Ein Statusbericht aus der norddeutschen Luftfahrtcommunity. Heute: Birte Jürgensen, Geschäftsführerin der Designagentur zweigrad

  • Hamburg Aviation: Wie geht es Ihnen, Frau Jürgensen?

    Birte Jürgensen: "Es geht mir insofern gut, als dass wir ein gemeinsames „an-einem-Strang-ziehen“ in unserem Team und in der Community verspüren, gemischt mit einem Hinterfragen der bisher etablierten Prozesse und einer Offenheit, Neues auszutesten."

  • Beschreiben Sie, wo sich Ihr Unternehmen am Ende des Jahres 2019 befand. Was waren Ihre Ziele/Aussichten für 2020?

    "Wir waren auf Wachstumskurs, nachdem wir Mitte 2019 strategisch das Interfacedesign als eigene Business Unit aufgestellt haben und uns mit einem zweiten Studio räumlich erweitert haben. Unsere Aussicht für das erste Quartal 2020 war die Vergrößerung unseres Teams. Ein weiteres Ziel ist die Kommunikation unserer veränderten Strukturen und erweiterten Expertise nach aussen, also nicht mehr nur als Design Solution Provider und Innovationspartner, sondern auch als strategische Berater unserer Kunden wahrgenommen zu werden."

  • Welche Ihrer Ziele und Aussichten für 2020 halten Sie noch für erreichbar?

    "Alle! Wenn auch zeitverzögert und verschoben auf das Ende der zweiten Jahreshälfte. Dafür setzen wir auf mehr Dynamik in 2021."
  • Was meinen Sie: Wo stehen Sie in vier Wochen?“

    "Wir stehen in den Startlöchern, gut vorbereitet für den „Restart“."
  • Was macht Ihnen Sorgen?

    "Generell ist Projektgeschäft dynamisch und von vielen Faktoren abhängig. Sorge bereitet mir, dass der aktuelle Faktor „Covid-19“ schwer fassbar ist. Die Verunsicherung in den Unternehmen ist groß. Mit Blick auf die fehlende Vorhersage steht die Liquidität im Vordergrund. Wir wissen, dass nach der Krise Innovationen gefragt sind, aber Investitionen sind jetzt noch kein Thema. "
  • Was macht Ihnen Mut?

    "Dass wir genau die Kompetenzen bei uns versammelt haben, die für den „Restart“ gebraucht werden: Die Entwicklung von Szenarien und Produkten mit neuen Anforderungen an die User Experience für das Zukunftsgeschäft unserer Kunden ist unser täglich Brot. Und wir haben die Zeit gut genutzt, uns so aufzustellen, dass wir auch unter den gegebenen Einschränkungen startklar und strategisch für die Zeit „danach“ vorbereitet sind. Was mich auch positiv in die Zukunft blicken lässt, sind meine Mitarbeiter: trotz räumlicher Trennung ist unser Team in der Krise noch stärker zusammengewachsen und alle sind extrem engagiert."
     
  • Sind Sie in der Corona-Hilfe aktiv geworden?

    "Wir haben Open-Source-Daten an unseren 3D-Drucker geschickt und verschiedene Produkte produziert und gespendet, die derzeit helfen können - von behelfsmäßigen Masken bis hin zu "freihändigen" Türöffnern. 

    Als besonders vielversprechend zeigte sich das „Face Shield“ – Ein Gesichtsschutz für den medizinischen Bereich, Alten- und Krankenpflege, sowie Kinderbetreuung. Ein erstes Pflegeunternehmen konnte zweigrad bereits damit versorgen. Eine Grundschule wartet auf die nächste Charge. Die Produktion geht weiter."

  • Nennen Sie einen Aspekt, der unsere Luftfahrtindustrie durch die Corona-Krise nachhaltig verändern wird.

    "Die Anforderungen an die Hygiene werden die Luftfahrt verändern, sowohl am Boden, als auch in der Luft. Stichworte wären da Touchless Interaction, selbstreinigende Oberflächen, BYOD, also das Mitbringen eigener Endgeräte, um nicht mehr Bildschirme und co anfassen zu müssen. Auch die Kommunkation von Hygienemaßnahmen und die Information der Passagiere gehört zwingend dazu, um das gestiegene Sicherheitsbedürfnis in Bezug auf die eigene Gesundheit zu erfüllen."

Über zweigrad:

https://www.hamburg-aviation.de/mitglied/zweigrad-gmbh-co-kg.html

 

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