Kanada-Kooperation

Die Luftfahrtstandorte Hamburg und Montréal haben eine offizielle Kooperation gestartet.

Als Ergebnis der Internationaliserungsstrategie von Hamburg Aviation laufen derzeit drei Kooperationsprojekte zwischen Partnern aus Hamburg und Kanada.

Projekt DIMLA mit internationalen Partnern in Montréal

Entwicklung von Key Performance Indikatoren für Internationalisierung und Digitalisierung.

Was bedeutet Digitalisierung von Geschäftsmodellen und entsprechende Anwendung für unterschiedlich aufgestellte KMU in der Supply Chain? Noch fehlt es an branchenspezifischen Differenzierungen, Beschreibungen und vor allem der tatsächlichen frühzeitigen Einbindung des Mittelstands. 

Ziel des Projekts DIMLA (Digitalization and Internationalization Maturity Level in Aerospace)  ist es, ein flexibles, adaptives und anwendbares KPI-System zu entwickeln, dass für die Luftfahrtindustrie relevante Indikatoren für Digitalisierung und Internationalisierung in Prozessen, Technologien und Organisationsformen abbildet. Mit Hilfe des KPI-Systems sollen vor allem KMU in der Lage sein ihren entsprechenden Reifegrad ableiten zu können, den Nutzen der definierten Indikatoren und einhergehend die Potenziale der digitalen Anwendung zu verstehen, um schließlich erste Umsetzungsmöglichkeiten in die Wege zu leiten. Ein Konsortium wird es einigen teilnehmenden KMU ermöglichen, erste potenzielle  Handlungsoptionen für die Entwicklung bzw. Optimierung von Geschäftsmodellen aufzuzeigen.

Das DIMLA Projekt ist ein deutsch-kanadisches Verbundvorhaben, welches vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Auf deutscher Seite wird das Projekt von einem Konsortium aus den Partnern Hamburg Aviation e.V., Süderelbe AG, Tagueri AG, Hanse-Aerospace e.V., Technische Universität Hamburg (Institut für Logistik und Unternehmensführung), DLR sowie Aéro Montréal, École de technologie supérieure, APN und Siemens in Kanada gesteuert.

Ihr Ansprechpartner bei Fragen: Patrick Pulendran, patrick.pulendran@hamburg-aviation.com, +49 40 2270 19 809

COMP-1633:

Neue feuerfeste Verbundteile für die Kabine

Im Projekt COMP-1633 beschäftigt sich Comprisetec seit Oktober 2017 mit der Entwicklung neuer brandgeschützter Materialien und zugehöriger Prozesse für die kosteneffiziente Herstellung von Faserverbundbauteilen für die Flugzeugkabine.

Ziel ist die Anpassung und Weiterentwicklung effizienter Fertigungstechnologien und Werkstoffe für den Interior-Markt. Comprisetec konzentriert sich dabei auf die Prozesse Sandwich-SMC ("sheet moulding compound", also Pressmassen aus Reaktionsharzen und Glasfasern), automatisierte Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung endlosfaserverstärkter Profile (Pultrusion) und die Entwicklung eines neuartigen Imprägnierverfahrens zur Herstellung maßgeschneiderter Prepeg-Systeme, also imprägnierter Fasern. Strenge Flammschutzanforderungen ("FST - Fire, Smoke & Toxicity") werden dabei an sämtliche Produktlösungen gestellt.

Im Juni 2018 fand hierzu das zweite Konsortialtreffen in Hamburg statt. Sämtliche Projektpartner, insgesamt 9 Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie der Projektträger nahmen teil: Comprisetec GmbH, Exakt Advanced Technologies GmbH, Helmut-Schmidt-Universität, Technische Universität Hamburg, Kruger Biomaterials Inc., Pultrusion Technique Inc., Polytechnique Montréal und die École de Technologie Supérieure ETS (Montréal).

Bei Besuchen der Hamburger Projektpartner sowie des Airbus-Werks in Stade wurden neben gemeinsamen Arbeitspaketen neue Ideen für eine intensive Kooperation der Partner im Projekt und darüber hinaus besprochen. Die Realisierung und gemeinsame Evaluation von Demonstratorbauteilen sowie intensiver wissenschaftlicher Austausch stehen dabei im Vordergrund. Bei einem zusätzlichen Workshop bei Exakt Advanced Technologies konnten die Partner von Comprisetec, Kruger, ETS und Pultrusion Technique Imprängierversuche durchführen.

NAIMMTA:

Leisere Flugzeugkabinen für das Reisen von Morgen

Das internationale Forschungsprojekt "New Acoustic Insulation Metamaterial Technology for Aerospace" NAIMMTA traf sich im Juni im ZAL TechCenter in Hamburg zum bereits zweiten Workshop. Hintergrund der Forschungskooperation: Schalldruckpegel in der Flugzeugkabine erreichen heute etwa 80 dB(A). Eine Möglichkeit, die Kabinengeräusche zu reduzieren, sind konventionelle thermo-akustische Isolierungen. Diese gehen jedoch im niedrigen Frequenzbereich mit deutlichen Gewichtsnachteilen einher. Nicht konventionelle Materialien, wie akustische Meta-Materialien, bieten zwar eine bessere akustische Isolierung bei geringerem Gewicht; müssen jedoch zunächst zu einer höheren Technologiereife geführt werden.

Unter Leitung der ZAL GmbH erarbeiteten Vertreter von 3M, AIRBUS, Hutchinson Aerospace, University Sherbrooke, École de Technologie Supérieure, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, National Research Council Canada und Mecanum Inc. mögliche neue Konzepte für die thermal-akustische Isolierung von Morgen. Erarbeitet wurden dabei drei zukunftsweisende Konzepte, die in den nächsten beiden Jahren verfeinert und erste Schritte zur Industrialisierung nehmen werden.

April 2019: Kanada trifft deutsche Luftfahrtzulieferer

Markterschließungsprogramm für KMU aus ganz Deutschland.

Die deutsche Luftfahrtindustrie pflegt bereits seit Jahren einen intensiven Austausch mit kanadischen Luftfahrtunternehmen und Forschungseinrichtungen. Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) reisen nun Vertreter aus Kanada nach Norddeutschland.  KMU aus ganz Deutschland werden vom Luftfahrtcluster Hamburg Aviation und der AHK Toronto eingeladen, vom 1.-4. April 2019 im Rahmen der weltweit führenden Flugzeugkabinenmesse Aircraft Interiors Expo in Hamburg die kanadischen Partner kennenzulernen und bei der nachfolgenden Zusammenarbeit unterstützt zu werden.

Verschiedene Formate wie Informationsveranstaltungen, Ideen-Pitches, Messe-rundgänge, Firmenbesichtigungen und B2B-Gespräche ermöglichen es den KMU vom 1.-4. April, Kontakte mit den nordamerikanischen Partnern zu knüpfen. Darüber hinaus sollen Firmenbesichtigungen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen stattfinden.

Sie möchten sich als KMU den kanadischen Partnern vorstellen oder haben Fragen zum Markterschließungsprogramm? Ihr Ansprechpartner ist Patrick Pulendran, patrick.pulendranhamburg-aviation.com; +49 40 2270 19 809

Hier melden Sie sich für das kostenlose Programm an!

Übrigens:

Bei Fragen zur Technologie und zum Projekt freut sich das Akustik-Team der ZAL GmbH auf Ihre Nachricht: acousticszal.aero.

Hintergrund der gemeinsamen Forschung

Die Luftfahrt-Forschungskooperation aus Hamburg und Montréal ist ein Element der Neuen Hightech-Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Bis 2021 fließen insgesamt 12 Millionen Euro in das Programm ein - dabei beteiligen sich beide Länder zu je 50 Prozent. Die Summe teilt sich zudem je zur Hälfte in Mittel aus Politik und Wirtschaft auf. Als Koordinationsstellen dienen das Hamburger ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung auf deutscher Seite, sowie das kanadische Forschungskonsortium CRIAQ (Consortium de recherche et d'innovation en aérospatiale au Québec).

Das Gesamtvorhaben der Standortkooperation wird von den jeweiligen Geschäftsstellen der Cluster-Netzwerke, Hamburg Aviation sowie Aéro Montréal, verantwortet.