Corona-Update für die Hamburg Aviation Community

Informiert bleiben in Zeiten von Covid-19

Covid-19 (Corona) zwingt den Luftfahrtstandort zum Umdenken. Damit Sie informiert bleiben, stellen wir Ihnen auf dieser Seite hilfreiche Links und News zur Verfügung.

Bei allen Fragen, bei denen Sie das Hamburg Aviation Office Team aus dem Homeoffice mit Recherchen, neuesten Informationen zu Hilfen für Unternehmen, o.ä. unterstützen kann sprechen Sie uns jederzeit gern an. Auch von zu Hause stehen wir Ihnen bei Bedarf für Web-Meetings oder Telefonkonferenzen zur Verfügung.

Sie Sind Mitglied bei Hamburg Aviation? Nutzen Sie unsere Corona-Vernetzungsplattform zur Veröffentlichung Ihrer Gesuche, Fragen und Angebote. Bei Interesse senden Sie uns eine Email an infohamburg-aviation.com und Sie erhalten eine Einladung.

Wie geht es Ihnen und Ihrem Unternehmen?
Manche von uns starten in die sechste, siebte oder gar achte Home Office Woche. Ihr Betrieb hat sich umgestellt, erste Prognosen liegen vor oder wurden direkt wieder über den Haufen geworden. Wir wollen wissen: wie geht es Ihnen gerade? Haben Sie sich in die Corona-Hilfe eingebracht? Was wird die Luftfahrt Ihrer Meinung nach nachhaltig verändern?

Die Community freut sich auf Ihren Erfahrungsbericht. Wir veröffentlichen Ihr Interview in Abstimmung mit Ihnen auf dieser Seite - gemeinsam schaffen wir das!

Rückfragen:

Kirsten Schümer
kirsten.schuemerhamburg-aviation.com, +49 40 2270 19 477

Hier Beitrag einreichen

  • Online Events für Sie

Gemäß der Allgemeinverfügung der Hamburger Gesundheitsbehörde muss auch Hamburg Aviation alle Veranstaltungen bis Ende April absagen. Wir denken um und bieten unseren Mitgliedern ausgewählte Formate nun online als Web-Schalte an:

Jeden zweiten Freitag, 11 Uhr: Regelmäßige Austauschrunde mit der HAv Community. Nächster Termin: 15.05.2020
Sie sind Mitglied bei Hamburg Aviation und wollen sich auf den neuesten Stand bringen? Dann wählen Sie sich ein! Melden Sie sich bei Interesse bei Kirsten Schümer, kirsten.schuemer@hamburg-aviation.com

14.05., 18-20 Uhr: "Auf einen Wein mit Franz Josef Kirschfink": Talk und Tasting der beiden österreichischen Klassiker Grüner Veltliner und Zweigelt. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Lisa Kadah: lisa.kadah@hamburg-aviation.com

19.05., 8:30-10 Uhr: Hamburg Aviation Early Flight – Die Luftfahrt-Frühstückssession„Mitarbeiterbindung in Corona-Zeiten“ 

28.05., 16 Uhr: #6 Windrove-Webup Der digitale Stammtisch der UAM-Community. Melden Sie sich bei Interesse bei Daniela Richter, daniela.richterhamburg-aviation.com

28.05.: Hamburg Aviation Barcamp: Lassen Sie uns gemeinsam Ideen für die Luftfahrt "nach Corona" entwickeln. Melden Sie sich bei Interesse bei Kirsten Schümer, kirsten.schuemer@hamburg-aviation.com

 

  • Wöchentliche Telefonkonferenz für Mitglieder

Als Hamburg Aviation Mitglied können Sie sich jeden zweiten Freitag live von 11-12 Uhr in einer Web-Konferenz mit unseren Mitgliedern und Partnern über die derzeitige Lage in den Betrieben, die Entwicklung in der Luftfahrt allgemein sowie Unterstützungsangebote der öffentlichen Hand austauschen. Um die Einwahldaten zu erhalten, bitten wir Sie kurz um eine Mitteilung per E-Mail an das Community Management (Mareile Bösecke: mareile.boeseckehamburg-aviation.com; Kirsten Schümer: kirsten.schuemerhamburg-aviation.com).

  • Hilfe für Unternehmen in Hamburg

Der Senat verfolgt den Verlauf der Epidemie und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft sehr genau. Dazu steht er im intensiven Austausch mit Verbänden, Kammern, Fördereinrichtungen und den anderen Bundesländern und dem Bund. Die Auswirkungen auf die Unternehmen und die Wirtschaft sind derzeit noch schwer abzuschätzen. Über mögliche Hilfsangebote können sich Unternehmen auf der stets aktualisierten Website der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation Hamburg informieren. Zur Webseite

Hamburger Corona Soforthilfe: Das Programm wird zentral von der IFB Hamburg gesteuert und bietet einmalige nicht rückzahlbare Zuschüsse für Solo-Selbständige, Freiberufler (maximal 11.500 €) und betroffene kleine und mittlere Unternehmen (je nach Unternehmensgröße maximal 14.000 bis 30.000 €) aus Hamburg. Das Antragsverfahren ist vollständig digital - eine schriftliche Antragstellung ist nicht möglich (weder postalisch noch per E-Mail)! Der Antrag interegriert dabei die Bundes- sowie die Landessoforthilfen, so dass nur ein Antrag gestellt werden muss.

Alle wesentlichen Informationen zur Förderung, zu den Fördervoraussetzungen und zur Förderhöhe finden Sie hier. Die Lesen Sie diese unbedingt sorgfältig, bevor Sie mit der Antragstellung beginnen! Alle wesentlichen Fragen zum Antragsverfahren finden Sie hier in einem FAQ. Förderrichtlinie selbst finden Sie hier. Bei Beratungsanfragen steht Ihnen das IFB Callcenter zur Verfügung: 040 42828-1500/Callcenteranfragenifbhh.de

>>> Hamburger Schutzschirm: HIER geht es zum Antrag für die Hamburger Corona Soforthilfe <<<

Auch die Handelskammer Hamburg und die Handwerkskammer Hamburg informieren auf Ihren Websites über die aktuelle Situation. Die Handelskammer hat überdies eine Corona-Hotline eingerichtet: 040 36138-130.

Für Unternehmerinnen und Unternehmer mit Fragen zu möglichen Förderungen, Hilfsangeboten, Kurzarbeit wurden nun zusätzlich branchenspezifische Hotlines und E-Mailadressen in der Wirtschaftsbehörde eingerichtet. Die Telefone sind montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr zu erreichen:

Industrie:
040 - 428 41-3637 & unternehmenshilfen.industrie@bwvi.hamburg.de

Hafen, Schifffahrt und Logistik:
040 - 428 41-3512 & unternehmenshilfen.logistik@bwvi.hamburg.de

Einzelhandel:
040 - 428 41-1648 & unternehmenshilfen.einzelhandel@bwvi.hamburg.de

KMU:
040 - 428 41-1497 & unternehmenshilfen.kmu@hamburg.de

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Die Hamburger Steuerverwaltung bietet Ihnen Steuerformulare ab dem Veranlagungszeitraum 2006 sowie allgemeine Vordrucke und Merkblätter zum Download an: https://www.hamburg.de/fb/formulare/

FAQs zur Steuererleichterung hat das Bundesfinanzministerium zusammengefasst. Sie finden sie in der Link-Sammlung rechts auf dieser Website.

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Support für KMU: Die Bürgschaftsgemeinschaft hat zwei Kreditprogramme für junge und ältere KMU (vor, während und nach Corona) für schnelle Hilfen angepasst:

https://www.bg-hamburg.de/produkte/bg-gruendungsexpress/ 

https://www.bg-hamburg.de/produkte/bg-express/

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Support für Startups: Die Freie und Hansestadt Hamburg unterstützt ab sofort innovative und wachstumsorientierte Startups, die maximal 8 Jahre alt sind und bereits eine Förderung aus der Hamburger Corona Soforthilfe erhalten, zusätzlich. Weitere Informationen finden Sie bei der IFB Hamburg.

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Kurzarbeitergeld: Detaillierte weitere Informationen und Ansprechpartner hierzu entnehmen Sie bitte dem unten stehenden Bereich "Informationen zu Kurzarbeit"

  • Hilfe für Unternehmen in Schleswig-Holstein

Das Gesundheitsministerium in Schleswig-Holstein informiert regelmäßig online über neue Entwicklungen, ausführliche Informationen: Zur Website

Corona-Soforthilfe-Programm: Die Corona-Soforthilfe soll kleinere Gewerbetriebe und Selbständige rasch und unbürokratisch finanziell unterstützen, die durch die Corona-Pandemie in eine akute existenzbedrohende wirtschaftliche Lage und in Liquiditätsengpässe geraten sind.

Alle relevanten Informationen hierzu finden Sie auf der offiziellen Website der IB.SH

Kurzarbeitergeld: Informationen und Ansprechpartner hierzu entnehmen Sie bitte dem unten stehenden Bereich "Informationen zu Kurzarbeit"

  • Hilfe für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern

Auch das Land Mecklenburg-Vorpommern gewährt von der Coronakrise besonders geschädigten gewerblichen Unternehmen und Angehörigen der Freien Berufe einschließlich Kulturschaffender Zuschüsse zur Überbrückung des Liquiditätsengpasses.  Das Antragsformular kann vorab per E-Mail (soforthilfe@lfi-mv.de) übermittelt werden, jedoch ist eine postalische Zusendung des Formulars zwingend erforderlich!

Corona-Soforthilfe MV: Alle Informationen und Formulare finden Sie auf der LFI-Website

Das Wirtschaftsministerium unterstützt Betriebe mit wirtschaftlichen Problemen infolge der Ausbreitung des Coronavirus zudem mit einer Unternehmenshotline, die von der Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung mbH (GSA) in Schwerin betreut wird. Die Nummer der Hotline lautet: 0385-588 5588. Sie ist zu folgenden Zeiten erreichbar: Montag bis Freitag, 08:00 bis 20:00 Uhr. Zur Website

Kurzarbeitergeld: Informationen und Ansprechpartner hierzu entnehmen Sie bitte dem unten stehenden Bereich "Informationen zu Kurzarbeit".

  • Hilfe für Unternehmen in Niedersachsen

Die Corona-Epidemie stellt auch die Unternehmen in Niedersachsen vor besondere Herausforderungen. Wir haben einige Hinweise zusammengestellt, die beachtet werden sollten, und informieren über Unterstützungsangebote der Landesregierung. Um Unternehmen, die von der Corona-Epidemie stark betroffen sind, zu helfen, bietet die Landesregierung zahlreiche Unterstützungsangebote für diese Unternehmen an.

Zu Fragen zu weiteren Themen rund um die Corona-Epidemie und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft hat das Wirtschaftsministerium eine Hotline eingerichtet:

Tel: 0511 120 5757 (8 - 20 Uhr) oder mw-coronamw.niedersachsen.de.  

Zur Website der Landesregierung

Um die Folgen für niedersächsische Unternehmen abzumildern, hat das Land Niedersachsen ein Corona-Hilfsprogramm in Höhe von 1,4 Milliarden Euro verabschiedet. Liquiditätskredite und –zuschüsse können bei der Niedersächsischen Förderbank (NBank) ab sofort online beantragt werden

Kurzarbeitergeld: Informationen und Ansprechpartner hierzu entnehmen Sie bitte dem unten stehenden Bereich "Informationen zu Kurzarbeit"

  • Hilfe für Unternehmen in Bremen

Bei der Bremer Aufbau-Bank steht eine Task Force zur Unterstützung der Wirtschaft bereit, eine Übersicht der Angebote findet sich bei bremen-innovativ.de

Kurzarbeitergeld: Informationen und Ansprechpartner hierzu entnehmen Sie bitte dem unten stehenden Bereich "Informationen zu Kurzarbeit"

  • KfW-Schnellkredit für den Mittelstand

Die KfW-Schnellkredite für den Mittelstand umfassen im Kern folgende Maßnahmen

Unter der Voraussetzung, dass das Unternehmen in der Summe der Jahre 2017-2019 oder im Jahr 2019 einen Gewinn erzielt hat, sofern es bislang nur für einen kürzeren Zeitraum am Markt ist, wird dieser Zeitraum herangezogen, soll ein „Schnellkredit“ mit folgenden Eckpunkten gewährt werden:

  • Der Kredit steht mittelständischen Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten zur Verfügung, die mindestens seit 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind.
  • Das Kreditvolumen pro Unternehmen beträgt bis zu 25 Prozent des Gesamtumsatzes im Jahr 2019, maximal 800.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl über 50 Mitarbeitern, maximal 500.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von bis zu 50.
  • Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen.
  • Auf Wunsch bis zu 2 tilgungsfreie Jahre zu Beginn, um die kurzfristige Belastung zu senken.
  • Die Bank erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100 Prozent durch die KfW, abgesichert durch eine Garantie des Bundes.
  • Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Eine Besicherung ist nicht vorgesehen. Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden.

Darüber hinaus gibt es Verbesserungen bei bereits bestehenden KfW-Sonderprogrammen. Diese bestehen in einer Verlängerung der Laufzeit von bis zu fünf auf bis zu sechs Jahre, für Kredite bis 800.000 Euro sogar bis zu 10 Jahre. Zudem wird für die Annahme einer positiven Fortführungsprognose darauf abgestellt, dass die Unternehmen zum Stichtag 31.12.2019 geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufgewiesen haben. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Informationen zu Kurzarbeit

Eine aktuelle Übersicht zum Kurzarbeitergeld gibt es auf der Landingpage der Bundesagentur für Arbeit mitsamt FAQ zum Thema: www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld
 
Zudem gibt es auf YouTube neue Videos zum Thema Kurzarbeitergeld:
 
1.    Voraussetzungen: www.youtube.com/watch
2.    Verfahren: www.youtube.com/watch
 
Die Arbeitsagentur verweist darauf, dass der schnellste Weg zur Agentur aktuell die Arbeitgeber-Hotline mit der Nummer: 0800-455520 ist.
Wenn sie hier unter Angabe Ihrer Betriebsnummer anrufen, erhalten Sie direkt ihre Zugangsdaten zum E-Service und werden zur Anzeige für Kurzarbeitergeld gelotst. Bitte nicht !!! vorab auf der Homepage der Arbeitsagentur registrieren, da dadurch unnötige Onlinedatensätze generiert werden.

Best Practices aus der Community

  • So begegnet die Hamburg Aviation Community Covid-19.

PODCAST: Die Zulieferkette auf der Intensivstation? So trifft Corona den Luftfahrt-Mittelstand, so könnte man ihm helfen.

89 Prozent der deutschen Luftfahrt-Zulieferer befürchten durch die Corona-Krise schwerwiegende bis existenzbedrohende wirtschaftliche Konsequenzen....

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Care & Industry together against Corona: Virtuelle Kollaborationsplattform gestartet

Die vom Enterprise Europe Networks initiierte Plattform bietet Unternehmen, Institutionen und Krankenhäusern den Rahmen einer virtuellen...

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"Wir gehen alte und neue Wege"

Tomas Domaschke, Sönke Bahr und Michael Ernst von der 3D.aero GmbH nutzen die Zeit, um Bisheriges zu hinterfragen und Feedback zu sammeln.

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So wird’s ausgefüllt: Hamburger Corona Soforthilfe

Linksammlung

Don't believe in #fakenews! Diese Quellen liest das Hamburg Aviation Office:

Ticker zur Branchenlage

Dieser Ticker wird jeden Tag gegen 16 Uhr mit einer aktuellen Zusammenfassung zu den Auswirkungen von Corona auf unseren Luftfahrtstandort erweitert. Bleiben Sie informiert!

Freitag, 22. Mai 2020

  • Das Schicksal des Airbus A380 in mehreren Akten: Etihad will 10 Airbus A380-Jets früher als geplant aus dem Verkehr ziehen. Diese Entscheidung trifft die bereits vor Covid-19 finanziell angeschlagene Airline nur wenige Jahre nach Einführung von Features wie der 2015 mit einem Crystal Cabin Award prämierten „Residence“ im Upper Deck. https://twitter.com/AlexInAir/status/1263819705971879936 // Air France wollte noch drei Jahre mit der A380 fliegen. Doch wegen der Corona-Krise zieht Air France ihre Airbus A380 schon jetzt aus dem Verkehr. https://www.aerotelegraph.com/keine-fluege-emrh-stillegung-air-france-sagt-dem-airbus-a380-auf-nimmerwiedersehen // Emirates verhandelt mit Airbus über die Stornierung seiner letzten Bestellungen. Was können wir von dem größten Passagierflugzeug der Welt lernen, wenn es von unserem Himmel verschwindet? Runway Girl Network hat es zusammengefasst: https://runwaygirlnetwork.com/2020/05/22/as-it-flies-into-the-sunset-what-the-a380-can-teach-us/ // Schon vor der Coronakrise war das Schicksal des größten Passagierjets der Welt besiegelt. Doch jetzt verschwindet der A380 eindeutig schneller aus dem aktiven Dienst. Aktuell sind bereits 242 der Jets ausgeliefert worden, die bei 15 Fluggesellschaften im Einsatz sind. Bleiben also nur noch 9 Maschinen die überhaupt noch zu fertigen sind – wenn sie nicht storniert werden. Es sei das Ende eines europäischen Traums, schreibt der SPIEGEL: https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/airbus-a380-und-corona-europas-kranker-supervogel-a-bae24a57-33ac-4f19-898d-c6b4d329526a
  • Laut einem Reuters-Bericht erwägt Etihad Airlines ebenfalls, Airbus A350-Bestellungen zu stornieren. Die Fluggesellschaft aus dem Nahen Osten gehe davon aus, dass es Jahre dauern werde, bis sich der Passagierverkehr erholt habe, und bereits bestellte Flugzeuge würden einfach veraltet sein.
  • Start in Zeiten von Corona: Airbus hat ihre A220-Endmontagelinie in Mobile im US-Bundesstaat Alabama eingeweiht. Wie Airbus mitteilte, kann in der 25.000 Quadratmeter großen Endmontagehalle an fünf A220 gleichzeitig gearbeitet werden. Bislang wurden die zweistrahligen Regionalflugzeuge vor allem in Montreal in Kanada (ehemals Bombardier CSeries) zusammengebaut. Der 2015 eröffnete Standort Mobile verschafft Airbus ein Werk in den USA, so dass Zölle und andere Handelshemmnisse keine Rolle für US-Kunden spielen. Beide Endmontagelinien, die der A321neo und die der A220, werden per Schiff mit vorgefertigten Baugruppen, wie Rumpfsektionen und Flügeln, beliefert. https://www.flugrevue.de/zivil/zweiter-montagestandort-nach-kanada-airbus-weiht-neue-a220-linie-in-mobile-ein/

Mittwoch, 20. Mai 2020

  • Rolls-Royce hat wegen wegbrechener Aufträge aus der Luftfahrtindustrie einen harten Stellenabbau angekündigt. Von den 52.000 Jobs weltweit im Unternehmen müssten "mindestens" 9000 gestrichen werden, teilte der Triebwerkshersteller mit. Der Konzern kündigte an, er wolle auch in anderen Bereichen Kosten sparen. Mit dem Ultrafan tüftelte der Konzern zuletzt an einem Kandidaten für einen möglichen A350 Neo. https://www.airliners.de/triebwerkhersteller-rolls-royce-9000-stellen/55488
  • Airbus-Chef Guillaume Faury hat rasche politische Entscheidungen gefordert, um den europäischen und internationalen Luftverkehr bald wieder richtig aufnehmen zu können. So müsse der freie Personenverkehr zwischen Frankreich, Deutschland, Holland, Spanien und Italien wieder möglich sein. Man müsse nun sehr schnell entscheiden, so Faury. "Wir glauben, dass die Voraussetzungen dafür gegeben sind, dass diese Öffnung in Europa und zügig im Sommer gegenüber dem Rest der Welt stattfinden kann." https://www.fvw.de/mobilitaet/news/reisefreiheit-airbus-macht-druck-auf-die-politik-208949
  • Die Corona-Pandemie hat die Passagierzahlen am Hamburger Flughafen im April um 99 Prozent auf 13.130 Passagiere einbrechen lassen. Die Flugbewegungen gehen um 91 Prozent auf rund 1200 zurück. Der Frachtumschlag ist im April gegenüber dem Vorjahresmonat um insgesamt knapp 60 Prozent auf rund 2300 Tonnen gesunken. Wolfgang Hoch wirft im Abendblatt-Artikel einen Blick auf geschlossene Gates, kaum Gepäck und landende Bussarde.

Dienstag, 19. Mai 2020

  • Führende Branchen-Analysten korrigieren Prognosen nach unten: die derzeitigen Entwicklungen zeigten, dass es momentan „keine guten Nachrichten für die Luftfahrt“ gäbe. Dies beträfe sowohl die Airline-Branche (aktuell: Air Canada entlässt über die Hälfte des gesamten Personals, Delta Air Lines braucht die Hälfte seiner 14.000 Piloten nicht mehr, „Herstellerliebling“ Qatar Airways entlässt 20% seiner Mitarbeiter und verkleinert die Flotte um 50 Flugzeuge), als auch die OEM-Seite (es wird erwartet, dass Airbus mind. 10.000 Mitarbeiter entlassen wird, Boeing erwartet eine Rückkehr zu den Produktionsszahlen von 2019 nun erst zwischen 2025 und 2028). F&E-seitig würde in der kommerziellen Luftfahrt weltweit momentan nur noch in die A321 XLR (Projekt liegt in Hamburg) investiert, andere Projekte seien vorübergehend gestoppt oder würden ganz abgewickelt. Auch wird befürchtet, dass zumindest auf der industriellen Seite die Talsohle noch nicht erreicht ist. Entscheidend für eine Trendwende bei den weltweiten Passagierzahlen seien letztlich keine technischen Innovationen oder Prozesse („sterile Luftfahrt“ statt  - wie nach 9/11 - „sichere Luftfahrt“) um den Flugverkehr wieder durchführen zu könne, sondern die emotionale „Lust“ der Passagiere, wieder fliegen zu wollen – sei es aus privaten oder beruflichen Gründen. Hintergrund hier: https://theaircurrent.com/commentary/time-and-money-not-gimmicks-are-going-to-get-people-flying-again/ und hier: https://leehamnews.com/2020/05/18/pontifications-there-is-no-good-news/#more-33432
  • Emirates erwägt Abbau von 30.000 Stellen und A380-Ausflottung: das berichtet der internationale Nachrichtendienst Bloomberg. Emirates würde sich damit von ca. 30% seiner gesamten Belegschaft trennen. Die über 100 Flugzeuge starke A380-Flotte bildet zudem das Rückgrat der größten internationalen Airline der Welt, die ausschließlich Großraumflugzeuge betreibt. Emirates-Chef und langjähriger A380-Förderer Sir Tim Clark, der eigentlich zum 30. Juni in den Ruhestand hätte gehen sollen, hatte bereits in einem Interview vor zwei Wochen gestanden, dass die Tage der A380 angesichts der Corona-Krise vorbei seien.

Montag, 18. Mai 2020

Freitag, 15. Mai 2020

  • Hamburger Zulieferer beliefert jetzt Schulen: Zusammen mit weiteren Partnern aus der Hamburger Luftfahrtindustrie hat das mittelständische Unternehmen 3Dstrong heute mehrere Tausend selbst hergestellte Desinfektionsmittelspender an Hamburger Schulen übergeben. Eigentlich betreibt 3Dstrong industriellen 3D-Druck. Doch aufgrund der aktuellen Pandemie-Lage hat die kleine Firma aus Finkenwerder kurzerhand eine neue Produktkategorie aus dem Boden gestampft und - zusammen mit der Expertise von Spitzner Engineers - Desinfektionsmittelspender für die Wasch- und Klassenräume in Hamburgs Schulen entwickelt. Denn diese sind auf dem freien Markt momentan nahezu nicht erhältlich. Der Aufruf um Hilfe kam aus dem Netz-werk innerhalb des Luftfahrtclusters Hamburg Aviation.
  • Lufthansa weitet Flugplan bis Ende Juni stärker aus: Bis zum Ende des Halbjahrs planen die Airlines der Lufthansa Group rund 1.800 wöchentliche Verbindungen zu mehr als 130 Zielen weltweit anbieten zu können. Die zusätzlichen Lufthansa Wiederaufnahmen in der ersten Juni-Hälfte in Deutschland und Europa sind ab Frankfurt: Hannover, Mallorca, Sofia, Prag, Billund, Nizza, Manchester, Budapest, Dublin, Riga, Krakau, Bukarest und Kiew. Ab München sind es Münster/Osnabrück, Sylt, Rostock, Wien, Zürich, Mallorca und Brüssel. In der ersten Juni-Hälfte stehen darüber hinaus auch 19 Langstreckenziele im Flugprogramm, 14 mehr als im Mai. Die Langstrecken-Wiederanflüge von Lufthansa ab Frankfurt im Detail: Toronto, Mexiko-Stadt, Abuja, Port Harcourt, Tel Aviv, Riad, Bahrain, Johannesburg, Dubai, Mumbai sowie weiterhin New York (Newark), Chicago, Sao Paulo, Tokio und Bangkok. Ab München: Chicago, Los Angeles, Tel Aviv. Alle Flüge vorbehaltlich eventueller Reisebeschränkung).
  • Mitsubishi halbiert aufgrund der Corona-Krise das Projektbudget für seinen neuen Regionaljet. Die Arbeiten an einer geplanten Version für den US-Markt werden ganz ausgesetzt. Sieben Jahre hinkt der Mitsubishi Regional Jet bereits dem Zeitplan hinterher – nun soll die erste Auslieferung erst 2021 erfolgen. Die laufenden Entwicklungsausgaben für den 92-Sitzer M90 hat das japanische Unternehmen jetzt halbiert. Die Entwicklung des für 2024 erwarteten M100 Spacejet wurde dagegen ganz gestoppt. Der geplante 84-Sitzer war vollständig auf die „Scope Clauses“ in den Tarifverträgen der US-Airlinebranche maßgeschneidert.

Donnerstag, 14. Mai 2020

  • Stellen-Abbau bei Airbus: Die Beurlaubung von 6.000 Mitarbeitern könnte erst der Anfang sein, warnte Airbus-Chef Guillaume Faury die Belegschaft vor wenigen Wochen. Medienberichten zufolge plant das Management inzwischen tatsächlich mit langfristigen Stellenstreichungen insbesondere in der Zivilflugzeugsparte. Den Quellen zufolge werden in einem ersten Schritt Zeitarbeiter und Mitarbeiter, die über Subunternehmen angestellt sind, ihren Arbeitsplatz verlieren. Das beträfe mindestens 1.100 Mitarbeiter in (Nord)deutschland. https://www.aero.de/news-35391/Airbus-Management-plant-langfristig-Stellenabbau.html. Angesichts der Sparpläne sorgt sich Airbus-Vorstand und Präsident des Bundesverbandes der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), Dirk Hoke, auch um die Zulieferer, die an Airbus hängen. "Wir müssen diese kritische Versorgungskette unterstützen", so Hoke in einer Telekonferenz mit Journalistinnen und Journalisten. Denn wenn diese Firmen die Krise nicht überleben würden, würde die gesamte Luftfahrtbranche zusätzlich leiden. https://www.n-tv.de/wirtschaft/Bei-Airbus-koennten-10-000-Stellen-wegfallen-article21779784.html
  • auch in Frankreich sorgt man sich um die Zulieferer: Éric Trappier, Chef von Dassault Aviation und Vorsitzender des französischen Branchenverbandes GIFAS, betonte, dass man vor allem auf die mittelfristigen Folgen achten müsste (siehe auch Status-Update von gestern). Kurzfristig gebe es Geld von den Regierungen. Man diskutiere derzeit, wie man die Unternehmen finanziell unterstützen könne. In Frankreich seien rund 400 Zulieferer betroffen - die Zahl könnte sich aber leicht verdoppeln, wenn man auch die ganz kleinen Unternehmen dazurechnet. https://www.airliners.de/luftfahrt-branche-sorge-zulieferer/55382
  • Mit Mundmaske isst es sich schlecht: Laut IATA wird bei den Airlines erwogen, den Service auf kürzeren Flügen einzustellen, um die Maskenpflicht an Bord effektiv umzusetzen. Für Langstreckenflüge wird eine elegantere Lösung angepeilt. https://www.airliners.de/branche-bordservice-verzicht-kurz-mittelstrecken/55383
  • Schlammschlacht im Aufsichtsrat von Easyjet: Stelios Haji-Ioannou will Easyjet seit Wochen zur Storno von milliardenschweren Airbus-Aufträgen bewegen. Weil der Gründer und Großaktionär im Vorstand auf Granit beißt, lobt Stelios jetzt 5,7 Mio. € Belohnung für Hinweise aus - und provoziert neuen Streit. https://www.aero.de/news-35370/Stelios-setzt-Kopfgeld-auf-Easyjet-Auftrag-aus.html
  • Hilfe aus der Luft: bei einer nächsten Pandemie könnte MediFly, das Hamburger Projekt zum Transport medizinischer Luftfracht, theoretisch neben Gewebeproben auch Corona-Tests transportieren, sagt Sabrina John vom Konsortialführer, der Gesellschaft für Luftverkehrsinformatik. Medifly war gestern Showcase im Rahmen der Präsentation des Drohnen-Aktionsplans durch Andreas Scheuer und Thomas Jarzombek und befindet sich aktuell in der Bewerbung für die zweite Projektphase. https://downloadzdf-a.akamaihd.net/mp4/zdf/20/05/200513_sendung_h19/5/200513_sendung_h19_3328k_p15v15.mp4 (bis 18:08 spulen).

Mittwoch, 13. Mai 2020

  • „Hamburgs Industrieperle in Gefahr“: In einem aktuellen dpa-Artikel zur Situation der Luftfahrt kommen u.a. Senator Westhagemann und Hamburg Aviation zu Wort. Zu lesen u.a. auf airliners.de: https://www.airliners.de/luftfahrtstandort-hamburg-schrumpfung-corona-krise/55373
  • Fraport-Chef Stefan Schulte rechnet mit langsamer Erholung des Flugverkehrs und schätzt ein, dass sich dieser erst 2023 wieder normalisieren wird – dann aber mit noch immer 15-20 Prozent weniger Passagieren als 2019. Deutschlands größter Flughafen Frankfurt Main rechnet daher auch selbst mit einem Abbau von Stellen. Mit den Gewerkschaften wolle man über sozialverträgliche Lösungen zum Arbeitsplatzabbau sprechen - sobald sich die Entwicklung besser einschätzen lässt.
  • Lufthansa-Tochter Brussels Airlines verkleinert sich: 30% der aus Airbus-Flugzeugen bestehenden Flotte des belgischen Carriers wird dauerhaft aus dem Verkehr gezogen. Zudem müssen insgesamt 1.000 Mitarbeiter – ca. jede vierte Stelle – das Unternehmen verlassen.
  • Boeing-CEO David Calhoun rechnet im NBC-Interview mit Insolvenz großer amerikanischer Airline im September: dann liefen finanzielle Unterstützungen zu Gehaltsfortzahlungen durch die US-Regierung aus. Gleichzeitig würden wahrscheinlich nur 25% der Sitzplätze verkauft werden, bis Jahresende bestenfalls 50%, so Calhoun. Ob dem Boeing-Chef eine konkrete Airline vorschwebte, wurde nicht geäußert. Nach zahlreichen Fusionen und Insolvenzen in den Jahren nach dem 11. September sowie in der Finanzkrise sind nur noch vier sehr große Fluggesellschaften in den USA übriggeblieben: American, Delta, United sowie Billigflieger Southwest.
  • COVID-19-Krise: Französische und deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie fordern umfassenden Rettungsplan auf europäischer Ebene. Dies gaben die Verbände BDLI und sein französisches Pendant GIFAS in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt. „Frankreich und Deutschland sind die beiden Länder, die in der Luft- und Raumfahrt weltweit am engsten zusammenarbeiten. Vor dem Hintergrund dieser Erfolge senden wir angesichts der Corona-Krise eine starke Botschaft an Europas politische Entscheidungsträger, die Industrie und die breite Öffentlichkeit:  Wir brauchen eine nachhaltige Unterstützung für unsere Industrie, um Europa gemeinsam noch stärker zu machen“, sagte der BDLI-Präsident und Airbus-Vorstand Dirk Hoke.

Dienstag, 12. Mai 2020

Montag, 11. Mai 2020

  • Talsohle durchschritten? Der schwedische Datendienst Flightradar24 verzeichnet wieder ein leichtes Ansteigen der weltweit durchgeführten Flüge. Seit 5. Mai werden weltweit wieder täglich etwas mehr als 30.000 kommerzielle Flüge registriert (7-Tage-Durchschnitt). Der Tag mit den wenigsten weltweit registrierten Flügen war demnach der Sonntag, 19. April (24.047 Flüge, 7-Tage-Durchschnitt: 27.986). Allerdings: Noch im Februar wurden täglich mehr als 100.000 kommerzielle Flüge auf der Welt gezählt.
  • Kolumbianischer Flag-Carrier Avianca geht in Insolvenz: Die südamerikanische Airline, die zu den ältesten Fluggesellschaften der Welt zählt, hat am Sonntag für Holding und mehrere Tochterunternehmen Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Für die Tochterfirma Avianca Peru wurde bereits die sofortige Liquidation bekanntgegeben. Grund sei die COVID19-Krise, die zu Umsatzrückgängen von über 80 Prozent und dem Grounding fast aller Flugzeuge geführt habe. Die Avianca-Gruppe beschäftigt insgesamt 21.000 Mitarbeiter und befördert ca. die Hälfte aller Reisenden im und in den kolumbianischen Luftraum.
  • Flugzeug-Klimaanlagen sind sicher: Das meint die Chefredakteurin der Fachzeitschrift Air Transport World, Karen Walker, und bezieht sich auf die Erfahrungen aus mehreren Rückholungsflügen – u.a. von New York nach Taiwan – auf denen nachweislich COVID19-Infizierte an Bord gewesen sein, ohne dass diese andere Passagiere angesteckt hätten. Grund sei unter anderem effiziente Luftfiltersysteme und das Design moderner Flugzeugklimaanlagen, die die Gebrauchluft nach unten aus der Kabine abführen würden, bevor sie gefiltert von oben wieder hineinströme. Das Flugzeug sei somit sicherer gegen Infektionen als der Büroraum oder ein Restaurant. https://aviationweek.com/air-transport/safety-ops-regulation/are-airline-cabin-changes-needed-covid-19-protection
  • EU möchte Airline-Staatsbeteiligungen an klare Exit-Strategien knüpfen: seit Freitag gelten strengere beihilferechtlichen Bedingungen für staatliche Kapitalspritzen oder die Teilverstaatlichung von Unternehmen. Die neuen Regeln ließen nun auch Unterstützung durch nachrangige Darlehen zu. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager: "Mit dem Fortgang der Krise werden Unternehmen auch Kapital brauchen, um sich über Wasser zu halten. Wenn Mitgliedsstaaten sich entscheiden, einzusteigen, werden wir die heutigen Regeln anwenden, um sicherzustellen, dass Steuerzahler ausreichend entlohnt werden und dass ihre Unterstützung an Bedingungen geknüpft ist." Dazu zählen ein Verbot von Dividenden und Auflagen gegen Wettbewerbsverzerrung, betonte Vestager. Auch dürfe die Hilfe zur Rekapitalisierung nur gegeben werden, wenn es keine andere Lösung gebe und die Maßnahme im öffentlichen Interesse liegt, z.B. um Arbeitsplätze großflächig abzusichern. Im Vordergrund stehe die reine Überlebensfähigkeit der Firma. Die Hilfen zur Rekapitalisierung müsse sich der Staat "angemessen vergelten lassen", so die EU-Kommission. Anteilseigner müssten einen Anreiz haben, die vom Staat erworbenen Anteile aufzukaufen. So soll sichergestellt werden, dass der Einstieg des Staats nur "vorübergehend" sei. Zudem wird eine Exit-Strategie gefordert. Bis der Staat wieder ausgestiegen sei, soll ein Verbot von Dividenden und Aktienrückkäufen gelten. Management-Boni sollten erst wieder ausgezahlt werden, wenn 75 Prozent der Rekapitalisierung abgegolten sei.
  • Werden Flugzeugkabinen als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie umkonfiguriert? Das ist die Frage, die eine Reihe von Stakeholdern der Branche während eines Webinars des Konferenz-Veranstalters „RedCabin“ in der vergangenen Woche zu beantworten suchten. Führungskräfte, u.a. von United Airlines, Etihad Airways und dem Designhaus Tangerine gehen davon aus, dass die Fluggesellschaften eher dazu neigen werden, Dienstleistungen und Hygienestandards kurzfristig zu ändern, wie es viele jetzt tun, anstatt bedeutende Änderungen an der Hardware vorzunehmen. https://runwaygirlnetwork.com/2020/05/08/industry-stakeholders-weigh-likelihood-of-major-cabin-reconfigurations/
  • Ein Staatseinsteig bei Unternehmen darf nur vorübergehend sein und soll ökologischen Zielen dienen, betont die EU-Kommission. Darauf bestehen in Deutschland auch die Grünen und nennen mit Blick auf Hilfen für Lufthansa Air France als Vorbild. https://www.airliners.de/eu-exit-strategie-ziele-lufthansa-hilfen/55322

Freitag, 08. Mai 2020

  • Corona-Krise befeuert Diskussion um regionale Flughafensysteme: Die meist öffentlich finanzierten Betreiber benötigen angesichts der Krise neues Kapital - in der Folge wird nun auf Länderebene über Zusammenschlüsse verschiedener Standorte nachgedacht. Demnach stellt sich für Arno Klare, Mitglied des Verkehrsausschusses im Bundestag, eine systemische Grundsatzfrage nach der Flughafenstruktur in Deutschland nach der Krise. "Erstens geht es darum zu klären, welche Flughäfen als unverzichtbar bewertet und erhalten werden sollte", sagt der SPD-Politiker zu airliners.de: "Und zweitens ist zu fragen, ob es nicht, wie beispielsweise bereits mit Leipzig-Halle und Dresden, eventuell an Bundesländergrenzen orientierte Holding-Gesellschaften geben sollte." https://www.airliners.de/corona-krise-diskussion-flughafensysteme/55235
  • an unserer ersten Ausgabe der virtuellen Expertenrunde „Drei nach Vier“ haben gestern über 50 Gäste teilgenommen. Die Teilnehmer setzten sich aus Mitgliedern aus der Community sowie Extern zusammen und folgten den Beiträgen von  Bernhard Lietzmann, Ingenics zur Supply Chain in Zeiten von Corona, Luftfahrtexperte und Journalist Heinrich Großbongardt zu Diversifizierung, Marketing und Sales als Schlüsselrollen bei einem Durchstarten „nach Corona“ und  Richard Enns / Sebastian Lork, Tagueri zu Innovationsmanagement, neue Tools und agiler Zusammenarbeit. Das Feedback der Teilnehmer war sehr positiv, zum anschließenden Networking blieben einige der Teilnehmer „vor Ort“.
  • Airlines der Lufthansa Group starten ab Juni wieder mit 160 Flugzeugen, verkündet die Gruppe in einer Pressemitteilung: Ab Juni fliegen die Airlines Lufthansa, Eurowings und SWISS mit monatlichen Neustart-Flugplänen deutlich mehr Ziele in Deutschland und Europa an als in den vergangenen Wochen. Damit enden am 31. Mai die Rückkehrerflugpläne. Mit dem „Juni-Flugplan“ werden insgesamt 80 Flugzeuge reaktiviert. Dadurch können im kommenden Monat insgesamt 106 Ziele angeflogen werden. Ab dem 1. Juni sind bei den Passagierairlines der Gruppe somit 160 Flugzeuge im Einsatz. Der bislang gültige Rückkehrerflugplan wurde rechnerisch mit lediglich 80 Flugzeugen geflogen.
  • Wizz Air CEO Jozsef Varadi glaubt, dass gerade junge Menschen alsbald wieder in den Flieger steigen wollen. Die ungarische Fluglinie kehrt Stück für Stück wieder in den Betrieb zurück und kündigt neue Strecken an. Bei den Flügen der Airline werden aufgrund des Virus bereits Sitze freigelassen, es werden kein Essen oder Magazine mehr gereicht und Flugzeuge werden nächtlichen Tiefenreinigungen unterzogen. https://www.bbc.com/news/business-52580950

Donnerstag, 07. Mai 2020

  • Innovint Aircraft Interior GmbH aus Hamburg hat in Zusammenarbeit mit der Design Organization der Paustian Airtex GmbH aus Berlin ein Gesamtkonzept entwickelt, Passagierkabinen in Frachträume umzuwandeln. Der Hintergrund: Kurzfristig haben Airlines auf Basis von Ausnahmeregelungen diverse Frachtflüge zum Transport vom medizinischen Hilfsgütern und Schutzausrüstungen mit Nutzung der Passagierkabine durchgeführt. Das Konzept von Innovint geht jedoch über diese Begrenzung hinaus, denn es ermöglicht den Transport regulärer Luftfracht. Passagiersitze lassen sich mit überschaubaren Aufwand ausbauen. Die robusten Stowage InnoBags werden anstelle der Passagiersitze auf den Sitzschienen installiert und verzurrt. Die Installation der InnoBags steigert die Frachtkapazität einer A320 um mehr als 6 Tonnen bzw. 22 m³, und die einer A350 um mehr als 20 Tonnen bzw. 55 m³. Eine zusätzliche Einnahmequelle für die Airlines.
  • United entlässt ein Drittel des administrativen Personals: Dies kündigte Personalvorstand Kate Gebo in einer internen Mail an die Mitarbeiter an. Die betreffenden Personen sollen die Kündigung im Juli erhalten, die Stellen entfallen zu Ende Oktober. In einem zweiten Schreiben wurde auch das fliegende Personal gewarnt, man müsse sich ebenfalls um Jobkürzungen in vergleichbarer Höhe einstellen. United Airlines zählt zu den größten Fluggesellschaften der Welt und beschäftigt allein 12.250 Piloten sowie 11.500 Mitarbeiter im administrativen Bereich.
  • Kommentar auf airliners.de: Corona verändert die Weltwirtschaft grundlegend. Wird man in zehn Jahren feststellen, dass der Luftverkehr, wie wir ihn bislang kennen, nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems war? Eine Rückwärts-Prognose der Frankfurt University of Applied Sciences: https://www.airliners.de/als-welt-2020-dorf-gastbeitrag/55226
  • Doch Staatshilfe für IAG? Die British-Airways-Mutter IAG möchte nach einem Milliardenverlust infolge der Corona-Pandemie offenbar doch auf Staatshilfen setzen. So hätten die spanischen Konzerntöchter Iberia und Vueling in ihrem Land bereits entsprechende Hilfen beantragt. Auch die Flottenplanung wird seitens des Konzerns angepasst: insgesamt 68 neue Flugzeuge sollen erst später von den Herstellern abgenommen werden. Zudem erwägt IAG den Abbau von bis zu 12.000 Stellen.
  • „Alle Krisen seit dem Zweiten Weltkrieg zusammengenommen kein Äquivalent zu dem, was hier passiert": In einem Interview mit der arabischen Zeitung „The National“ hat Emirates-Chef Sir Tim Clark, einer der profiliertesten Luftfahrtmanager der Welt, deutliche Worte gefunden. Er geht von tiefgreifenden Umwälzungen in der gesamten Branche aus. Ohne Staatshilfen würde die aktuelle Krise laut Clark für 85 Prozent aller Fluglinien das sichere Aus bedeuten. "Die Zeiten der A380 und 747 sind vorbei, aber A350 und die 787 werden immer ihren Platz haben“, so der langjährige Emirates-CEO. Die Airline aus dem Emirat Dubai betreibt mit derzeit 115 Airbus A380 mehr als die Hälfte der jemals von dem Muster gebauten Exemplare.
  • Die Deutsche Lufthansa verhandelt mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes (WSF) ein Stabilisierungspaket im Umfang von 9 Milliarden Euro zur Finanzierung der Lufthansa Group. Sie umfassen neben einer stillen Beteiligung einen besicherten Kredit. Verhandlungsbestandteil ist auch eine Beteiligung des Bundes am Grundkapital der Gesellschaft. In diesem Kontext wird auch über verschiedene Varianten von Kapitalerhöhungen gesprochen, unter anderem auch zum Nennbetrag der Aktie, gegebenenfalls nach Kapitalschnitt, um einen Anteilsbesitz von bis zu 25% plus einer Aktie zu schaffen. Darüber hinaus sind Auflagen gemäß EU Temporary Framework und WSF Gesetz vorgesehen, darunter der Verzicht auf künftige Dividendenzahlungen. Außerdem wird eine Vertretung im Aufsichtsrat seitens des WSF angestrebt.

Mittwoch, 06. Mai 2020

  • Lichtblick bei Lufthansa Technik: ist es auf der einen Seite eine traurige Episode in der Hamburger Luftfahrt, dass der Airbus A380 nun vermutlich ein frühes Ende findet, bringt er gleichzeitig einen Lichtblick für LHT: in Groß Borstel wird dem Riesen ein zweites Leben geschenkt und die Umrüstung der ersten Maschine für den reinen Frachtbetrieb hat begonnen. Bislang haben die Kabinenmodifikations-Experten Anfragen von mehr als 40 Fluggesellschaften erhalten. Mehr als 15 Projekte für verschiedene Flugzeugtypen befinden sich bereits in der Umsetzungsphase.
  • „Grüner“ Fliegen nach Corona: neben den Meldungen von gestern, Frankreich knüpfe Staatshilfe für Air France an Umweltschutz-Bedingungen (Lukas Kaestner berichtete im Update), betonte auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr in der LH Hauptversammlung, man brauche auch weiterhin Geld für die Modernisierung der Flotten, gerade im Hinblick auf den Schutz der Umwelt. Das Thema sei derzeit in den Hintergrund gerückt, werde aber akut. So werde mit steigendem Flugaufkommen auch die Klimadiskussion wieder hochaktuell werden. „Lufthansa wird nach der Krise eine andere und kleinere Lufthansa sein. Wir werden unsere Flotte um ca. 100 Flugzeuge reduzieren.“, ergänzte Spohr. Zwischentöne ließen gestern erkennen, dass eine Einigung bezüglich der geplanten Staatshilfe nahe liegt und die Lufthansa sich erfolgreich gegen unliebsame Konditionen gewehrt hat.
  • „Grüner“ Fliegen, Part 2: Airlines wollen Corona-Jahr 2020 aus Corsia-Berechnung streichen: Nach den jüngsten Icao-Beschlüssen könnten die Airlines nun eigentlich beginnen, sich konkrete Kompensationsprojekte zu suchen. Aber weil nichts fliegt, fordert die Branche eine "Neujustierung" des in jahrelangen Verhandlungen beschlossenen Klimaschutzabkommens. Andernfalls drohe der Rückzug großer Staaten aus Corsia.
  • Crystal Cabin Award-Finalist Virgin Atlantic streicht 3.150 Jobs und den kompletten Flugplan ab London-Gatwick. Nur noch Heathrow bleibt im Programm
  • Hamburg Aviation Mitglied zweigrad steigt in Corona-Hilfe ein: die Hamburger Designagentur hat mithilfe von Open Source-Daten verschiedene Produkte produziert und gespendet, die derzeit helfen können - von behelfsmäßigen Masken bis hin zu "freihändigen" Türöffnern.  Als besonders vielversprechend zeigte sich ein Gesichtsschutz für den medizinischen Bereich, Alten- und Krankenpflege, sowie Kinderbetreuung. Ein erstes Pflegeunternehmen konnte zweigrad bereits damit versorgen. Eine Grundschule wartet auf die nächste Charge. Die Produktion geht weiter. Ein aktuelles Stimmungsbild des Unternehmens vermittelt der Beitrag zu unserer neuen Corona-Interview-Reihe „Wie geht es Ihnen…?“ https://www.hamburg-aviation.de/detail/details/news/wie-geht-es-ihnen-frau-juergensen.html

Dienstag, 05. Mai 2020

  • „Sind über Nacht ein halbes Jahrhundert zurückgeworfen worden“: Mit deutlichen Worten hat Airbus-Vorstand und BDLI-Präsident Dirk Hoke die Situation der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie angemahnt und ein schnelles und unbürokratisches Handeln seitens der Politik eingefordert. Anderenfalls stünden über 100.000 High-Tech-Arbeitsplätze in Deutschland und die strategische Autonomie des Landes auf dem Spiel. Den Link zum vollständigen Positionspapier auf der Hamburg Aviation Website: https://bit.ly/2L4jt0l
  • Luftfahrt-Analysten sehen Bedrohung für Triebwerkshersteller: Diese würden aufgrund des immensen Ingenieursaufwands bis zu 20 Jahre benötigen, um die Entwicklungskosten von neuen Antrieben zu refinanzieren, so der Branchendienst Leeham News. Triebwerkshersteller seien somit in besonderer Weise auf die Einnahmen aus dem sogenannten Aftermarket-Bereich, (z.B. durch den Verkauf von Ersatzteilen oder durch Wartungsleistungen) angewiesen, um ihr Geschäft zu führen. Durch die massive langfristige Stilllegung von Flotten bricht dieser Markt nun zusammen, was schwerwiegende Auswirkungen auf laufende Entwicklungsprogramme oder gar auf die Unternehmen selbst haben könnte. 
  • Warren Buffett stößt alle Airline-Beteiligungen ab: Buffetts Gesellschaft Berkshire Hathaway hat im Zuge der Corona-Krise sämtliche Aktienpakete von United, American, Delta und Southwest im Wert von mehreren Milliarden USD aus dem Portfolio genommen. Die Entscheidung wird als Indikator gewertet, dass sich die Krise in der Luftfahrtindustrie noch lange fortsetzen wird.
  • Airbus hat die Produktionspause im Bremer Werk bis zum 11. Mai verlängert, berichtet der "Weser Kurier". Betroffen ist ausschließlich die Zivilflugzeugsparte. Dort arbeiten rund 2400 Menschen. Ursprünglich sollte der Produktionsstopp bereits Ende April enden.
  • Frankreich knüpft Staatshilfe für Air France an Umweltschutz-Bedingungen: Die französische Regierung darf Air France nach „grünem Licht“ aus Brüssel direkt und indirekt mit sieben Milliarden Euro unterstützen – dafür solle die Airline jedoch die „umweltfreundlichste Fluggesellschaft der Welt“ werden, so Wirtschaftsminister Bruno Le Maire. Inlandsstrecken, die in zweieinhalb Stunden mit dem Zug zu bewältigen sind, sollen von Air France nicht mehr angeboten werden. Bis 2025 soll die Airline darüber hinaus zwei Prozent ihres Treibstoffes aus erneuerbaren Quellen beziehen, bis 2030 soll sie ihre Emissionen auf Mittel- und Langstrecken pro Passagier und Kilometer um die Hälfte reduzieren. Bei der Bestellung von Flugzeugen solle zudem zukünftig Airbus bevorzugt werden.

Montag, 04. Mai 2020

  • Diese Woche wird spannend in Sachen Lufthansa-Staatshilfen: Die Woche beginnt für Lufthansa mit der Online-Hauptversammlung am Dienstag und bringt wohlmöglich eine Entscheidung in Sachen Corona-Staatshilfen. Die Politik streitet weiter über den Einfluss des Staats. Forderungen kommen auch von Umweltschützern. „Steuermilliarden für die Lufthansa darf es nur gegen Zusagen beim Klimaschutz geben“, sagte Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan am Sonntag. „Steigt die Bundesregierung jetzt bei der Lufthansa ein, muss sie auf Mitspracherecht bestehen und damit Inlandsflüge stoppen und eine Beimischungsquote für alternative Kraftstoffe durchsetzen.“
  • Boeing hat angekündigt, den 787-Betrieb bei Boeing South Carolina (BSC) wieder aufzunehmen. Die meisten Mitarbeiter seien bereits gestern und heute zurück an die Arbeit gegangen. Die Rückkehr umfasst alle Maßnahmen, die am 8. April als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie vorübergehend ausgesetzt wurden.
  • Twitter-Austausch zur AIX: die Veranstalter der Aircraft Interiors Expo hosten morgen um 16 Uhr BST einen live Twitter Chat auf @AIX_expo zu u.a. folgenden Fragen, zu denen betroffene Unternehmen unter Verwendung des Hashtags #AIXchat diskutieren können: Muss die Innenausstattung von Flugzeugen massiv überholt werden oder reichen kleine Änderungen aus, um Kunden zurückzugewinnen? Besteht die Chance, dass die gegenwärtige Situation zukünftige Innovationen vorantreibt? Wie können wir als Branche zusammenarbeiten und uns von dieser Krise erholen?

Samstag, 02. Mai 2020

  • Nach ARD-Informationen gibt es eine Einigung auf ein Rettungspaket für Lufthansa. Laut "Spiegel" will der Staat direkt bei der Fluggesellschaft einsteigen. Dabei hatte Konzernchef Spohr vor zu viel Staatseinfluss gewarnt. Demnach sollen 5,5 Milliarden Euro in Form einer stillen Beteiligung des Bundes an die Lufthansa fließen. Im Gegenzug verlangt die Bundesregierung offenbar eine Garantiedividende von neun Prozent. Außerdem wolle der Staat mit 25,1 Prozent direkt bei der Lufthansa einsteigen, was knapp eine Milliarde kosten dürfte. Weitere 3,5 Milliarden Euro solle die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beisteuern. Hierfür wolle die Regierung eine Bürgschaft übernehmen, hieß es. Swiss und Edelweiss sicherten sich von der Schweizer Regierung bereits staatliche Garantien für umgerechnet 1,2 Milliarden Euro Kredit. Als Gegenleistung für mögliche Unterstützung fordern aber auch andere betroffene Regierungen Mitsprache- und Vetorechte. Belgien fordert für mögliche staatliche Kredithilfen an die Lufthansa solide Garantien für die Tochterfirma Brussels Airlines. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/lufthansa-rettungspaket-101.html Über das Standing von Lufthansa-Chef Carsten Spohr gegenüber der Politik schreibt der SPIEGEL: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lufthansa-streit-um-staatshilfe-der-insolvenz-bluff-a-00000000-0002-0001-0000-000170716195
  • Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce prüft im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie offenbar einen drastischen Stellenabbau. Das könnte den Verlust von bis zu 8000 Arbeitsplätzen bedeuten. Der MTU-Konkurrent bestätigte Bloomberg die Wahrscheinlichkeit eines Stellenabbaus, ohne nähere Details zu nennen. Zuletzt hatten Airbus und Rolls-Royce vergangene Woche ihr gemeinsames E-Fan-X-Programm eingestellt. Zusammen forschten sie an der Entwicklung hybrider Flugzeugantriebe. Rolls Royce steckte bereits vor Corona tief in den roten Zahlen, unter anderem ausgelöst durch Probleme des Boeing 787-Triebwerk Trent 1000. Auch Airbus war für den Antrieb der A330neo bereits mit General Electric für eine Antriebsalternative im Gespräch. https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/corona-folgen-luftfahrt-krise-rolls-royce-offenbar-vor-abbau-tausender-stellen-8819564

Donnerstag, 30. April 2020

  • Lufthansa Vorstand, Vereinigung Cockpit und ver.di wenden sich gemeinsam an die Bundesregierung:In einem in dieser Form seltenen, gemeinsamen Schreiben an Olaf Scholz und Peter Altmaier, haben sich heute der Lufthansa Vorstand und die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und ver.di für die große Bereitschaft, die Deutsche Lufthansa AG zu unterstützen, bedankt. In dem Schreiben heben Vorstand und Gewerkschaften die Bedeutung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens hervor. „Über die akute Sicherung der Solvenz der Deutschen Lufthansa und ihrer Tochtergesellschaften hinaus, hat für uns die Zukunftsfähigkeit der Lufthansa Group für die Zeit nach der Krise allerhöchste Priorität“, heißt es in dem Brief. Sowohl die Wettbewerbs- als auch die Investitionsfähigkeit der Lufthansa müssten erhalten bleiben. So könne das gemeinsame Ziel von Arbeitgeber und Gewerkschaften erreicht werden: „Nachhaltiger Erhalt von möglichst vielen Arbeitsplätzen in den Unternehmen der Lufthansa Group.“ Den an die Bundesregierung verschickten Brief finden Sie als Anlage anbei.
  • Lufthansa Vorstand, Vereinigung Cockpit und ver.di wenden sich gemeinsam an die Bundesregierung:In einem in dieser Form seltenen, gemeinsamen Schreiben an Olaf Scholz und Peter Altmaier, haben sich heute der Lufthansa Vorstand und die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und ver.di für die große Bereitschaft, die Deutsche Lufthansa AG zu unterstützen, bedankt. In dem Schreiben heben Vorstand und Gewerkschaften die Bedeutung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens hervor. „Über die akute Sicherung der Solvenz der Deutschen Lufthansa und ihrer Tochtergesellschaften hinaus, hat für uns die Zukunftsfähigkeit der Lufthansa Group für die Zeit nach der Krise allerhöchste Priorität“, heißt es in dem Brief. Sowohl die Wettbewerbs- als auch die Investitionsfähigkeit der Lufthansa müssten erhalten bleiben. So könne das gemeinsame Ziel von Arbeitgeber und Gewerkschaften erreicht werden: „Nachhaltiger Erhalt von möglichst vielen Arbeitsplätzen in den Unternehmen der Lufthansa Group.“ Den an die Bundesregierung verschickten Brief finden Sie als Anlage anbei.
  • die Hamburg Aviation Community hat sich auch heute wieder zum regelmäßigen Online-Austausch zusammengefunden. Die Aussagen zur Ihrer Lage werden gerade von den KMU immer konkreter – und pessimistischer. Auf die Frage, inwiefern Anwesende in das DDMS (Digital Design, Manufacturing and Services) Projekt von Airbus involviert sein, der alle Divisionen und Produktlinien des Flugzeugbauers übergreifenden Mission zur Digitalisierung der Prozesse von Design bis Betrieb, antwortete ein Mitglied, dass alle Aufträge im Bereich DDMS eingestellt worden sein. Ein weiterer Vertreter eines mittelständischen Luftfahrtunternehmens fügte hinzu, dass alle Aufträge im Aviation-Bereich im Juni auslaufen würden und bis dato kein einziger neuer Auftrag hinzugekommen sei. Auch im Bereich Engineering bei Airbus stünde nichts in Aussicht, so dass man sich nun verstärkt auf neue Branchen und ein vollständig neues Business Model einstellen würde. Ein Personaldienstleister ergänzte, dass auch bei ihnen bis Ende des Jahres vermutlich keine Kunden im Bereich Luftfahrt mehr zu verzeichnen sein werden. Die TeilnehmerInnen der Runde begrüßen weiterhin das von Hamburg Aviation initiierte Format zum regelmäßigen Austausch und sprechen sich dafür aus, diesen ab jetzt alle zwei Wochen stattfinden zu lassen.
  • Airbus hat eine Initiative gestartet, die Zukunft des Flugverkehrs "nicht nur komfortabel, sondern auch sicher in Bezug auf Viren in der Kabine zu machen“, verriet der Vizepräsident für Kabinenmarketing des Unternehmens und Crystal Cabin Award Jury Mitglied, Ingo Wuggetzer. In Zusammenarbeit mit Fluggesellschaften erforsche Airbus die Anbringung antibakterieller Beschichtungen auf den Innenflächen von Flugzeugen, den Einsatz berührungsloser Technologien an Bord und die kreative Nutzung von IoT-Daten in der Kabine zur Förderung des Wohlbefindens der Passagiere. https://runwaygirlnetwork.com/2020/04/29/airbus-launches-internal-program-to-innovate-for-post-pandemic-air-travel/
  • Während die ganze Welt darauf wartet, wieder zu verreisen, ist Emirates damit beschäftigt, die größte Großraumflugzeug-Flotte der Welt darauf vorzubereiten, wieder abzuheben. https://www.flugrevue.de/zivil/widebody-grounding-wie-emirates-115-geparkte-a380-in-schuss-haelt/
  • Richard Branson, Gründer von Virgin Atlantic, sucht Investoren für seine Airline. Weder die britische Regierung noch Miteigner Delta Air Lines sind zu Finanzhilfen bereit, obwohl Branson sogar seine Privatinsel Necker Island als Sicherheit anbot. https://www.flugrevue.de/zivil/branson-sucht-investoren-virgin-atlantic-steht-zum-verkauf/?fbclid=IwAR2Kw4587uUCka9MHRAQ8mTw3kA3h_Frop4sAUTpaGB0pXbDZsGqgZ4toic
  • Fraport löst Umweltfond auf: Die Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens löst den Umweltfonds des Unternehmens aufgrund der "massiven wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise" auf. Man habe mit dem Fonds in den vergangenen Jahren über 39 Millionen Euro in mehr als tausend Umweltprojekte in der Rhein/Main-Region investiert, so Fraport. Der Schritt stimme ihn traurig, sagte Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. https://www.airliners.de/fraport-umweltfonds/55152

Mittwoch, 29. April 2020

  • Airbus legt Quartalszahlen vor: Der europäische Flugzeugbauer schließt die ersten drei Monate mit einem deutlichen Verlust von 481 Mio. Euro (1. Quartal 2019: 40 Mio. Euro Gewinn nach Steuern). Der Umsatz sank von 12,6 auf 10,6 Mrd. Euro. Insgesamt wurden im ersten Quartal 122 Auslieferungen durchgeführt, 40 weniger als im Vorjahr. Mehr als 60 Flugzeuge konnten aufgrund der Corona-Krise nicht wie geplant an Kunden ausgeliefert werden. Das Unternehmen hat sich bereits eine Kreditlinie über 15 Milliarden Euro gesichert, eine Anleihe über 2,5 Milliarden Euro ausgegeben und die Dividende gestrichen, um sich finanziell für die Krise zu rüsten. Laut Finanzchef Dominik Asam verfügte Airbus Anfang April über flüssige Mittel in Höhe von rund 30 Milliarden Euro" Wir befinden uns mitten in der schwersten Krise, die die Luftfahrtbranche jemals erlebt hat", so Konzernchef Guillaume Faury.
  • Auch Boeing legt Quartalszahlen: der US-Flugzeugbauer ist dabei noch stärker getroffen als der europäische Konkurrent und verbuchte im 1. Quartal 2020 einen Netto-Verlust von 641 Mio. USD, bei einem Umsatz von 16,9 Mrd. USD. Im 1. Quartal 2019 hatte Boeing noch einen Gewinn nach Steuern von 2,1 Mrd. Euro ausgewiesen. Die Produktionsrate der 787 Dreamliner wird bis 2022 auf 7 Flugzeuge pro Monat halbiert. Boeing kämpft neben der COVID19-Krise auch noch mit den Problemen um seinen Bestseller 737 MAX. Mehr als 300 Flugzeuge dieses Typs wurden allein in den letzten Wochen abbestellt. CEO David Calhoun bestätigte zudem, dass man den Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen plane.
  • Lufthansa verlängert Notflugplan bis 31. Mai und führt Maskenpflicht an Bord ein. Die Verlängerung des Rumpfflugplans ist eine Konsequenz der weiterhin bestehenden Reisebeschränkungen im In- und Ausland. Lediglich ab München werden vereinzelte Flüge wieder aufgenommen, zudem wird der innerdeutsche Flugverkehr ab dort verdoppelt. Die eine Mund-Nasen-Bedeckung an Bord aller Flüge der Lufthansa Group gilt ab 4. Mai. Zudem empfiehlt das Unternehmen, diese während der gesamten Reise, das heißt auch vor oder nach dem Flug am Flughafen zu tragen, wann immer der gebotene Mindestabstand nicht uneingeschränkt gewährleistet werden kann. Die Tragepflicht gilt zunächst bis zum 31.08.2020. Die derzeitige Regelung der Lufthansa Group Airlines, den Nachbarsitz in der Eco¬nomy und Premium Economy Class freizuhalten, entfällt, da durch das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung ein ausreichender Gesundheitsschutz besteht.  Aufgrund der aktuell geringen Auslastung werden dennoch Sitzplätze möglichst weiträumig über die Kabine verteilt zugewiesen.  
  • Dramatische Kündigungswellen bei den Suppliern in Washington State: Allein in der vergangenen Woche entliess Safran Cabin fast die Hälfte seiner Mitarbeiter. Eine Übersicht über laufende Kündigungs- und Abfindungswellen bei Boeing in Seattle sowie bei diversen dortigen Zulieferern findet sich hier: https://leehamnews.com/2020/04/28/boeing-announces-voluntary-layoffs-in-puget-sound/

 

Dienstag, 28. April 2020

  • In einem dramatischen Brief hat Airbus-Chef Guillaume Faury die weltweit 134.000 Mitarbeiter auf noch tiefere Einschnitte eingestimmt und von einer existenziellen Krise für den Flugzeugbauer geschrieben. „Wenn wir nicht jetzt agieren, ist das Überleben von Airbus fraglich“, so Faury in dem Schreiben. Airbus gehen langsam die liquiden Mittel zur Neige, weil die Fluggesellschaften ihre zuvor georderten Maschinen nicht mehr abnehmen oder Auslieferungen nach hinten schieben. Zudem muss Airbus wegen der deutlich gesunkenen Nachfrage die Flugzeugproduktion drastisch nach unten fahren – auch für die A320-Familie, die für das Werk auf Finkenwerder mit seinen rund 15.000 Mitarbeitern besonders wichtig ist.
  • Auch das Lufthansa-Management erwägt drastische Schritte. Im Ringen um Corona-Hilfen will Konzernchef Spohr den Branchenriesen offenbar lieber in die Insolvenz führen, als die Politik zu stark zu involvieren. „Der Luftverkehr sei zwar immer politisch gewesen, aber "es darf nie eine politisch verordnete Frage werden, ob wir von München oder von Zürich aus nach Osaka fliegen", sagte Spohr. Derweil ziehen sich die Verhandlungen über Staatshilfen für die Lufthansa und ihre Tochter Swiss weiter: Nach Informationen der dpa wird in der Bundesregierung nicht damit gerechnet, dass die bislang unverbindlichen Gespräche noch diese Woche mit einem Ergebnis beendet werden können. Das digitale Wirtschaftsmagazin "Business Insider" berichtet unter Berufung auf Unternehmenskreise, der Bund beteilige sich nach ersten Plänen mit rund neun Milliarden Euro und erhalte eine Sperrminorität sowie ein bis zwei Aufsichtsratsmandate.
  • zur Lage der Verkehrs Flughäfen: Doppel-Interview von airliners.de-Herausgeber David Haße mit dem Geschäftsführer der ADV Ralph Beisel und dem IDRF-Vorsitzenden Ralf Schmid über Rettungsschirme der Bundesländer für Flughägen, wie ihn NRW geöffnet hat, und die Gefahr von Insolvenzen am Boden. 
  • Norwegian Air meldet sich für 2020 ab. Ob es mit der Airline 2021 weitergeht, liegt in der Hand großer Gläubiger.

Montag, 27. April 2020

  • Auflösung des Boeing-Embraer Joint Ventures entwickelt sich zum Rosenkrieg: Nachdem Boeing die am Samstag erfolgte Auflösung der „Verlobung“ mit dem brasilianischen Flugzeugbauer mit Nichterfüllung der Vertragsbedingungen durch Embraer begründet hat, widersprechen diese nun vehement und kündigen ein gerichtliches Vorgehen um Schadensersatz an. Laut eigenen Angaben hat allein die interne Vorbereitung der Unternehmensreorganisation Embraer in den letzten zwei Jahren über 120 Millionen USD gekostet. Auch seien in der Zeit vor Corona zahlreiche Aufträge für Embraers E2-Regionaljet-Familie nicht zustande gekommen, da Kunden mit ihrer Bestellung auf die Umsetzung des Mergers gewartet hätten.
  • Beratungsunternehmen Kearney erwartet durch Corona 3+2 Konsolidierung im europäischen Airlinemarkt: übrig bleiben würden demnach nur die Konzerne Air France-KLM, Lufthansa Group und IAG (u.a. British Airways, Iberia) sowie Ryanair und Easyjet. "Für 2021/22 erwarten wir einen Nachholbedarf für Privatreisen, während Kürzungen bei Geschäftsreisen zu einer neuen Normalität von minus 10 bis 20 Prozent im Vergleich zur Vorkrise führen werden. Insgesamt gehen wir davon aus, dass erst 2024 oder 2025 wieder das Vorkrisenniveau erreicht wird", so Philipp Bensel, Co-Autor der Studie. Bei ihrem Szenario gehen die Experten davon aus, dass die Pandemie Anfang nächsten Jahres eingedämmt wird und die Grenzen geöffnet werden. Befragt wurden Führungskräfte und Kunden der Airline-Branche aus Deutschland, Großbritannien, den USA und Hongkong.
  • „Bluten in einem nie dagewesenen Tempo finanziell aus": mit dramatischen Worten hat sich Airbus-CEO Guillaume Faury an die eigenen Mitarbeiter gewendet, um die derzeitige Situation des Konzerns zu verdeutlichen. Auslieferungen finden derzeit kaum statt. Allein im ersten Quartal 2020 seien die Barmittel von Airbus um 6,5 Mrd. Euro geschrumpft. Faury hat bereits die Idee einer staatlichen „Abwrackprämie für Flugzeuge“ gestreut, die Airlines nach der Krise einen Umstieg auf umweltfreundliche Flugzeuge erleichtern soll. Eigene Projekte wie den hybridelektrischen E-Fan X Antrieb, in Kooperation mit Rolls-Royce, hat Airbus derweil gestoppt.

 

Samstag, 26. April 2020

  • Lufthansa will 10.000 Stellen abbauen: Dies verkündete Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr in einer internen Videobotschaft am Freitag. Nach der Krise werde Lufthansa voraussichtlich eine um 100 Flugzeuge kleinere Flotte haben. „Wir waren als erste Branche von dieser weltweiten Krise betroffen und die Luftfahrt wird mit die letzte sein, die sie verlassen wird", so Spohr, der nicht vor 2023 mit einer vollständigen Erholung rechnet. Laut Reuters soll Lufthansa allein aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes "drei bis vier Milliarden Euro" neues Eigenkapital erhalten, insgesamt möchte der Konzern aus mehreren Töpfen neun bis zehn Mrd. Euro auftreiben. Der derzeitige Börsenwert des DAX-Unternehmens beträgt nur noch ca. 3,5 Mrd. Euro. Die Lufthansa zählt – insb. aufgrund der Lufthansa Technik AG – auch in der Metropolregion Hamburg zu den größten Arbeitgebern.

 

Freitag, 24. April 2020

  • Zur Ermittlung der Situation der tief gestaffelten Luftfahrtzulieferer, die in der ganzen Bundesrepublik beheimatet sind, führte die h&z Unternehmensberatung AG in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V. (BDLI) sowie den Landesverbänden und Clustern wie Hamburg Aviation vom 6. bis 8. April 2020 die Erhebung „Studie: Auswirkungen der Corona Pandemie auf die deutsche mittelständische Luftfahrtzulieferindustrie“ durch. Die Ergebnisse liegen nun vor.So beschreiben die Ergebnisse eine dramatische Situation für mittelständisch geprägte Zulieferkette in Deutschland, bedingt durch den Zusammenbruch des weltweiten Luftverkehrs. 89 Prozent der Unternehmen rechnen mit weitreichenden, teils sogar existenzbedrohenden Folgen aus der Corona-Krise, konkrete Maßnahmen (Finanzierungshilfe für Luftfahrtzulieferer) zur Überbrückung des Krisenzeitraums seien erforderlich. Frühestens ab 2023 werde die Rückkehr zum Niveau von 2019 erwartet. www.hamburg-aviation.de/detail-ec/details/news/corona-studie-luftfahrtzulieferer-brauchen-schnell-unkomplizierte-unterstuetzung.html
  • Die Strategie-Arbeitsgruppe der von Hamburg Aviation moderierten European Aerospace Cluster Partnership EACP hat EU-Kommissar Thierry Breton eine Präsentation über die aktuelle Situation der Luft- und Raumfahrtindustrie bezüglich Covid-19 zukommen lassen. Die Arbeitsgruppe fasste zusammen, wie die EACP die Mitgliedsunternehmen aktuell unterstütze und gibt Empfehlungen aus der Perspektive der europäischen Luftfahrtcluster, wie eine konkrete Unterstützung seitens EU aussehen müsste. Sie haben Interesse an der Zusammenstellung? anna.maassen@hamburg-aviation.com
  • Die Fertigung des Boeing 787-"Dreamliners", dem Pendant zum Airbus A350XWB, soll um rund die Hälfte reduziert werden, die Zahl der wegfallenden Arbeitsplätze sei noch offen, hieß es. https://www.airliners.de/boeing-787-produktion-stellen/55012
  • United Airlines führt Maskenpflicht für Passagiere ein. Diese und weitere Maßnahmen wurden auch im heutigen, virtuellen „Hamburg Aviation Cross Check“ zum Thema Hygiene diskutiert. Simon Krasowski und Sebastian Tivig/Diehl Aviation stellten unter anderem ihr Crystal Cabin Award-Finalisten Konzept „UV Water Desinfection Unit“ vor. Comprise Tec hat bereits in der Vergangenheit bakterienfreie Handläufe für Rolltreppen entwickelt. Zu dieser Produktidee und dem Lotus-Effekt bei Materialien gab Christian Keun einen Überblick.  Ralf Möller berichtete von seiner Forschungsarbeit als Mikrobiologe im Bereich der Luft- und Raumfahrtmedizin am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), er untersucht verschiedene Methoden & Technologien zum Nachweis und zur Bekämpfung von Mikroorganismen. Für die Teilnehmer ergaben sich in der anschließenden Diskussion unter anderem Fragen wie an wen man sich zwecks Machrbar- und Anwendbarkeit wenden könne, wenn man sich als Unternehmen dazu entscheide, Produkte für den Bereich Hygiene/Desinfektion zu entwickeln.
  • Die Geschäftsführung des Heathrow Airports hat die Regierung zur Einführung von Massenkontrollen bei Gesundheitsuntersuchungen an Flughäfen aufgefordert, nachdem Kritik an Großbritanniens lockeren Grenzkontrollen laut geworden war. Dazu könnten Maßnahmen wie Temperaturkontrollen, Antikörpertests und die Verpflichtung zum Mitführen eines Gesundheitszeugnisses gehören. Heathrow verzeichnete zuletzt coronabedingt einen Passagierrückgang um rund 50 Prozent auf 3,1 Millionen Reisende. https://www.ft.com/content/6dcb86ba-70b4-487c-a649-1ef84b7bab45

Donnerstag, 23. April 2020

Mittwoch, 22. April 2020

  • US-Analysten erwarten langjährige Branchen-Krise: Das Büro Leeham News & Analysis (LNA) vergleicht dazu die COVID19-Krise mit vergangenen Krisen des Luftverkehrs, die nun allesamt in den Schatten gestellt würden. Im besten Fall, so die Prognose, würde sich die weltweite Luftfahrtindustrie bis 2024 erholen. Schlechtestenfalls wäre dies erst 2028 der Fall: https://leehamnews.com/2020/04/20/pontifications-what-shape-and-how-long-will-recovery-take/#more-33161
  • Auch die UN-Luftfahrtorganisation ICAO hat die ökonomischen Auswirkungen der Corona-Krise auf die internationale Luftfahrt untersucht, konzentriert sich dabei aber auf die kommenden zwei Quartale. Im ersten Szenario ("V-Path") ist trotz der immer pessimistischeren Botschaften des Weltluftfahrtverbands IATA, für die ICAO eine langsame Erholung von Sitzplatzkapazitäten ab Mai vorstellbar. Im zweiten Szenario ("U-Path") zieht sich der massive Einbruch der globalen Kapazitäten, der Mitte April seinen vorläufigen Tiefpunkt erreicht hat, ohne Verbesserung bis in den Juni. Daraus folgt auch im weiteren Verlauf eine verzögerte und verlangsamte Erholung. Die ausbleibenden Erträge summieren dadurch im ersten Halbjahr auf 112 Milliarden Dollar für die V-Annahme und 135 Milliarden für die U-Kurve. Weitere Informationen: https://www.airliners.de/die-zuversicht-icao-corona-iata/54926
  • Chinesischer Inlandsmarkt bleibt weiter schwach: die Entwicklung des bereits wieder geöffneten chinesischen Luftverkehrs gilt als ein Indikator für den künftigen Trend in Europa. Doch die Zahlen sind vorerst ernüchternd: Die Zahl der Fluggäste lag laut der chinesischen Luftfahrtbehörde am 21. April nur um knapp acht Prozent höher als einen Monat zuvor. Insgesamt transportierten chinesische Airlines an jenem Tag jedoch nur knapp 30 Prozent des Vorjahresniveaus.
  • Emirates rüstet alle Flugbegleiter und Flughafenmitarbeiter mit persönlicher Schutzausrüstung (PSA) aus: sie umfasst neben Masken und Handschuhen auch einen Einweg-Schutzkittel über der Uniform und ein Sicherheitsvisier. Am Flughafen Dubai und während des Fluges ist das Tragen von Handschuhen und Masken bereits für alle Reisenden obligatorisch. Thermoscanner kontrollieren zudem die Körpertemperatur aller Passagiere und Angestellten, die den Flughafen betreten. Auf dem Boden und in den Wartebereichen wurden physische Abstandsanzeiger angebracht, um Fluggästen zu helfen, beim Einchecken und Einsteigen den notwendigen Abstand einzuhalten. Die Sitzplätze an Bord von Emirates-Flügen werden den Passagieren bereits vor dem Flug fest zugeteilt, wobei zwischen einzelnen Reisenden oder Familiengruppen unter Einhaltung geltender Abstandsregeln Sitze frei bleiben. Handgepäck ist nicht erlaubt.
  • Deutsche Regionalairline LGW ist insolvent: Die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) hat heute beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen mit 15 Flugzeugen und 354 Beschäftigten soll in Eigenverwaltung weitergeführt werden. Die LGW war zuletzt mit eigenen Crews im Auftrag der Eurowings unterwegs, die in der Covid-19-Krise aber den Mietvertrag gekündigt hat. Die Mitarbeiter waren schon vor der Insolvenz in Kurzarbeit gegangen.
  • "Passenger-to-Cargo"-Umrüstungen für Transport medizinischer Güter: Lufthansa Technik hat für vier Flugzeuge der Lufthansa Ausnahmegenehmigungen (Engineering Order Specific Tailsign) für den Transport medizinischer Güter beim Luftfahrtbundesamt erwirkt, um den steigenden Bedarf nach Luftfracht in der Corona-Krise zu bedienen. Binnen jeweils 36 Stunden wurden vier Flugzeuge des Musters Airbus A330-300 mit 236 Sitzplätzen für den Frachttransport modifiziert. Zulassungskriterien für Passagierkabinen und Frachträume sich gänzlich unterschieden. So ist die strukturelle Belastungsfähigkeit eines Passagierflugzeugs geringer als bei einer Frachtmaschine. Auch besondere Feuerschutzkriterien müssen berücksichtigt werden.
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Dienstag, 21. April 2020

  • Künftig Maskenpflicht an Bord? Die deutsche Luftfahrt will Passagiere zum Tragen von Schutzmasken bringen. Das sieht ein Konzeptpapier zum Neustart des Flugverkehrs vor, das unter den Führungen deutscher Fluggesellschaften und Flughäfen abgestimmt ist und über das die FAZ berichtet. Mehr als 20 Maßnahmen sieht das Papier vor. Weitere Punkt sind bspw. die Bestätigung der eigenen Gesundheit beim Online-Check-In oder gar das Fiebermessen aller Passagiere. Ein in den Medien kolportiertes Freilassen aller Mittelsitze zählt hingegen nicht zu den Maßnahmen. https://www.faz.net/2.1690/deutsche-luftfahrt-plaediert-fuer-maskenpflicht-an-bord-16731972.html
  • Corona-Pandemie trifft auch die Engineering-Dienstleister empfindlich: das ergibt eine Befragung unter den Mitgliedern des Hamburger Verbands HECAS. So haben 61% der Arbeitskräfte mittlerweile auf Home-Office umgestellt, wobei immer noch 28% aus den eigenen Büros und 11% auf den Flächen der Kunden arbeiten. Über 470 Verträge von Arbeitnehmerüberlassung sind bereits jetzt durch die Kunden gekündigt oder unterbrochen worden. Alle HECAS-Mitgliedsunternehmen haben bereits Kurzarbeit beantragt oder wollen das kurzfristig in Anspruch nehmen. Angemahnt wurde von den befragten Unternehmen, dass die Informationspolitik der Kunden verbesserungsfähig sei. Die Unternehmen benötigten zudem eine Verkürzung der Zahlungsziele, damit sie die Krise überstehen. Bei geschätzten Umsatzeinbußen von über 40% werde man die Situation nicht alleine stemmen können.
  • Airbus testet „e-Delivery“ von Flugzeugen: Erster Kunde hierfür war die türkische Pegasus Airlines mit einer A320neo. Das neue Programm, bedingt durch die Corona-Krise, besteht aus drei Elementen: a) eine durch Airbus oder lokale Drittpartei durchgeführte technische Abnahme, b) einen elektronischen Transfer of Title und c) die Übernahme des Ferry-Flugs zum Heimatflughafen des Kunden durch Airbus.
  • Nicht mal mehr 1.000 Flüge pro Tag über Deutschland: Nur 833 Flüge zählte die europäische Flugsicherung Eurocontrol am 19. April über Deutschland. Etwa ein Jahr zuvor waren es knapp 90 Prozent mehr. Noch stärker getroffen sind Frankreich und Spanien, wo derzeit ca. 95% weniger Flüge stattfinden.

 

Montag, 20. April 2020

Sonntag, den 19. April 2020

  • Spekulation über Fusionierung von Malaysia Airlines und Air Asia: dies meldet Reuters und verweist auf Äußerungen der malaysischen Regierung. Diese versucht bereits seit Längerem, eine wirtschaftliche Perspektive für den strauchelnden staatlichen Carrier (u.a. aufgrund der zwei spektakulären Abstürze in 2014, MH370 und MH17) zu schaffen. Die COVID19-Krise bringt nun auch die heimische Billigairline Air Asia in Schieflage. Air Asia gilt als internationaler „Shooting Star“ im LCC-Geschäft und ist bislang im Privatbesitz – darüber hinaus zählt die Airline weltweit zu den wichtigsten Airbus-Kunden, mit noch ausstehenden Auslieferungen von ca. 400(!) Flugzeugen der A320neo-Familie (50% davon kämen aus Hamburg), sowie einer Mammut-Bestellung von 100 A330neo für die Langstrecken-Schwestergesellschaft Air Asia X.
  • Airbus parkt Flugzeuge nun auch in Erfurt: da insbesondere an chinesische Airlines derzeit keine Flugzeuge ausgeliefert werden können, werden neue Airbus-Flugzeuge nun von Finkenwerder zum Abstellen nach Erfurt geflogen. Insgesamt 16 Flugzeuge kann der Flughafen der thüringischen Landeshauptstadt aufnehmen. Zuvor wurden bereits 16 werksneue Flugzeuge in Rostock-Laage abgestellt.
  • Österreich schließt Teilverstaatlichung von Austrian Airlines nicht aus. So äußerte sich der Staatssekretär im österreichischen Infrastrukturministerium, Magnus Brunner, gegenüber dem „Standard“. Laut Insidern soll Austrian in der Covid-19-Krise bis zu 800 Millionen Euro an Staatshilfen benötigen. In der kommenden Wochen sollen Verhandlungen zwischen der österreichischen Regierung und der Konzernmutter Lufthansa stattfinden, um die zukünftige Rolle der österreichischen Airline zu klären.

 

Samstag, 18. April 2020

  • Im Gespräch mit dem SPIEGEL warnt Airbus Chef Guillaume Faury neuen steuerlichen Belastungen für Fluggesellschaften wie etwa die Anhebung der Luftverkehrsabgabe, die Deutschland aus Klimaschutzgründen beschlossen hat. Der Chef des deutsch-französischen Luftfahrtkonzerns schlägt stattdessen wegen der Coronakrise ein Förderprogramm für Airlines vor. https://www.spiegel.de/thema/guillaume_faury/
  • Airbus prüft nach eigener Auskunft derzeit eine Reihe von Anfragen, anstehende Flugzeugauslieferungen zu verschieben. Man suche nach Lösungen von Fall zu Fall und Flugzeug zu Flugzeug. Eine Prognose für Auslieferungsanzahl 2020 wird es weiter nicht geben. https://www.airliners.de/viele-airbus-kunden-auslieferungen/54895
  • Boeing büßt in der Corona-Krise immer mehr Bestellungen die 737 Max ein. Die Flugzeugleasing-Sparte des US-Industriekonzerns General Electrics, GE Capital Aviation Services, gab nun die Stornierung von 69 der Maschinen bekannt. https://www.businessinsider.com/ge-aircraft-leasing-unit-cancels-69-737-max-orders-2020-4
  • Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr mit Viren in der Flugzeugkabine wirklich? Alles eine Frage der richtigen Filter im Belüftungssystem sagt die WHO. Die Easa ist sich nicht ganz so sicher und empfiehlt, generell weniger Luft zu filtern. Hygiene ist das auch das Thema des ersten virtuellen “Hamburg Aviation Crosscheck”, zu dem in Kürze eingeladen wird. https://www.airliners.de/diskussionen-mittelsitze-social-distancing-bord/54863

Freitag, 17. April 2020

  • Analyse: Die Luftfahrt-Zulieferindustrie stand schon vor Covid-19 unter Druck - jetzt steht sie vor den größten Herausforderungen der letzten Jahrzehnte, Kostensenkungen und Übernahmen sind wahrscheinlich. https://www.airliners.de/luftfahrtindustrie-kostensenkungen-uebernahmen-analyse/54857
  • Auch Airbus und die Folgen der Corona-Krise werden parallel von airliners.de analysiert: https://www.airliners.de/airbus-folgen-corona-krise/54861
  • Boeing nimmt Produktion in Washington State am 21. April sukzessive wieder auf. Dabei handelt es sich vor allem um die Endlinien in Everett (Großraumflugzeuge) sowie Renton (737 MAX). In letzterer wird jedoch auch weiterhin keine Endfertigung stattfinden, solange keine Neuzulassung des Flugzeugmusters von Seiten der Behörden stattgefunden hat. Der Produktionsneustart findet unter verschärften Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen statt. Boeing-Angestellte, die ihre Tätigkeit auch von zuhause wahrnehmen können, werden gebeten, dies weiterhin zu tun.
  • Lufthansa kürzt Rumpfflugplan noch weiter zusammen und verlängert diesen bis 17. Mai: unter anderem wird auch die verbliebene Verbindung nach Montreal nun gestrichen. Damit gibt es nunmehr nur noch 15 wöchentliche Langstreckenverbindungen, die für Passagierbuchungen geöffnet sind.
  • Das Hamburg Aviation Mitglied Beagle Systems aus Winterhude stellt eigentlich Drohnen im 3D-Druck-Verfahren her. Nun hat man kurzfristig angefangen, auch Gesichtsschilden sowie Aufsätze für Türgriffe, damit man diese leichter mit dem Unterarm öffnen kann und die Klinke nicht berührt, zu produzieren. Die vollständige Geschichte hier: https://www.hamburg-aviation.de/detail/details/news/wir-stellen-unsere-drucker-zur-verfuegung.html
  • Branche diskutiert über Social Distancing im Flugzeug: während die bestehenden Luftfiltersysteme in Verkehrsflugzeugen kein wirkliches Risiko einer Ansteckung an Bord bieten sollten, stellt sich vor allem die Frage, ob Mittelsitze künftig freibleiben sollten. Social Distancing Richtlinien stünden damit im Konflikt zur Wirtschaftlichkeit des Flugbetriebs. Mit den langfristigen Auswirkungen von Corona auf Flugzeugkabine und Flughäfen beschäftigt sich auch die jüngste Folge des Aviation Network Podcast mit der Hamburger Designagentur zweigrad: https://bit.ly/34I5PJq

 

Donnerstag, 16. April 2020

Mittwoch, 15. April 2020

  • Lufthansa stoppt Bordmagazine auf unbestimmte Zeit: Die Airline hat wegen der Corona-Krise die Produktion und die Auslieferung aller Kundenmagazine vorübergehend gestoppt. Dazu gehören das Lufthansa Bordmagazin, Lufthansa Exclusive sowie die Womans World. Das Lufthansa Magazin spielt mit einer Quartalsauflage von über 500.000 reichweitenseitig in einer Liga mit Titeln wie stern oder Brigitte. Produziert werden die Titel in Hamburg bei der Gruner+Jahr-Tochter Territory.
  • Wie geht es weiter mit Condor? Der Ferienflieger wird nach der Übernahme-Absage der polnischen Airlinegruppe PGL laut eigener Aussage womöglich künftig von einem staatlich bestimmten Treuhänder geführt. Eine teilweise Verstaatlichung, die ebenfalls im Raum steht, hält Condor entgegen entsprechender Spekulationen im derzeitigen "Vakuum" aber für unwahrscheinlich. Das Bundeswirtschaftsministerium hält sich dazu offiziell bedeckt. Mit Hinweis auf das noch laufende Schutzschirmverfahren für Condor möchte man den Vorgang nicht kommentieren. Ursprünglich hätte die Airline dieses am heutigen Mittwoch verlassen sollen.
  • Zehn US-Airlines nehmen Staatshilfe in Anspruch: Mit einer Mischung aus Fördermitteln und Krediten soll vor allem der Großteil der Gehälter der Beschäftigten weitergezahlt werden, um Entlassungen zu vermeiden. Medienberichten zufolge geht es dabei insgesamt um rund 25 Milliarden US-Dollar. Unter den Empfängern der Bundesmittel befinden sich alle großen Airlines des Landes.
  • Emirates führt COVID-19-Schnelltest für Passagiere vor Abflug in Dubai durch. Ein Blut-Schnelltest, bei dem die Ergebnisse bereits innerhalb von zehn Minuten vorliegen, wurde zusammen mit der Gesundheitsbehörde des Emirats Dubai für Passagiere im Check-in-Bereich des Dubai International Airport ausgeführt. Getestet wurde das Verfahren bei Passagieren für einen Flug nach Tunesien. Die Fluggesellschaft plant die Testkapazitäten in Zukunft zu erweitern und auf weitere Flüge auszudehnen.
  • Wer fliegt jetzt noch? Die Los Angeles Times berichtet am Beispiel des US-amerikanischen Inlandsmarkts: https://www.latimes.com/business/story/2020-04-15/flying-during-coronavirus-is-nothing-like-it-used-to-be-whos-doing-it

Dienstag, 14. April 2020

  • das Hamburger Abendblatt fasst zusammen, was die Corona-Krise für den Flugverkehr bedeutet. Veröffentlicht werden hier unter anderem die Einschätzung der schweizerischen UBS Bank. Die UBS-Analysten sehen Airbus im Vergleich zu Boeing im Hinblick auf die veränderten Bedingungen als besser positioniert an: Airbus habe im Gegensatz zu Boeing mit der modernen A220-Reihe einen kleinen Kurz- und Mittelstreckenjet für höchstens 150 Passagiere im Programm, was günstig sei, weil die Abschwächung des Luftverkehrs vor allem die relativ kurzen Strecken innerhalb Europas, der USA und Chinas betreffe. Zudem biete Airbus aber auch kleine Maschinen an, die längere Reichweiten erreichten: https://www.abendblatt.de/wirtschaft/article228902183/luftfahrt-hamburg-airport-flughafen-reise-passagiere-strornierungen-corona-virus-infektion-covid-19-coronavirus-krise.html
  • die vom Abendblatt zusammengefasste Einschätzung der IATA wird aktuell in einem Media Briefing der Organisation aktualisiert. So stellt sich heraus, dass der weltweite Flugbetrieb weiter zurückgegangen sei als erwartet, nämlich um 80% und nicht um 65%. "Es ist jetzt absolut entscheidend, dass die Regierungen den Luftverkehr in den Mittelpunkt ihrer Pläne setzen" sagt IATA CEO Alexandre de Juniac. IATA-Chefvolkswirt Brian Pearce: "Die Ökonomen sind in Bezug auf die Weltwirtschaft viel pessimistischer geworden. Das wirkt sich auf die Geschwindigkeit aus, mit der der Flugverkehr in der zweiten Jahreshälfte zurückkehren wird. Arbeitsplätze werden verloren gehen, das Vertrauen wird abnehmen." Sieht die IATA in der kurzfristigen Ankurbelung des Frachtverkehrs eine Lösung für die finanziellen Probleme der Fluggesellschaften? Pearce: "Ich befürchte, dass die für das zweite Quartal vorhergesagte Rezession zu einem Einbruch der Nachfrage nach Cargo führen wird". www.iata.org/en/pressroom/speeches/2020-04-14-01/
  • Konzernchef Guillaume Faury plädiert dafür, so schnell wie möglich den Lockdown zu beenden. Das gehe, ohne den Kampf gegen Corona zu vernachlässigen. Staatliche Hilfen schließe der Konzernchef weiterhin aus, die Liquidität sei gesichert. Kurzarbeit muss das Unternehmen aber in Anspruch nehmen. https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/flugzeugbranche-airbus-ceo-faury-das-tempo-des-niedergangs-ist-ohne-beispiel/25730158.html?ticket=ST-4273592-Leb4eXjIgbrfpU2Rkh2v-ap1
  • Qantas baut neue Kabinen in ihre A380 ein. Bis die größten Flieger der Flotte nach der Corona-Krise wieder fliegen, könnte es noch anderthalb Jahre dauern. https://www.dmm.travel/nc/news/qantas-langstreckenfluege-wieder-ab-2022/
  • Die polnische Fluglinie Lot verzichtet auf den geplanten Kauf des Ferienfliegers Condor. Die Verhandlungen mit dem Bund laufen, ein bestimmtes Modell scheint bereits der Favorit zu sein. Die Gewerkschaften fordern derweil schnelle Hilfen.  https://www.airliners.de/pgl-mutter-condor-kauf/54800

Ostermontag, 13. April 2020

  • Airbus verwirft vorerst Pläne für eine A321-Endlinie in Toulouse: "Unsere Pläne (…) sind pausiert", so ein Airbus-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Wenn wir absehen können, dass die Raten wieder anziehen, greifen wir die Pläne wieder auf." Airbus produziert die A321neo derzeit ausschließlich in Hamburg und Mobile, erst vor zehn Wochen hatte der Hersteller die Errichtung einer weiteren Linie in zuvor für die A380 genutzen Hallen in Toulouse beschlossen - 2022 sollten dort die ersten Flugzeuge produziert werden. Von der A321neo wird es auch eine Langstreckenversion, A321XLR, geben.
  • Roland Berger errechnet Szenarien für die Auswirkungen der COVID19-Krise auf die Luftfahrtindustrie: hierbei wird zwischen einem „Rebound“ („V-Szenario“; Flugpläne normalisieren sich zum Winterflugplan 2020), einer „Delayed Curve“ („U-Szenario“; Flugpläne normalisieren sich zum Sommerflugplan 2021) und einer „Recession“ („L-Szenario“; Flugpläne normalisieren sich zum Winterflugplan 2021) unterschieden. Ein langfristiges Wiedererreichen der Vorkrisen-Passagierzahlen würde nur im ersten Szenario erfolgen. Im schlechtesten Falle (Rezession) würde die Luftfahrtindustrie nur 80 Prozent der Passagierzahlen wieder erreichen. Statt 21.760 neuer Verkehrsflugzeuge bis 2030 würden dann weltweit nur noch etwas mehr als die Hälfte in den nächsten zehn Jahren benötigt, was mit massiven Umwälzungen und Konsolidierungsaktivitäten (auch vertikaler Art) in der Zulieferkette einherginge. Den ausführlichen Report finden Sie hier: https://www.rolandberger.com/en/Point-of-View/COVID-19-How-we-will-need-to-rethink-the-aerospace-industry.html
  • Gebuchte vs. gezählte Passagiere in Zeiten von Corona: 83 Fluggäste waren für den Morgen des Karsamstag auf Air New Zealand Flug 946 von Auckland nach Avarua auf den Cook-Inseln gebucht. Zum Check-In am Flughafen erschien dann aber niemand. Der Flug hob trotzdem ab, da man für den Rückweg nach Auckland zumindest etwas Fracht zu transportieren hatte. Die Anekdote wurde vom Management des neuseeländischen Flag-Carriers öffentlich geteilt und zeigt eindrucksvoll die derzeitigen Probleme der Flugplanungen auf der ganzen Welt.
  • Air France KLM erwartet weitestgehenden Geschäftsausfall bis Ende Mai: dementsprechend hat der französisch-niederländische Airline-Konzern in der Flugplanung reagiert und wird bis dahin 90 Prozent seiner ursprünglich geplanten Flüge aussetzen. AF-KLM verliert in der derzeitigen Situation ca. 25 Millionen Euro pro Tag; ähnliche Zahlen kommen von der Lufthansa Group. Der französische Staat hat bereits angedeutet, seine Airline notfalls verstaatlichen zu wollen.
  • Hamburg Aviation via Skype zu Gast im AirTalk mit NDR-Moderator Christopher Scheffelmeier, um über die Auswirkungen der COVID19-Krise auf die Luftfahrtindustrie und insbesondere den Standort Hamburg zu sprechen: https://www.youtube.com/watch?v=6AwagmRftYY

Ostersonntag, 12. April 2020

Samstag, 11. April 2020

  • Der Weltluftfahrtverband IATA rechnet aufgrund der andauernden Corona-Krise mit einem Jobverlust 25 Millionen Arbeitsplätzen in der Luftfahrtindustrie, davon 5,6 Millionen in Europa. Zudem wird prognostiziert, dass Passagier-Airlines in 2020 einen Umsatzeinbruch von 44 Prozent im Vergleich zu 2019 sehen werden. Die IATA-Meldung im Wortlaut: https://www.iata.org/en/pressroom/pr/2020-04-07-02/
  • Airlines droht ein Innovations-Rückfall: die mahnenden Worte wurden jüngst auf einer Online-Konferenz von Christoph Müller (u.a. ex-CEO Aer Lingus und Malaysia Airlines) geäußert. Die Industrie sei auf dem Sprung in die nächste Stufe gewesen bei der Digitalisierung von Vertrieb und Flugbetrieb. Das würde jetzt „abgewürgt“, weil die dafür nötigen Mittel für die mittelfristige Zukunft nicht mehr zur Verfügung stünden. Airlines könnten damit wieder hinter andere Branchen wie Banken oder Onlinehandel zurückfallen. Der vollständige Artikel: https://www.aero.de/news/Der-Airline-Branche-droht-ein-Innovations-Rueckfall.html
  • Flughafen Wuhan öffnet nach 76 Tagen wieder für Passagiere: die Landung eines Xiamen Airlines Fluges aus Hangzhou markierte am Freitag die Wiederöffnung des Airports in der chinesischen Millionenstadt. Vorerst wird jedoch nur ein Teil des Inlandsflugverkehrs wieder anlaufen. Vor der Corona-Krise wurde Wuhan auch aus Europa nonstop angeflogen, beispielsweise von Air France.
  • Boeing baut wegen der Auswirkungen der Covid-19-Krise Stellen ab - im Konzern steht offenbar jeder zehnte Job auf der Kippe. Der Personalabbau werde in erster Linie das zivile Geschäft betreffen und soll über Abfindungen, Frühpensionierungen und notfalls auch Kündigungen umgesetzt werden, meldet das Wall Street Journal

Karfreitag, 10. April 2020

Donnerstag, 09. April 2020

  • Airbus reduziert Produktionsrate bei allen zivilen Flugzeugfamilien auf unbestimmte Zeit; auch Hamburg betroffen: in Finkenwerder wird die Produktion der A320-Familie drastisch von 30 auf 20 Flugzeuge pro Monat gedrosselt. Noch stärker betroffen sind die Endlinien für Langstreckenflugzeuge in Toulouse. Von der A330neo werden künftig nur noch zwei monatlich gefertigt, von der A350 sechs Exemplare. An Standorten wie Mobile (USA) und im Airbus-Werk Bremen ruht die Produktion bereits vorrübergehend ganz.
  • Hamburgs kanadische Luftfahrt-Partnerregion Québec unterstützt kleine und mittlere Unternehmen in der Corona-Krise mit 150 Millionen Kanadischen Dollar Soforthilfe. Weitere 100 Millionen Dollar werden als Rückerstattungssumme für Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen reserviert.
  • Unter Koordination von CTC in Stade sind weit über 3000 3D-gedruckte „Face Shield“-Rahmen per LKW auf den Weg nach Getafe / Madrid gegangen. An der Produktion waren unterschiedliche Partner der Hamburg Aviation Community beteiligt, darunter auch Spitzner Engineers und das Airbus Protospace Team im ZAL. https://www.sat1regional.de/airbus-werk-in-stade-produziert-schutzmasken-fuer-spanien/
  • Lufthansa verliert eine Million Euro stündlich: Die Airline befördert statt täglich 350 000 Fluggästen derzeit weniger als 3000, so Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr in einer Videobotschaft an die eigenen Mitarbeiter. Die Pandemie bedeute für den Konzern "die größte Herausforderung unserer Geschichte. Lufthansa könne zwar der Krise mit finanziellen Reserven von mehr als vier Milliarden Euro gegenübertreten, allerdings verzeichne der Konzern nur noch einen "Bruchteil der Einnahmen". Deshalb sei absehbar, dass das Unternehmen die Krise nur mit staatlicher Unterstützung überstehen werde. Auch im Top-Management wird konsolidiert: die Position des aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Finanzvorstands Ulrik Svensson wird nicht wieder besetzt, stattdessen wird das Ressort IT, Digital und Innovation unter der Führung von Thorsten Dirks "um wesentliche Teile des Finanzressorts erweitert und in Digital und Finanzwesen umbenannt". Weitere Teile werden dem Ressort Personal und Recht unter Michael Niggemann sowie dem Ressort Customer & Corporate Responsibility von Christina Foerster zugeordnet.
  • 99% weniger Flüge am Hamburg Airport: In Folge 3 des Aviation Network Podcast illustriert Johannes Scharnberg, Leiter Strategie, Politik und Umwelt am Hamburg Airport, im Gespräch mit den Moderatoren Lukas Kaestner (Hamburg Aviation) und Nils Stoll (Krüger Aviation/Hanse-Aerospace), die derzeitige Lage vor Ort und gibt eine Einschätzung, wie die COVID19-Krise den Luftverkehr nachhaltig verändern könnte. Derzeit verzeichnet Deutschlands fünftgrößter Flughafen nur noch 250 Passagiere am Tag.

Mittwoch, 08. April 2020

  • Die Lufthansa Technik AG hat gestern am späten Nachmittag für rund 12.000 Beschäftigte in Deutschland Kurzarbeit bis Ende August vereinbart. Eine entsprechende Betriebsvereinbarung sei abgeschlossen worden, teilte die Lufthansa-Tochter mit. Der Umfang der Kurzarbeit könne je nach Arbeitsausfall bis zu 100 Prozent betragen. Mit dem Ende der Germanwings, Flugzeugstillegungen und einer generellen Verschlankung der Flugbetriebe will sich die Lufthansa Group derweil für die Zeit nach der Corona-Pandemie neu aufstellen. https://www.airliners.de/lufthansa-schrumpfungspaket-germanwings-aus/54745
  • Die tfc tools for composite GmbH hat mit der Produktion eines Gesichtsschutzes begonnen. Dieser Gesichtsschutz kann von Produktionsmitarbeitern verwendet werden, wenn ein entsprechender Abstand nicht immer gegeben ist. Der Gesichtsschutz wird als Kit geliefert und vor Ort zusammengesetzt. Dazu gibt es eine Videoanleitung, welche die tfc GmbH bei Bestellung zur Verfügung stellt. Das Hanse Aerospace-Mitglied lädt explizit Senioren- oder Pflegeheimen hat, das Angebot in Anspruch zu nehmen. https://www.tools-for-composite.de/
  • Der Sommerurlaub wird nach Überzeugung von Ärztepräsident Klaus Reinhardt in Deutschland noch mit massiven Einschränkungen verbunden sein. "Ich glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer schon wieder Urlaubsreisen machen können", sagte der Präsident der Bundesärztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Selbst bei einer schrittweisen Rückkehr in den Alltag werde die Pandemie das Land noch bis zum Sommer beschäftigen. "Darum glaube ich, dieser Sommer wird anders. Wir werden wohl nicht wie gewohnt ins Auto, in den Zug oder ins Flugzeug steigen und in die Ferien fahren." https://www.ndr.de/nachrichten/info/Coronavirus-Live-Ticker-Die-Lage-im-Norden,coronaliveticker188.html
  • Lichtblicke: Airbus hat für die A330-800 die Etops-180-Zertifizierung der Easa erhalten. Damit können die Flugzeuge auf Strecken eingesetzt werden, bei denen der nächste Flughafen in bis zu 180 Minuten Entfernung liegt https://www.airliners.de/a330-800-etops-180-zertifizierung/54753

Dienstag, 07. April 2020

  • Airbus stoppt Produktion und Montage in Stade bis einschließlich Ende der Woche. An dem Standort mit CFK-Schwerpunkt werden vor allem Leitwerke und Flügelschalen für die A350 hergestellt. Noch stärker betroffen ist das Werk in Bremen: hier wird die Produktion bis zum 27. April eingestellt. Ebenfalls betroffen ist das Werk in Mobile im US-Bundesstaat Alabama, wo die A220 und A320 Familien endgefertigt werden. Dort wird die Produktion vorerst bis zum 29. April unterbrochen. Für die A320-Produktion wird das Werk in Mobile aus Finkenwerder mit Teilen beliefert.
  • Die Corona-Krise hat mit der schwedischen Regionalairline Braathens ein weiteres Opfer auf Fluglinienseite gefordert. Braathens‘ Schwerpunkt lag vor allem im innerschwedischen Personenverkehr.
  • Boeing stellt auch die Produktion der 787 am Werk in Charleston (Bundesstaat South Carolina) auf unbestimmte Zeit ein. Damit findet nunmehr in keiner Endlinie des US-Flugzeugbauers eine reguläre Fertigung statt.
  • Lufthansa schickt A380 nach Neuseeland: zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte fliegt Lufthansa in diesen Tagen Neuseeland an, um deutsche Staatsangehörige nach Hause zu fliegen. Dabei kommt neben fünf Flugzeugen vom Typ Boeing 747 auch fünf Airbus A380 zum Einsatz, von denen der Erste gestern in Auckland landete. Der Rückflug nach Frankfurt erfolgt mit Tankstopp in Bangkok.

Montag, 06. April 2020

  • Gemeinsame Branchen-Umfrage startet: im Zuge der Corona-Krise führt der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) mit Unterstützung der h&z Unternehmensberatung eine bundesweite und flächendeckende Umfrage in der deutschen Zulieferindustrie, mit besonderem Fokus auf den Mittelstand, durch. Hamburg Aviation unterstützt die Maßnahme und leitet den Fragebogen derzeit in seinen Mitgliederkreis weiter. Ziel der Befragung ist es, die Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise auf die Branche und die aktuelle Sicht der Unternehmen, Ihre Einschätzungen und Erwartungen, zu erfassen. Aus den Ergebnissen werden dann unmittelbar der Status Quo und die dringendsten Herausforderungen abgeleitet werden, um mit der Politik – auf Landes- und Bundesebene – geeignete, übergreifende Lösungsmaßnahmen zu erarbeiten.
  • Auswirkungen der COVID19-Krise auf Flugzeugbauer: laut den Analysten des Branchendienstes Leeham News könnte Boeing langfristig am stärksten von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sein. Doch auch für Airbus wird in den nächsten Jahren eine düstere Prognose gestellt. Am gefährdetsten sei das A330neo-Programm, dessen größter Kunde die malaysische Billigairline Air Asia X ist. https://leehamnews.com/2020/04/06/pontifications-assessing-the-impact-of-covid-19-todays-take/
  • US-Flugzeugbauer Boeing hat angekündigt, den Produktions-Stopp in den Werken im Bundesstaat Washington auf unbestimmte Zeit zu verlängern. Im dortigen Großraum Seattle findet der Großteil der Fertigungsaktivitäten mit zehntausenden Mitarbeitern statt. Bei Airbus ruht die Produktion in Spanien, nachdem die dortige Regierung einen Shutdown für sämtliche nicht systemrelevanten Industrieaktivitäten verhängt hat. Unter anderem fertigt Airbus im besonders von COVID-19 getroffenen Madrider Vorort Getafe Ruderelemente für die Verkehrsflugzeugfamilien.

Sonntag, 05. April 2020

Samstag, 04. April 2020

  • Bund und Lufthansa verhandeln intensiv über Staatsbeteiligung: Die Gespräche sollen möglicherweise bereits in der kommenden Woche abgeschlossen werden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfahren hat. Lufthansa bestätigte Verhandlungen über verschiedene Beteiligungsformen des Staates. Man sei im engen Austausch mit allen Regierungen im Heimatmarkt und anderen Stellen wie der staatlichen KfW-Bank. Die Lufthansa ist seit 1997 vollständig privatisiert, derzeit sind 87.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Konzern-Töchter wie Austrian oder Brussels Airlines haben ihren Flugbetrieb derzeit vollständig eingestellt.
  • Langfristige Auswirkungen von COVID19 auf die Luftverkehrsbranche: das britische Branchenmedium Future Travel Experience hat eine Analyse veröffentlicht, mit welchen Maßnahmen Reisende an Flughäfen und in Flugzeugen künftig konfrontiert werden könnten.
  • Reisestopp gefährdet Wiederzulassung der Boeing 737 MAX: Insbesondere Mitarbeiter ausländischer Zulassungsbehörden können in der derzeitigen Lage nicht länger in die USA reisen, um geplante technische Abnahmen und Termine bei Boeing wahrzunehmen. Auch die US-amerikanische Zulassungsbehörde FAA ist derzeit mit völlig neuen und zeitkritischen Fragestellungen für eine sichere Durchführung des Luftverkehrs in Zeiten von Corona beschäftigt, die das Tagesgeschäft der Beamten „auf den Kopf“ gestellt haben. Eine Wiederzulassung des Boeing-Musters könnte sich so auf unbestimmte Zeit hinauszögern.
  • Historischer Einbruch des Luftverkehrs im Inforgramm: die Auswertung des schwedischen Branchendienstes Flightradar24 zeigt eindrücklich den Einbruch der weltweit gemessenen Flugbewegungen im Vergleich zu den Daten der Vorjahre.

Freitag, 03. April 2020

  • Die von Lufthansa Technik initiierte Independent Aircraft Modifier Alliance IAMA hat zu COVID-19 ein virtuelles Think Tank-Programm eingerichtet, um sicherzustellen, dass die Flotten für eine sichere Reaktivierung und die Wiederinbetriebnahme vorbereitet sind. Zusätzlich zum virtuellen Think Tank werde eine stetig aktualisierte Liste von krisenbezogenen Produkten und Dienstleistungen aus der Branche zur Verfügung gestellt. https://members.iamalliance.aero/#/members/1170/view
  • Airbus prüft infolge der Coronakrise zufolge eine umfangreiche Kürzung seiner Flugzeugproduktion. Im Raum steht demnach eine Halbierung der monatlichen Fertigungsrate von 60 Maschinen der A320-Familie für ein oder zwei Quartale. Airbus dementiere den Bericht nicht. https://www.airliners.de/airbus-halbierung-a320-produktion-herbst/54689
  • Covid-19 zwingt den Luftfahrtstandort zum Umdenken. Aber eine solche Krise bringt uns auch näher zusammen! Mit unserer neuen Vernetzungsplattform auf MS Teams bieten Ihnen HCAT+ als Koordinator des Projektes DigiNet.Air und Hamburg Aviation einen Ort für Ihren Austausch rund um Corona. Der Hanse-Aerospace e.V und HECAS sind hier ebenfalls vertreten und stehen Ihnen bei Rückfragen zur Verfügung. Sie möchten Zugang zur Plattform erhalten? Dann antworten Sie uns einfach kurz auf diese Email und Sie erhalten eine Einladung. Tipp: Wenn Sie bereits MS Teams nutzen, empfehlen wir, auch die dafür verwendete Email-Adresse für unsere Plattform zu nutzen. Sie haben eine Frage zur Anmeldung? thomas.grevehcatplus.de / julia.grosserhamburg-aviation.com
  • Thomas Cook Aviation ist pleite. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" hat die Fluglinie mit Sitz im hessischen Oberursel Insolvenz angemeldet. Thomas Cook Aviation war zuletzt mit sechs Maschinen der Typen Airbus A320 und A321 im Auftrag von Condor ab Düsseldorf und Leipzig/Halle unterwegs und flog vor allem Ziele im Mittelmeerraum an. https://www.airliners.de/thomas-cook-aviation-pleite-insolvenz-fluggesellschaft/54642

Donnerstag, 02. April 2020

  • Aircraft Interiors Expo 2020 nun endgültig abgesagt: die weltgrößte Messe für Flugzeugkabinen und Bordprodukte hätte ursprünglich heute in Hamburg zuende gehen sollen. Aufgrund der weiterhin sehr kritischen und unüberschaubaren Lage hat sich der britische Veranstalter Reed Exhibitions nun entschieden, nicht auf einen Alternativtermin auszuweichen, sondern die Veranstaltung (inkl. der Passenger Experience Conference und der World Travel Catering & Onboard Services Expo) in 2020 vollständig zu pausieren. Die nächste Aircraft Interiors Expo findet nunmehr vom 12. bis 15. April 2021 in den Hamburger Messehallen statt. Für das weitere Vorgehen beim von Hamburg Aviation initiierten Crystal Cabin Award, der ursprünglich am Dienstagabend in acht Kategorien hätte feierlich verliehen werden sollen, werden derzeit im internen Kreis noch unterschiedliche Szenarien diskutiert.
  • Lufthansa Group verlängert Not-Flugplan bis 3. Mai: ursprünglich war dieser nur bis zum 19. bzw. 24. April geplant. Auch der sogenannte Rückkehrer-Flugplan wird in diesem Zuge bis 3. Mai verlängert. Seit 13. März haben die Konzern-Airlines auf bisher über 300 Sonderflügen rund 60.000 Urlauber zurück in ihre Heimatländer Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien geflogen. Rund 45 weitere Flüge sind bereits jetzt in Vorbereitung. Ergänzend zu den regulären Frachtflügen hat die Lufthansa Group bereits 22 reine Cargo-Sonderflüge mit Hilfsgütern an Bord durchgeführt. Weitere 34 Cargo-Sonderflüge sind bereits geplant. Der Flugplan für die „notwendige Grundversorgung“ der Lufthansa beinhaltet insgesamt 18 wöchentliche Langstreckenverbindungen ab Frankfurt: jeweils dreimal wöchentlich nach Newark und Chicago, Montreal, Sao Paulo, Bangkok und Tokio.
  • Folge 2 des netzwerkübergreifenden Aviation Network Podcast aus Hamburg ist nun online: Thomas Seidel von der Kanzlei Copy And Right steht darin Frage und Antwort zu den aktuell drängenden Themen der Luftfahrt-Community: Ab wann kann ich Kurzarbeit anmelden? Was muss ich beachten? Wie hat sich die Rechtslage seit Corona verändert? Den Aviation Network Podcast hören Sie kostenlos auf Podcast.de, auf iTunes (Apple Podcasts) und auf Spotify.
  • Wo sind die Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge von Lufthansa derzeit geparkt? Nicht nur in Frankfurt und München, sondern teilweise auch in Nordholz bei Cuxhaven, wie diese Auflistung zeigt.
  • Bilderstrecke: Transport von Intensivpatienten aus dem italienischen Bergamo nach Hamburg den einen Airbus A310 "Medevac" der Bundeswehr

Mittwoch, 1. April 2020

  • Stichwort Liquidität: Hamburg Aviation erreichte folgender Erfahrungsbericht eines mittelständischen Mitgliedsunternehmens: Zur Deckung des kurzfristigen Liquiditätsbedarf sei man dem Angebot eines KfW Kredits gefolgt. Bei der KfW können die jetzt so wichtigen Betriebsmittel von KMU mit 90 Prozent Haftungsfreistellung finanziert werden, die 10 % Eigenrisiko führe jedoch zu einer umfangreichen Prüfung, die auch durch Anfrage der Hausbank nicht zu verkürzen sei - selbst, wenn in anderen Zusammenhängen bereits eine Kreditwürdigkeit bestätigt worden war. Da das KMU international agiere, sei die Prüfung entsprechend umfangreicher und dauere nun schon mehr als zwei Wochen. Als Zulieferer arbeite das Unternehmen mit einer relativ geringen Marge, der Liquiditätsbedarf sei gleichzeitig hoch, da Kunden nun auch ihr Zahlungsverhalten änderten (Vorkasse, Zahlung stunden etc.). Eine Herausforderung, der sich aktuell einige Unternehmen ausgesetzt sehen.
  • Die Deutsche Lufthansa AG will in der Corona-Krise rund zwei Drittel seiner weltweit Beschäftigten in die Kurzarbeit schicken. Ein Unternehmenssprecher bestätigte in Frankfurt, dass die Sozialleistung in verschiedenen Ländern für insgesamt 87 000 Mitarbeiter beantragt worden ist. Je nach Gesellschaft und Unternehmensteil gelten die Kurzarbeitsregelungen teils rückwirkend vom 1. März an, in der Masse aber ab April. Eine Einigung mit Piloten steht weiter aus. https://www.airliners.de/lufthansa-87-000-angestellte-kurzarbeit/54606
  • Die Info-Seite zu Corona von Hamburg Aviation und damit auch alle Status-News vom Luftfahrtstandort Hamburg der letzten Tage hat es in den Ticker von airliners.de geschafft: https://www.airliners.de/hamburg-aviation-krise/54582

Dienstag, 31. März 2020

  • Young Talents on the Ground: Angesichts der COVID19-Lage setzen Airbus und Lufthansa Technik derzeit ihre Werkstudenten in großen Zahlen frei bzw. geben an, dass es keine Folgebeschäftigung geben wird. Viele Studierende stellt dies vor hohe finanzielle Hürden, da sie mit ihren Beschäftigungen ihren Lebensunterhalt mit bestreiten und sich für staatlichen Lösungen wie Kurzarbeitergeld und Soforthilfen nicht qualifizieren. Der Luftfahrtindustrie könnten im Gegenzug im Zuge der Entwicklung langfristig qualifizierte Fachkräfte verlorengehen. Hamburg Aviation versucht bereits, studentische Mitarbeiter auf dem „kurzen Dienstweg“ an andere Luftfahrt-Arbeitgeber zu vermitteln, was jedoch nur für einen Teilbereich eine Lösung darstellen wird können.
  • Luftverkehrsteuer wird bundesseitig trotz Corona-Krise am 1. April erhöht: Für Inlands- und Europaflüge von deutschen Flughäfen steigt von diesem Mittwoch an der Steuersatz von 7,50 Euro auf 13,03 Euro pro verkauftem Ticket, für längere Flüge bis 6000 Kilometer von derzeit 23,43 Euro auf 33,01 Euro und für Langstreckenflüge von 42,18 Euro auf 59,43 Euro. Der Regierungs-Koordinator für Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek (CDU), wehrt sich im dpa-Interview gegen Kritik: "Derzeit wird kaum Luftverkehrsteuer gezahlt, weil sie sich nach der Anzahl der tatsächlichen Passagiere richtet. Andere Abgaben belasten die Branche derzeit mehr."
  • Krisen-Beteiligung: Donald Trumps US-Regierung denkt offen über eine Teilverstaatlichung der amerikanischen Fluggesellschaften nach. Bereits vergangene Woche hatte der Senat ein Konjunkturpaket, mit dem rund 2 Billionen US-Dollar in die einheimische Wirtschaft fließen sollen, beschlossen. Auf kanadischer Seite hat derweilen Air Canada bekanntgegeben, sich zumindest vorübergehend von knapp 16.000 Mitarbeitern zu trennen. Schon Anfang des Monats waren etwa 5.000 weitere Beschäftigte freigestellt worden.

Montag, 30. März 2020

  • Airbus stoppt heute am Standort Stade für zunächst einen Tag die Produktion. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf einen Produktionsstillstand in ausländischen Airbus-Werken wegen der Corona-Krise, hieß es von dem Unternehmen. Hintergrund sei die Anpassung der Kapazitäten, nachdem in der vorvergangenen Woche die Standorte in Spanien und Frankreich für vier Tage geschlossen waren. Gitafe/Spanien stellt seine Produktion bis zum 9. April ein. Hier werden bspw. Höhenruder produziert, die in Stade mit weiteren Komponenten verbunden werden. Dieser Arbeitsschritt ist mit einem Ausfall des spanischen Airbus-Werks nicht mehr möglich. https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Produktion-bei-Airbus-in-Stade-ruht-wegen-Corona,airbus1622.html.
  • "Deutlich weniger Fluggäste": Covid-19 wird nach Einschätzung von Lufthansa-Chef Carsten Spohr die Luftfahrtbranche nachhaltig verändern. Lufthansa erwartet für die Zeit nach der Krise eine neue Kundenstruktur - und wird ältere Flugzeuge vorzeitig aus dem Flottenpool entfernen. Von 763 Flugzeugen hat Lufthansa in der Krise rund 700 geparkt - nicht alle wird der Konzern reaktivieren, wenn sich die Lage entspannt. https://www.aero.de/news-34750/Wir-werden-nicht-zu-den-763-Flugzeugen-zurueckkehren.html?fbclid=IwAR1vHb-uhjICPBoHFpOgCvTASkK1d5DaEsHtwiInPLpvh9r0aHicYZ6dyZ4
  • Wie sich die Reisebranche nach der Corona-Krise verändern wird, zeigt auch dieser Hintergrundbericht: https://www.reisevor9.de/inside/wie-die-reisebranche-nach-der-corona-krise-aussehen-koennte
  • Das Cluster Lifescience Nord hat angeboten, alle Anfragen von Unternehmen zu kanalisieren, die im Zuge der Corona-Krise ihre Hilfe anbieten wollen und ihre Produktion bspw. zur Produktion von Atemschutzmasken oder Beatmungsgeräten umrüsten. Gerade im Bereich Zertifizierung benötigen die Unternehmen aus allen betroffenen Clustern schnelle Hilfe. Das Hamburg Aviation Office schließt sich mit LSN zur weiteren Zusammenarbeit zusammen. Auch plant das Hamburg Aviation Office einen Online-Austausch zu Hygiene-Themen mit den Mitgliedern. Weitere Infos hierzu folgen in Kürze.

Sonntag, 29. März 2020

  • Das EU-Parlament hat grünes Licht für die Aussetzung der Slot-Regeln für Fluglinien gegeben. Mit 686 Stimmen dafür, keiner Gegenstimme und zwei Enthaltungen segneten die Abgeordneten am Donnerstag im Schnellverfahren die von der EU-Kommission vorgeschlagene Sonderregelung ab. Sie soll verhindern, dass Fluggesellschaften wegen der Corona-Krise ohne Passagiere fliegen müssen, um ihre Start- und Landerechte nicht zu verlieren. Fluggesellschaften müssen die ihnen zugestandenen Slots an großen Verkehrsflughäfen während eines Flugplans zu 80 Prozent normalerweise auch wirklich nutzen, um in der Flugplanperiode des kommenden Jahres ihr Recht darauf zu wahren.
  • Die Deutsche Lufthansa AG hat für rund 31.000 Beschäftigte der Bereiche Kabine, Boden und Cockpit Kurzarbeit angemeldet.
  • Diese Flüge gibt es überhaupt noch: einen Kommentar zum derzeit noch in Europa existierende Rumpfprogramm (u.a. HAM-FRA 2x tgl.) bietet https://www.airliners.de/corona-fluggesellschaften-flugplan-was-noch-fliegt-analyse/54504
  • Airbus hat bereits neun fabrikneue A321 aus Finkenwerder nach Rostock-Laage ins Storage überführt, die derzeit nicht wie geplant von Kunden übernommen werden. Für insgesamt 15 Maschinen wäre in RLG Platz. Der dortige reguläre Passagierverkehr sowie die ansässige Basis der Lufthansa-Flugschule sind bereits in der vergangenen Woche eingestellt worden
  • Auch geparkte Flugzeuge verursachen Kosten: Ab sieben Tage Standzeit bedarf es bereits 10 Mannstunden pro Flugzeug, um dieses wieder „flügge“ zu machen. Alle zwei Wochen ist auch bei geparkten Verkehrsflugzeugen ein Triebwerkstestlauf durchzuführen. Je länger ein Flugzeug steht, desto höher und kostenintensiver der Wartungsaufwand. Auch dies ein Grund, warum die Lufthansa viele Maschinen an „teuren“ Großflughäfen geparkt hat, die jedoch eine LH-Technik-Basis aufweisen. Hintergrundartikel zum Thema: https://www.aero.de/news/Geparkt-und-doch-flugbereit.html
  • Kleiner Lichtblick aus China: Der innerchinesische Flugplan sieht bis Ende April bereits wieder ein Hochfahren der Streckenkapazitäten auf 92% des Vorjahresvolumens vor. Lediglich die internationalen Verbindungen bleiben deutlich zurück: bis Ende April werden nur 44% der Vor-Krisen-Kapazitäten wieder aufgeplant

Samstag, 28. März 2020

  • Der Hamburger Flughafen hat mit den Folgen der Corona-Krise zu kämpfen. „Wir beobachten, dass der Coronavirus den regulären Flugbetrieb am Hamburg Airport nach und nach zum Erliegen bringt“, so Michael Eggenschwiler. In dieser Woche hätte man Rückgänge bei den Passagierzahlen um bis zu 98 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zur Info: Im vergangenen Jahr hatte der Airport Ende März täglich insgesamt über 40.000 Passagiere. Der Flughafen Bremen fährt derweil den Betrieb auf ein Minimum herunter: Aufgrund der aktuellen Lage der Covid-19-Pandemie, der restriktiven Einreisebestimmungen und Reisewarnungen haben alle in Bremen vertretenen Airlines ihre im Flugplan geplanten Flüge aus dem Programm genommen und bis mindestens zum 19. April 2020 gestrichen. Ab sofort findet am Flughafen keine Passagierabfertigung mehr statt, es wird aber gewährleistet, dass alle Flüge im öffentlichen Interesse weiter durchgeführt werden können, wie beispielsweise der Betrieb des Rettungshubschraubers und Ambulanzflüge.
  • Singapore Airlines beschafft sich Milliarden: Die Fluggesellschaft erklärt, sie habe sich bis zu 19 Milliarden Singapur-Dollar (umgerechnet 12 Milliarden Euro) an Finanzmitteln gesichert, um durch die Coronavirus-Krise zu kommen. Zur Flotte der Airline gehören A330, A350 und A380.
  • Qantas verschiebt A350-Order: Eigentlich wollte die Fluggesellschaft die Order für zwölf A350-1000 ULR mit zusätzlichen Tanks im März festzurren. Nun hat Qantas den Termin wegen der Corona-Krise aber auf Ende 2020 verschoben.

Freitag, 27. März 2020

  • Airbus UK hilft bei Produktion von Beatmungsgeräten: Das von Airbus angeführte Konsortium "Ventilator Challenge UK" will im Eiltempo zusätzliche Produktionskapazität für Beatmungsgeräte schaffen. Der Initiative haben sich auch der Sportwagenbauer McLaren, drei Formel-1-Teams und Thales verschrieben. Konkret will Airbus Expertise im 3D-Druck einbringen. Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat erfolgreich die Umstellung seiner 3D-Drucker getestet. Konkret geht es um die Herstellung von Schutzmasken und Ventilen für Beatmungsgeräte im 3D-Druckverfahren. Aktuell sondieren wir, welche Mitgliedsunternehmen aus der Metropolregion in ähnlicher Weise ihre Arbeit umstellen, um beim Kampf gegen den Coronavirus zu unterstützen. Angesprochen ist bereits das UAS-Startup Beagle Systems, die aktuell im 3D-Druckverfahren Beatmungsmasken und Austausch-Türgriffe für den Krankenhausbetrieb herstellen. https://www.aero.de/news/Airbus-hilft-bei-Produktion-von-Beatmungsgeraeten.html
  • Diese Information verdanken wir unserem ersten erfolgreich absolvierten Windrove Web-up, das gestern von 16-18 Uhr virtuell zum Austausch der UAM-Akteure einlud. 48 Teilnehmende äußerten sich durchweg positiv zu dem virtuellen Format und lieferten erste Anfragen zu weiteren Vortragsmöglichkeiten. Für die Zeit der Corona-Beeinträchtigungen haben sich Christina Große-Möller und Daniela Richter daher entschlossen, das Windrove Webup nun alle 2 Wochen anzubieten – gekürzt auf ca. eine Stunde mit max. 3 Referenten. Die nächsten Termine: 09.04.20 (16-17 Uhr) und 23.04.20 (16-17 Uhr). Infos und Anmeldung: Lisa Kadah (lisa.kadahhamburg-aviation.com, +49 40 22 70 19 490).
  • MTU Aero Engines streicht aufgrund der Coronavirus-Pandemie seine Jahresprognose. Vor allem aufgrund des signifikanten Rückgangs des Passagierflugverkehrs und der Auswirkungen auf die Luftverkehrsgesellschaften werden der Umsatz sowie das bereinigte operative Ergebnis 2020 des Triebwerksbauers voraussichtlich nicht wie prognostiziert um einen hohen einstelligen Prozentsatz zunehmen. Erst Anfang der Woche hatte MTU aufgrund der Coronavirus-Pandemie die Produktion an mehreren europäischen Standorten unterbrochen. Demnach betrifft der Produktionsstopp zunächst die Standorte in München und im polnischen Rzeszow, wo Triebwerke montiert und Triebwerkskomponenten hergestellt werden. Vor allem der Getriebefan-Antrieb für den A320neo und den hielten den Konzern bis dato auf Wachstumskurs. MTU ist an Entwicklung und Bau des Triebwerkstyps beteiligt, der unter der Führung von Tochter Pratt & Whitney entstanden ist. Beim Airbus A220 ist das Modell der exklusive Antrieb, bei der A320neo können Airlines zwischen dem Getriebefan und dem Konkurrenztriebwerk Leap des französisch-amerikanischen Herstellers CFM wählen. https://www.aero.de/news-34177/MTU-uebertrifft-Gewinnziel-2019.html

Donnerstag, 26. März 2020

 

Mittwoch, 25. März 2020

  • Heute Vormittag fand eine Web-Konferenz für Hamburg Aviation Mitglieder von der Kanzlei ASD mit über 50 Teilnehmern statt. Darin wurden rechtliche Hintergründe insbesondere zu den Feldern Betriebsschließung, Fürsorgepflichten des Arbeitgebers, Kinderbetreuung oder Kurzarbeit erläutert. Die Anfragen aus dem Mitgliederkreis, die das Hamburg Aviation Office hierzu erreichen, bleiben enorm.
  • Airline-Updates: Mittlerweile werden weltweit 76 Airlines gelistet, die ihren Flugbetrieb vollständig eingestellt haben, darunter nun auch Emirates und Ryanair. Über 100 Airlines haben ihren Flugplan zu mindestens 90 Prozent ausgesetzt. Die tagesaktuelle Liste: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1cRgtHZ4sRPj4BdcJa2y09SKaG8SRrLLtntHSegfmmoU/htmlview#gid=1072793355
  • Eurocontrol verzeichnete gestern knapp 78 Prozent weniger Flüge am Himmel über Europa als noch am gleichen Tag im Vorjahr. Die Entwicklung im Zeitraffer: https://twitter.com/eurocontrolDG/status/1242797475783684099

Dienstag, 24. März 2020

  • Das Coronavirus legt für die nächsten beiden Wochen die Produktion bei Boeing im US-Bundesstaat Washington still. Damit baut der Konzern derzeit Zivilflugzeuge nur noch in seinem Werk in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina und stoppt die Produktion in seinem wichtigsten Werk in Everett, wo die Muster Boeing 747, 767, 777 und 787 gebaut werden. Von der Schließung betroffen sind auch die Wartungsarbeiten an den abgestellten Boeing 737 MAX in Moses Lake im Osten des US-Bundesstaates Washington. Wie bereits vor einigen Tagen im Ticker vermerkt, sind hiervon direkt Hamburg Aviation Mitglieder wie Vartan (mit Standort Everett) betroffen, darüber hinaus kommt nun die gesamte Zulieferkette zum Halten. Zulieferer, die Boeing als Hauptkunden haben, könnten somit unmittelbar in ihrer Liquidität gefährdet sein.
  • Infolge des flächendeckenden Groundings wegen der Corona-Epidemie fürchten viele Piloten um ihre Lizenzen und Berechtigungen. Mit einer Allgemeinverfügung hat das LBA jetzt für dort geführte Lizenzen Fristverlängerungen bekannt gegeben. Diese Entscheidung begrüßen auch Hamburg Aviation Mitglieder wie Personaldienstleister ACEP, deren Netzwerk u.a. aus mehrfachqualifizierten Besatzungsmitgliedern besteht.
  • Die anhaltende Corona-Pandemie hat auch massive Auswirkungen auf die ungarische Billigfluggesellschaft Wizzair und ihren Ableger Wizzair UK. Die temporäre Schließung der Basis Wien ist dabei nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn 85 Prozent der Konzernflotte sind bereits am Boden. Wizzair bereitet sich daher auch auf ein Grounding der gesamten Flotte vor. Die Airline betreibt eine reine Airbus-Flotte von 121 Flugzeugen, A320, A321 und A321neo. Erst kürzlich hatten sie Richtung Airbus signalisiert, georderte Flugzeuge gerne auch früher abzunehmen.
  • Über folgendes Formular können Hamburg Aviation Mitglieder ihre Erfahrungsberichte nun noch einfacher mit uns teilen: https://www.hamburg-aviation.de/corona-informationen/coronaeserfahrungsberichte.html

Montag, 23. März 2020

  • Die Europäische Kommission hat zwei Beihilferegelungen genehmigt, mit denen Deutschland seine Wirtschaft infolge des Ausbruchs des Coronavirus zu unterstützen beabsichtigt. Dabei handelt es sich um:
    1.    ein Darlehensprogramm, das bis zu 90 % des Risikos für Darlehen an Unternehmen jeder Größe abdeckt, wobei die Darlehen eine Laufzeit von fünf Jahren haben können und je nach Liquiditätsbedarf des Unternehmens bis zu 1 Mrd. € betragen dürfen, und
    2.    ein Darlehensprogramm, bei dem die KfW mit Privatbanken zusammenarbeitet, um als Konsortium größere Darlehen bereitstellen zu können. Bei dieser Regelung kann das staatlich gedeckte Risiko bis zu 80% eines Darlehens betragen (jedoch nicht mehr als 50 % des gesamten Fremdkapitals eines Unternehmens).
  • Airbus hat sich einen weiteren Kreditrahmen in Höhe von € 15 Mrd. verschafft. Zudem wird die vorgeschlagenen Dividende 2019 in Höhe von € 1,4 Mrd. zurückgenommen. Die Aufstockung des Pensionsplanvermögens wurden ausgesetzt, die Prognosen für 2020 (avisiertes Auslieferungsziel von 880 Flugzeugen) ebenfalls. Insbesondere Aufträge für Großraumflugzeuge, die nicht in Hamburg endgefertigt werden, werden als stark gefährdet gesehen.
  • Airbus hat die Produktions- und Montagearbeiten in Frankreich und Spanien nach Umsetzung strenger Maßnahmen gefolgt von Gesundheits- und Sicherheitschecks heute wieder aufgenommen. Arbeitsstationen gehen nur dann wieder in Betrieb, wenn die neuen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften bezüglich Hygiene, Reinigung und Abstand eingehalten werden können und ein effizienter Arbeitsablauf unter den neuen Bedingungen möglich ist. Dieselben Maßnahmen werden derzeit an allen weiteren Standorten ohne vollständige Unterbrechung der Produktion umgesetzt. Für andere, nicht produktionsgebundene Tätigkeiten gilt weiterhin weltweit, dass Airbus Heimarbeit überall dort unterstützt, wo dies möglich ist. In der Montagelinie in Tianjin, die im Februar vorübergehend geschlossen war, sind laut Airbus bereits 99% der Beschäftigten wieder zurück im Dienst.
  • Zahlen von 2019: Lufthansa Technik hat das letzte Geschäftsjahr mit Rekordwerten bei Umsatz und Ergebnis abgeschlossen. Die Umsatzerlöse stiegen um 13 Prozent auf jetzt € 6,9 Mrd. (ca. 60 Prozent mehr Umsatz in den letzten fünf Jahren). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Adjusted EBIT) wuchs um rund elf Prozent auf € 493 Millionen. Das Ausmaß aller Auswirkungen der weltweiten Luftfahrtkrise auf Lufthansa Technik ist derzeit noch nicht konkret absehbar, sie seien aber bereits massiv spürbar.
  • Viele europäische Clusterorganisation in der European Aerospace Cluster Partnership (EACP) plagen derzeit große Zukunftssorgen. Ein bedeutender Teil der Geschäftsstellen finanziert sich vorwiegend aus der Organisation von Gemeinschaftsständen auf internationalen Messen. Durch die Absage großer Branchentreffen wie der Farnborough Airshow müssen viele nun mit Liquiditätsengpässen rechnen
  • Boeing überlegt laut Seattle Times, seine Produktionslinien für Großraumflugzeuge vorübergehend zu schließen, womit auch die Zulieferkette zum Halt käme. Die Produktionslinien für die Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge (737MAX Reihe) sind bereits aufgrund der MCAS-Probleme im vergangenen Jahr geschlossen.
  • Status-Update aus Asien: Der chinesische Luftverkehr hat inzwischen wieder 30% seiner Kapazitäten vor dem Corona-Ausbruch erreicht

Sonntag, 22. März 2020

  • # Emirates stellt zum 25.3. den gesamten Passagierverkehr ein: Emirates wird die letzten Flüge am 24. März durchführen, danach heben keine Passagier-Maschinen der Airline mehr ab. Nachdem Emirates noch vor einigen Stunden einige Streichungen bekanntgegeben hatte, allerdings einige essenzielle Strecken aufrechterhalten hat, kommt es nun zum kompletten Stillstand bei der Airline. Cargo-Flüge sollen aber weiterhin stattfinden. Im Zuge der Einstellung des Flugbetriebs legt die Airline auch ein großes Sparprogramm auf. Im Zuge dessen werden nicht notwendige Anschaffungen verschoben und Kosten an allen möglichen Stellen eingespart. https://airwaysmag.com/airlines/emirates-to-stop-all-passenger-flights-through-march-25/
  • # Nach WELT AM SONNTAG-Informationen drohen Airbus Einnahmeausfälle in Milliardenhöhe. Bei einem Treffen mit dem Luftfahrtkoordinator der Bundesrepublik, Thomas Jarzombek, habe ein Airbus-Vertreter vor einer monatlich um gut fünf Milliarden Euro schrumpfenden Liquidität gewarnt, bei zuletzt noch gut 16 Milliarden Euro Kassenbestand. Wichtig sei nun, dass es Hilfe gebe. https://www.welt.de/wirtschaft/article206700117/Airbus-drohen-Einnahmeausfaelle-in-Milliardenhoehe.html

 

Samstag, 21. März 2020

  • # Mitgliedsunternehmen in Cluster wenden sich verstärkt an die Geschäftsstelle mit der Bitte an die Politik um kurze und unbürokratischen Prüfverfahren zur Kurzarbeit, sowie schnelle Genehmigung und Auszahlung der Beträge. Die aktuellen Aussichten seien so, dass es unter normalen Umständen zwei Monate dauert, bis diese Rückzahlungen an die Unternehmen gehen. In der jetzigen veränderten Situation würde sich dies durch die erheblich gesteigerte Anzahl an Anträgen aber im Zweifel noch länger ziehen, sodass Unternehmen zwischenzeitlich in die Insolvenz gehen könnten
  • # Boeing: Nach starker Kritik in Medien und Politik hat sich der US-Konzern dazu entschieden, auch auf finanzieller Ebene auf die COVID-19-Situation zu reagieren: CEO und Aufsichtsratsvorsitzender verzichten bis Jahresende auf ihr Gehalt; eine Dividende wird nicht länger gezahlt, das laufende Aktienrückkaufprogramm wird ausgesetzt. Boeing wird in gleich mehrfacher Hinsicht getroffen: 1) implodierender Luftverkehr und daraus entstandene Unsicherheiten im Hinblick auf das Auftragsbuch, 2) weiter ungelöste 737MAX-Problematik (bislang ca. 20 Mrd. EUR Schaden für Boeing), 3) Metropolregion Seattle als Haupt-Produktionsstandort ist in den USA bislang am stärksten von COVID-19 betroffen. Die Boeing-Aktie ist in den vergangenen 30 Tagen um ca. 70 Prozent gefallen, Airbus im Vergleich ca. 52 Prozent Minus. Auch zahlreiche Hamburg Aviation Mitglieder sind direkte Geschäftspartner von Boeing (Bsp. Diehl, Vartan).
  • # Kapazitätsausdünnung: Die Anzahl der weltweiten Fluggesellschaften, die mindestens 90% ihres Flugplans ausgesetzt haben, ist auf knapp 70 gestiegen. Darin befinden sich ein Großteil der Airlines der westlichen Welt, u.a. Lufthansa Group (98% weniger Flüge) und Ryanair (minus 99%, es finden nur noch Restflüge zwischen UK und Irland statt). https://docs.google.com/spreadsheets/d/1cRgtHZ4sRPj4BdcJa2y09SKaG8SRrLLtntHSegfmmoU/edit#gid=1072793355. Durch die sinkenden Kapazitäten ist vor allem der Airbus A380 betroffen. Lufthansa, Korean Air, Air France oder Qantas haben bereits die komplette Flotte außer Betrieb genommen, Emirates hat binnen weniger Tage fast die Hälfte seiner über 100 Flugzeuge starken A380-Flotte geparkt
  • # Nach dem erfolgreichen Web-Meeting für Hamburg Aviation Mitglieder am gestrigen Freitag wird es zusätzlich zum wöchentlichen Regeltermin eine Web-Telefonkonferenz mit Mitgliedsunternehmen Arnecke Sibeth Dabelstein am Mittwoch um 11:00 Uhr zu aktuellen Rechtsfragen für Arbeitgeber anzubieten. Das Einladungsmanagement erfolgt über Kirsten Schümer aus dem Hamburg Aviation Office.

Freitag, 20. März 2020

  • # Heute fand die erste virtuelle Live-Konferenz von HAv Mitgliedern zum Thema Corona statt. Sie soll vorerst jeden Freitag um 11:00 Uhr widerholt werden. Mit über 30 zugeschalteten Teilnehmern wurde das Format hervorragend angenommen. Stimmungsbild der Runde: Es herrscht große Verunsicherung, wie sehr sich die Lage noch weiter verschärfen wird. Schon jetzt fallen erste kleine Zulieferer langsam aus, während die größeren Supplier noch weitestgehend normal produzieren. Es existiert Unsicherheit, wie insbesondere produzierende Unternehmen bei einem Verdachtsfall von COVID-19 in der Belegschaft angemessen zu reagieren haben. Um das Risiko zu senken, berichten mehrere Mitgliedsunternehmen, dass sie ihr Personal mittlerweile in streng getrennte Teams aufgeteilt haben, die sich nicht mehr begegnen. Mehrere Mitglieder wünschen sich in dieser Situation schnelle und digitale Angebote, insb. in den Bereichen Mitarbeiter-Weiterbildung und Arbeitsrecht
  • # Hamburg Airport schickt die Mitarbeiter seit Donnerstag in Kurzarbeit. Hintergrund ist die Prognose, dass in den kommenden Wochen maximal zehn Prozent des Normalflugbetriebs am Helmut-Schmidt-Flughafen erwartet wird. Der Umsatzrückgang für die FHG liegt im zweistelligen Millionenbereich, berichtet dpa.
  • # Mit der Farnborough Airshow ist nun auch die größte internationale Luftfahrtmesse des Jahres abgesagt worden. Sie sollte vom 20. Bis 24. Juli in England stattfinden.
  • # Boeing könnte in der Corona-Krise zügig die nötige Liquidität ausgehen, um die Embraer-Übernahme zu stemmen. Der vereinbarte Kaufpreis liegt weit über dem Wert, den die Kapitalmärkte Embraer noch zumessen, schreibt airliners.de: https://www.airliners.de/corona-krise-beoings-embraer-uebernahme/54370

Donnerstag, 19. März 2020

  • # Ergänzend zum Schutzschirm der Bundesregierung wurden nun erste Eckpunkte für einen Hamburger Schutzschirm für Corona-geschädigte Unternehmen und Institutionen in unserer Stadt kommuniziert. Im Zusammenwirken mit allen Beteiligten hat Hamburg die finanzielle und wirtschaftliche Kraft, die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie zu bewältigen. Via Logistik-Initiative Hamburg: https://www.hamburg-logistik.net/aktuelles/branchennews/detail/hamburg-handelt-und-hilft/
  • # Die Hamburger Ankerunternehmen Airbus und Lufthansa Technik haben seit mehr als 14 Tagen firmeninterne Krisenstäbe, die jeden Tag neu die Situation beurteilen. Diese kümmern sich zum einen um die Umsetzung der Gesundheitsanforderungen für die Mitarbeiter und zum anderen um die Aufrechterhaltung der Produktion. Bei beiden wird vor allem in sogenannten „Split Teams“ gearbeitet, d.h., separate Mitarbeitergruppen die umschichtig arbeiten und sich nicht begegnen. Bei Lufthansa Technik werden, Stand heute, noch keine gravierenden Einlastungsrückgänge beobachtet. In der derzeitigen Einschätzung der Lage werden die Bereiche VIP und Base Maintenance als auch längerfristig stabil eingeschätzt, während man für Triebwerk und Components mit Rückgängen rechnet. Wann diese in welcher Höhe auftreten werden ist ungewiss. Die Lieferketten und auch die Logistik (weltweite Versorgung) funktionieren weiterhin gut. Bei Airbus ist die Produktion in Spanien und Frankreich bis zum Wochenende ausgesetzt, um die drastischen Gesundheitsanforderungen die dort erlassen wurden, erfüllen zu können. In Hamburg, Stade und Bremen gibt es – Stand heute – keine Produktionsunterbrechung, die Produktion fährt derzeit auf normalem Niveau weiter und es ist bisher auch noch keine Produktionskürzung vorgesehen. Die Einschätzung ist jedoch, dass sich täglich Änderungen ergeben können und dass der Peak der Krise noch vor uns liegt.
  • # Der Lufthansa-Konzern streicht den Flugplan nochmals deutlich zusammen auf nunmehr nur noch 5% der ursprünglichen Flüge. Ca. 700 der 763 Flugzeuge im Konzern werden vorerst stillgelegt, u.a. durch die Umwidmung einer Landebahn am Frankfurter Flughafen. Ab München wird nur noch die Tochtergesellschaft Lufthansa CityLine fliegen, der Langstreckenflugplan wird dort komplett ausgesetzt. Um die weltweiten Lieferketten sicherzustellen, setzt Lufthansa Cargo seinen Flugplan nahezu unverändert fort
  • # Treffen von Bundesarbeitsminister Heil, Bundeswirtschaftsminister Altmaier, DGB und BDA: Politik und Sozialpartner möchten zusammen gemeinsame Lösungen finden beim Kurzarbeitergeld und bei der Entgeltsicherung für Eltern, die wegen Schulschließungen und Kita-Schließungen nicht arbeiten können. Die Ergebnisse im Wortlaut: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/G/gemeinsam-verantwortung-tragen-in-der-coronakrise.pdf?__blob=publicationFile&v=4
  • # Der Zuliefererverband Hanse-Aerospace sagt seine für Ende April geplante Jahreshauptversammlung ab, damit bleibt auch die Position des 1. Vorsitzenden vorerst vakant.

Mittwoch, 18. März 2020

  • # Die ILA 2020 ist abgesagt: Die Berliner Airshow sollte vom 13. bis 17. Mai auf dem Messegelände am neuen Berliner Flughafen BER stattfinden. Vor zwei Jahren kamen die Aussteller aus 41 Ländern, ihre Stände lockten 180.000 Besucher an. Hamburg hätte sich neben politischer Präsenz im Chalet der norddeutschen Bundesländer erneut im International Supplier Center (ISC) als Aussteller präsentiert und für das ISC-Programm verantwortlich gezeichnet. https://www.airliners.de/ila-2020-corona/54320
  • # Die US-amerikanische Airline JetBlue nimmt reduziert ihre Kapazität für April und Mai um 40 % und pausiert Neuauslieferungen. Zuletzt waren zwei A321 aus Finkenwerder an sie ausgeliefert worden. Zu ihren Bestellungen gehören insgesamt 70 A220-300s, 50 A321neos, 13 A321LRs und 13 A32XLRs. https://onemileatatime.com/jetblue-flight-cuts/
  • # auch immer mehr asiatische Airlines parken ihre Flugzeuge zu 100%, die Kunden von Airbus sind, bspw. Cebu Pacific oder Starlux.
    https://news.abs-cbn.com/business/03/17/20/cebu-pacific-cancels-all-flights-to-and-from-cebu-on-march-17
    https://onemileatatime.com/starlux-airlines-suspends-operations/
  • # Hamburg Aviation hat wichtige Links und News rund um Corona, die den Luftfahrtstandort betreffen, zusammengefasst. https://www.hamburg-aviation.de/corona-informationen.html In Kürze werden hier auch Best Practice Beispiele aus unserer Community veröffentlicht, um den anderen Mitgliedern Tipps zur Verfügung zu stellen. Wir danken an dieser Stelle der Logistik Initiative, von deren Seite wir Info-Links übernehmen durften – gelebtes Cross-Clustering. https://www.hamburg-aviation.de/corona-informationen.html
  • # Ein Beispiel für erfolgreiches Krisenmanagement ist Hamburg Aviation Mitglied Heinze Akademie: sie haben ihren Schulungsbetrieb innerhalb von drei Tagen auf ein rein online stattfindendes Kursangebot umgestellt. Für die luftfahrttechnischen Schulungsgänge wird aktuell eine Lern- und Wissensplattform entwickelt, die eine vollständig online basierte Prüfungsvorbereitung ermöglicht. Das damit befasste Entwicklerteam wurde beauftragt, die gesamten Ressourcen auf videobasierte Webinare zu konzentrieren. Heute startete der erste Lehrgang. Nur die Praxisausbildung muss nun verschoben werden.

Dienstag, 17. März 2020

  • # Nahezu alle internationalen Fluggesellschaften fahren ihre Flugpläne um deutlich über die Hälfte zurück, viele Airlines (darunter Austrian, Air Baltic, LOT) stellen den Flugbetrieb vorrübergehend ganz ein. Der internationale Branchenverband IATA schätzt, dass 75% aller Fluggesellschaften weltweit nicht über die nötige Liquidität verfügen, um ihre Fixkosten für mehr als drei Monate zu decken. Lufthansa betreibt seit heute noch 10% seiner Langstrecken und 20% seiner Kurz- und Mittelstrecken. Sämtliche nicht betriebsnotwendigen Ausgaben und Projekte sind LH-seitig bereits gestoppt worden, dies betrifft auch Lufthansa Technik mit über 8.000 Mitarbeitern in Hamburg. Die letzte Pressemitteilung seitens LH-Konzern (von gestern nachmittag): https://newsroom.lufthansagroup.com/German/Newsroom/austrian-airlines-wird-flugbetrieb-vor-bergehend-einstellen/s/82cf81c7-a7f0-46a6-87af-bb881e0746a7
    Übersicht der Kapazitätsreduktion Stand Mo. 16.03. nachmittags: https://twitter.com/WandrMe/status/1239570322690576392
  • # Airbus legt seine Produktion in Frankreich und Spanien zumindest bis Ende dieser Woche still. In Hamburg wird noch weiter produziert, allerdings stellen immer mehr Airline-Kunden ihre Auslieferungen zurück. Laut Reuters parken bereits 20 neue A321 in Finkenwerder. https://www.reuters.com/article/us-health-coronavirus-boeing-airbus-nl/planemakers-grapple-with-delivery-delays-as-airline-crisis-grows-idUSKBN2133IM
  • # Mitglieds-Unternehmen versuchen intern Maßnahmen zu ergreifen, sich der Lage anzupassen, durch Umstellung der Adminprozesse auf Home Office (auch um für Eltern die Lage zu vereinfachen) und der Produktionen von Ein- in Mehrschichtsysteme. Krüger Aviation in Barsbüttel hat beispielsweise einen Mehrschichtbetrieb eingeführt, in dem die Mitarbeiter jeweils in festen Teams und in fest definierten Bereichen des Gebäudes arbeiten. So soll im Falle einer Infektion die Produktionskapazität des KMU aufrecht erhalten werden, da nur ein Teil der Belegschaft in Quarantäne gehen müsste. Zudem wird täglich bei jedem Mitarbeiter zu Dienstbeginn Fieber gemessen.