Beim zweiten Urban Air Morning drehte sich alles um die Frage, wie Drohnen das klassische Facility Management sicherer, effizienter und zukunftsfähiger machen können. Zu Gast war Stefan Gloger, CEO von NEO Urban Services – einem mittelständischen Handwerksunternehmen, das in Norddeutschland Pionierarbeit in der professionellen Drohnenreinigung leistet.
Von der Idee zur Umsetzung – in Rekordzeit
Der Fachkräftemangel sowie hohe Sicherheitsrisiken bei klassischen Fassadenreinigungen waren für NEO Urban Services der Anlass, neue Wege zu gehen. Was in Ländern wie Dänemark, Schweden oder den Niederlanden bereits Praxis ist, wird nun auch in Deutschland etabliert: Der Einsatz von Reinigungsdrohnen.
Im Dezember 2024 reiste das NEO-Team nach Dänemark, um erste Drohnensysteme live zu erleben. Da die Genehmigungslage in Deutschland zunächst unklar war, stellte der Einstieg in die Drohnenreinigung eine besondere Herausforderung dar. Trotzdem machte sich das im Drohnenbereich noch junge Unternehmen – unterstützt von externen Expert*innen – entschlossen daran, die nötige Betriebsgenehmigung zu erhalten. Der Prozess war komplex, verlief aber dank guter Vorbereitung und enger Zusammenarbeit mit den Behörden erfreulich zügig. So nahm NEO Urban Services bereits im April 2025 den operativen Betrieb in Hamburg auf – unterstützt vom französischen Drohnenhersteller Dronevolt.
Innovation trifft Realität – Chancen und Herausforderungen
Die Resonanz auf die ersten Einsätze war überwältigend positiv: Rund 98 Prozent der Rückmeldungen fielen zustimmend aus. Trotzdem begegnet das Team auch Kritik – etwa wegen Sorgen um Lärm oder um Persönlichkeitsrechte. Stefan Gloger betont: „Bürgerinnen und Bürger haben nichts zu befürchten. Unsere Drohnen machen keine Bildaufnahmen. Außerdem hat Sicherheit bei uns absolute Priorität.“ Jede Mission wird deshalb durch ein Dreierteam begleitet – mit einem Piloten und zwei Mitarbeiter*innen, die die Umgebung sichern.
Blick in die Zukunft
Aktuell liegt der Marktanteil der Drohnenreinigung in Deutschland noch bei etwa zwei Prozent. Gloger rechnet jedoch damit, dass sich dieser Anteil in den kommenden Jahren auf 20–30 Prozent erhöhen wird. Die Gründe liegen auf der Hand: Mehr Sicherheit, geringere Kosten, höhere Effizienz. Auch technisch ist noch einiges in Bewegung: Während aktuell Drohnen mit bis zu 30 kg Gewicht im Einsatz sind, erwartet Stefan Gloger bald leichtere Modelle, die einfacher genehmigungsfähig sind.
Die Einsatzmöglichkeiten von Reinigungsdrohnen sind vielfältig – von der Fassaden- und PV-Anlagenreinigung über Silos und Züge bis hin zur Flugzeugenteisung oder automatisierten Pflanzenbewässerung.
Langfristig wünscht sich das Unternehmen mehr Automatisierung und den Aufbau eines professionellen Teams mit technologischem Know-how. Mit über 160 Mitarbeitenden an mehreren Standorten ist NEO Urban Services gut aufgestellt – und fest entschlossen, den Markt weiter aufzumischen.
