivile Luftfahrt, Sicherheitsanwendungen und die industrielle Wertschöpfung spielen werden. Für Hamburg Aviation bot die wichtigste Luft- und Raumfahrtmesse Deutschlands eine ideale Plattform, um die Stärken des Luftfahrtstandorts Hamburg sichtbar zu machen, bestehende Partnerschaften zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen.

Gemeinsam mit den norddeutschen Luftfahrtregionen Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern präsentierte sich Hamburg Aviation im Norddeutschen Chalet. Wie in den Vorjahren war auch das Bundesland Bayern Teil des Gemeinschaftsauftritts. Das Chalet entwickelte sich während der Messetage erneut zu einem zentralen Treffpunkt für Unternehmen, Forschungseinrichtungen, politische Entscheidungsträger und internationale Delegationen.

Politischer Rückenwind für den Luftfahrtstandort

Ein besonderes Signal für die Hamburger Luftfahrtbranche setzte Bundeskanzler Friedrich Merz bereits bei der Eröffnung der Messe. In seiner Rede zur Vorstellung der neuen Luftfahrtstrategie der Bundesregierung betonte er die Bedeutung eines starken Luftfahrtstandorts Deutschland und der nächsten Generation ziviler Verkehrsflugzeuge. Für Hamburg als größtem deutschen Standort der zivilen Luftfahrt ist dies von besonderer Relevanz: Die Diskussion um die Entwicklung und Produktion des Nachfolgers der Airbus-A320-Familie war eines der prägenden Themen der Messe. Die Aussage des Bundeskanzlers, dass die nächste Flugzeuggeneration maßgeblich aus Hamburg kommen müsse, wurde von Branchenvertretern und Fachmedien als wichtiges industriepolitisches Signal gewertet.

Hamburger Politik informiert sich vor Ort

Ein weiterer Höhepunkt aus Hamburger Sicht waren die Messerundgänge der Hamburger Politik. Hamurg Aviation begleitete die Rundgänge des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher, des Staatsrats Dr. Christopher Schwieger der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation sowie von Staatsrätin Liv Assmann, Bevollmächtigte beim Bund der Freien und Hansestadt Hamburg. Bei Besuchen an verschiedenen Messeständen informierte sich die Delegation über aktuelle Entwicklungen in Industrie und Forschung sowie über die Herausforderungen und Chancen der Luftfahrtbranche.

Auf dem Programm standen unter anderem Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern von Airbus, Lufthansa Technik Defense, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie dem Hamburger Unternehmen Scholz Mechanik. Im Mittelpunkt standen Themen wie nachhaltige Luftfahrt, neue Produktions- und Fertigungstechnologien, Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen sowie die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Zudem stand Dr. Tschentscher für ein exklusives Video zur verfügung. Im Interview betonte Dr. Tschentscher die Bedeutung der Luftfahrtbrnache für die Wirtschaft der Hansestadt, wies aber auch auf den Bedarf an intensiven Kooperationen mit dem Bund hin. Das Interview können Sie hier sehen.

Hochkarätiger Austausch beim Aviation Summit

Bereits am Dienstag vor Messebeginn fand der Aviation Summit statt, zu dem mit Ralf Gust und Michael Vollrath auch zwei Vertreter des Hamburger Luftfahrtstandorts eingeladen waren. Das hochrangig besetzte Format brachte Entscheiderinnen und Entscheider aus Industrie, Politik und Forschung zusammen.

Diskutiert wurden unter anderem die Herausforderungen des Produktionshochlaufes bei den großen Flugzeugprogrammen, die Sicherung von Lieferketten sowie der notwendige Ausbau der Produktion nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF). Gerade für Hamburg als wichtiger Standort der zivilen Luftfahrt sind diese Themen nach wie vor von zentraler Bedeutung.

Drohnenbranche im Wandel: Fokus auf Umsetzung und Wettbewerbsfähigkeit

Auch im Bereich der unbemannten Luftfahrt setzte die ILA 2026 wichtige Impulse. Im Drone Pavilion des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) standen Live-Demonstrationen, neue Technologien und der fachliche Austausch im Mittelpunkt. Besonders die Swarm Drone Challenge zeigte eindrucksvoll das Potenzial autonomer Drohnenschwärme für zukünftige Anwendungen.

In zahlreichen Vorträgen und Diskussionsformaten wurde deutlich, dass die Branche inzwischen vor einer neuen Phase steht: Weniger die technologische Entwicklung als vielmehr die Skalierung und Integration marktreifer Lösungen bestimmen die aktuellen Herausforderungen. Themen wie BVLOS-Regelbetrieb, U-Space, schnellere Zulassungsverfahren, europäische Technologiesouveränität und der Schutz kritischer Infrastrukturen prägten die Debatten.

Auch der zweite Round Table der Germany Trade & Invest (GTAI) zur Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Drohnenindustrie sowie die Vorstellung der Studie „Drohnen und Drohnenabwehr as a Service“ von BDLI und Strategy& unterstrichen den Handlungsbedarf. Einigkeit bestand darin, dass Europa über eine hohe technologische Kompetenz verfügt, nun aber bessere Rahmenbedingungen benötigt, um Innovationen schneller in den Markt zu bringen und industrielle Skalierung zu ermöglichen.

Für Hamburg Aviation und das Drohnennetzwerk Windrove bot die ILA damit zahlreiche Impulse für die weitere Umsetzung der Hamburger Urban Air Mobility Strategie und die Weiterentwicklung des regionalen Drohnenökosystems.

Internationale Vernetzung im Fokus

Die ILA bot auch in diesem Jahr zahlreiche Gelegenheiten für den internationalen Austausch. Zu den Gästen am Norddeutschen Chalet gehörte eine hochrangige Delegation aus Tunesien mit dem tunesischen Botschafter, S.E. Herr Wacef Chiha, Vertretern der Foreign Investment Promotion Agency (FIPA) sowie der Tunisian Aerospace Industries Association (GITAS).

Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Entwicklung des tunesischen Luftfahrtclusters und mögliche Anknüpfungspunkte für eine stärkere Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Metropolregion Hamburg. Die Delegation stellte die Kompetenzen des Landes als etablierter Zulieferstandort für die deutsche Industrie vor. Während tunesische Unternehmen bereits seit vielen Jahren erfolgreich für die deutsche Automobilindustrie produzieren, soll nun auch die Leistungsfähigkeit des Luftfahrtsektors stärker in den Fokus gerückt werden. Der Austausch verdeutlichte das gemeinsame Interesse, internationale Wertschöpfungsketten weiterzuentwickeln und neue Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Luftfahrtstandorten Hamburg und Tunesien auszuloten.

Generationswechsel bei Hamburg Aviation

Die ILA Berlin 2026 markierte zugleich einen wichtigen Übergang innerhalb von Hamburg Aviation. Für den künftigen Geschäftsführer Michael Vollrath, der sein Amt zum 1. Juli antreten wird, war es die erste ILA. Gemeinsam mit dem bisherigen Geschäftsführer Ralf Gust nahm er an zahlreichen Terminen, Mitgliedergesprächen und Netzwerkveranstaltungen teil. Die Messe bot damit einen idealen Rahmen, um neue Kontakte kennenzulernen und einen reibungslosen Übergang in der Führung des Clusters vorzubereiten. Zudem wurde sein Vorgänger, Ralf Gust, anlässlich seines Ruhestands auf dem Norddeutschen Empfang mit der A380-Medaille geehrt. Ebefalls mit der A380-Medaille gewürdigt wurde Uwe Kleber, Senior Manager Cluster Policy für Luftfahrt bei der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg. Uwe Kleber hat das Luftfahrtcluster von seinen ersten Tagen intensiv begleitet und über viele Jahre die Entwicklungen des Luftfahrtstandort Hamburgs maßgeblich geprägt.

Hamburg bleibt sichtbar

Die ILA Berlin 2026 hat deutlich gemacht, dass die großen Zukunftsthemen der Branche – nachhaltiges Fliegen, Produktionshochlauf, Fachkräftesicherung, Digitalisierung und technologische Souveränität – auch die zentralen Themen des Luftfahrtstandorts Hamburg sind. Das gilt ebenso für die unbemannte Luftfahrt, deren erfolgreiche Integration zunehmend von den richtigen regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängt.

Für Hamburg Aviation standen daher nicht nur die Präsentation des Clusters, sondern vor allem der Austausch mit Mitgliedsunternehmen, Forschungspartnern, politischen Entscheidungsträgern und internationalen Gästen im Mittelpunkt. Die zahlreichen Impulse aus der bemannten und unbemannten Luftfahrt werden in die weitere Clusterarbeit und die Umsetzung der Hamburger UAM-Strategie einfließen. Mit vielen neuen Kontakten und wichtigen Anregungen im Gepäck blickt das Netzwerk nun auf die kommenden Aufgaben und Chancen für den Luftfahrtstandort Hamburg.