Metropolregion Hamburg

Leben retten im Lawinenfall: TUHH-Absolventen entwickeln alpine Rettungstechnologie

Foto: Bluebird Mountain

21.12.2017Unternehmen und Verbände

Ein baumfreier Hang abseits vorgegebener Abfahrten, dazu Neuschnee und nur ein paar Schwungspuren – ideale Voraussetzungen für Tiefschnee-Fans. Doch das alpine Idyll birgt auch Gefahren.

Denn selbst mit langjähriger Erfahrung und ausführlichen Trainings bleibt stets ein Restrisiko, von einer Lawine überrascht zu werden. Hier kommt das Hamburger Start-up Bluebird Mountain ins Spiel, dessen Quadrocopter PowderBuddy künftig Leben retten soll.

Bluebird Mountain wurde im September 2015 von drei Absolventen der Technischen Universität Hamburg (TUHH) zusammen mit einem Absolventen der Universität Göttingen gegründet, die als Ski- und Snowboard-Enthusiasten jahrelang das Wintersporterlebnis abseits gesicherter Skigebiete gesucht haben.

Trotz bester Vorbereitung fuhr die Sorge stets mit, im Ernstfall verschüttete Freunde nicht mehr retten zu können, denn schon nach zehn Minuten sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit rapide. Doch die verfügbare Suchausrüstung für Sportler ist kompliziert und fehleranfällig. "Und auch die Bergwacht kann in dieser kritischen Zeitspanne meist nicht rechtzeitig mit professionellem Gerät vor Ort sein", sagt Konstantin Kollar, Master in Energie- und Umwelttechnik.

"Deshalb haben wir PowderBuddy entwickelt", sagt Markus Müller, Master in Flugzeug-Systemtechnik. PowderBuddy ist der erste Flugroboter zur automatischen Ortung von Verschütteten: Der faltbare Quadkopter wird ganz einfach am Rucksack des Sportlers befestigt. Im Ernstfall wird der PowderBuddy mittels Reißleine ausgelöst, aus seinem Rohr katapultiert - und verfolgt den Sportler autonom oberhalb der Lawine, um dann exakten über der Verschüttungsstelle zu schweben. Eine Weltneuheit.

"Erstmals wird durch Abschuss und Entfaltung einer Drohne ihre sofortige Verfügbarkeit sichergestellt", sagt Moritz Obermeier, Master in Information and Communication Systems. Die patentierte Technologie bietet zahlreiche weitere Anwendungsmöglichkeiten etwa im alpinen Sommersport, im Outdoor- und Funsport sowie im Katastrophenschutz. 

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