Metropolregion Hamburg

Hamburg startet digitale Bildungsstrategie für Luftfahrt

26.10.2017Neuigkeiten von Hamburg Aviation

Partner im Hamburger Luftfahrtcluster starten innovatives Bildungsnetzwerk zur Fachkräfte-Entwicklung im Mittelstand. Bund fördert das Projekt mit 5 Mio. Euro.

Mittelständische Zulieferer, Hochschulen, Bildungseinrichtungen und Politik haben sich in Hamburg zusammengeschlossen, um die Qualifizierung von Fachkräften am weltweit drittgrößten Luftfahrtstandort systematisch an die Anforderungen der Zukunft anzupassen. Im neuen Netzwerk Digitales Lernen - DigiNet.Air - entwickeln die Partner im Hamburger Luftfahrtcluster bis 2021 gemeinsam digitale Aus- und Weiterbildungsprogramme, Trainingsmethoden mit neuen Technologien wie Virtual Reality, sowie neue Geschäftsfelder. Im Fokus von DigiNet.Air stehen vor allem Bildungsträger und mittelständische Unternehmen, die durch die zunehmende Digitalisierung vor besondere Anforderungen gestellt werden.  Das Verbundprojekt wird geleitet vom Hamburg Centre of Aviation Training-Lab (HCAT+ e.V.). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert DigiNet.Air mit knapp fünf Millionen Euro.

Wesentliches Ziel von DigiNet.Air ist es, Zulieferunternehmen auf dem Weg der digitalen Transformation zu begleiten, indem mit neuen Formaten und Inhalten ein nachhaltiger Wissens- und Technologietransfer zwischen Bildung und Wirtschaft aufgebaut wird. In virtuellen Projektlaboren, einer Bildungs-Werkstatt "Arbeit und Lernen 4.0", sowie einem physischen "Tech-Shop 4.0" können digitale Prozesse von Unternehmen und ihren Beschäftigten erprobt werden.

Die Zeit drängt: Schon heute betritt nahezu jeder Passagier ein Flugzeug mit dem Smartphone in der Tasche. Mobile Bordkarten, Internet über den Wolken und Kundenbetreuung per Whatsapp - so wie die Digitalisierung den Luftverkehr bereits grundlegend gewandelt hat, wandelt sich auch die Industrie: Vernetzte Lieferketten, Automatisierung in der Fertigung oder die systematische Kommunikation zwischen Mensch, Maschine und Bauteilen verändern Produktion und Betrieb von Flugzeugen für immer. Diese mit dem Schlagwort "Industrie 4.0" zusammengefassten Entwicklungen stellen vor allem Fach- und Führungskräfte kleiner und mittlerer Unternehmen, sowie die Berufs- und Hochschulen vor immense Herausforderungen.

Neben dem Hamburg Centre of Aviation Training - Lab (HCAT+ e.V.) als Konsortialführer setzen die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW Hamburg), die Verbände Hanse-Aerospace und HECAS, das Hamburger Institut für Berufsbildung (HIBB), nordbildung Bildungsverbund für die Metall- und Elektroindustrie sowie die Technische Universität Hamburg (TUHH) in DigiNet.Air eigene Teilprojekte um.

DigiNet.Air wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis 2021 mit knapp fünf Millionen Euro gefördert.

Hamburgs Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Frank Horch: "Das Hamburg Centre of Aviation Training Lab ist der Katalysator für alle Bildungsthemen an unserem Luftfahrtstandort. Ich freue mich besonders, dass es mit DigiNet.Air nun gelungen ist, unsere mittelständische Industrie mit Hochschulen und Bildungseinrichtungen bei einem so wichtigem Thema wie der Digitalisierung nachhaltig zu verzahnen und für die Zukunft aufzustellen."

Alkiavidis Thomas, 1. Vorsitzender Hanse-Aerospace e.V.: "Die digitalisierte Arbeitswelt von morgen wird uns vor viele neue Herausforderungen stellen. Umso wichtiger ist es, dass wir im Mittelstand, dem "Herz der deutschen Wirtschaft", unsere Aus- und Weiterbildung fit machen für die zukünftigen Rahmenbedigungen. DigiNet.Air ist hierfür das richtige Projekt zur richtigen Zeit."

Prof. Dr. Monika Bessenrodt-Weberpals, Vizepräsidentin für Studium und Lehre und Gleichstellung an der HAW Hamburg: "Als Hochschule für Angewandte Wissenschaften bringen wir vielfältige Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Unternehmen und Ingenieurdienstleistern mit. Diese Kooperation nun im Verbundprojekt des Hamburg Centre of Aviation Training-Lab von der Forschung auf den Bereich der Qualifizierung auszudehnen, ist überfällig, da die Innovationen in der Luftfahrt entscheidend von gut ausgebildeten, kreativen Menschen in diesem Bereich abhängen. Ich freue mich darauf, gemeinsam im Projektverbund das wichtige Thema der Qualifizierung für den digitalen Arbeitsmarkt anzugehen."

Jörg Manthey, Vorsitzender Hanseatic Engineering & Consulting Association (HECAS e.V.): Das Projekt DigiNet.Air bietet der HECAS e.V. eine große Chance, maßgeblich an der Entwicklung von digitalen Schulungs- und Lernmodulen für das Engineering der Zukunft mitzuwirken. Die Mitgliedsunternehmen können damit die Qualifikation ihrer Mitarbeiter erhöhen und somit ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Parallel besteht die Möglichkeit, neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungsangebote rund um Industrie 4.0 und Arbeit 4.0 zu entwickeln.  

Dr. Sandra Garbade, Geschäftsführerin des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung (HIBB): "Im Rahmen der bestehenden HCAT-Kooperation ist DigiNet.Air ein zukunftsweisender Baustein, der sehr gut in die Bestrebungen des HIBB zur Erweiterung der digitalen Aus- und Weiterbildung passt. Gern bringen wir unsere Erfahrung, unser Fachwissen und unsere Kompetenzen im Bereich Bildung und Luftfahrt ein, um gemeinsam mit den Partnern im Pilotprojekt DigiNet.Air digitales Lernen in der Luftfahrt voranzutreiben."

Peter Golinski, Geschäftsführer nordbildung Bildungsverbund für die Metall- und Elektroindustrie: "Im Rahmen von DigiNet.Air legen wir - zusammen mit den Betrieben aus der Metall- und Elektroindustrie - einen wichtigen Grundstein, um praktische Lernstrukturen für die gesamte Zulieferindustrie zu entwickeln".

Prof. Dr. Sönke Knutzen, Vizepräsident Lehre der Technischen Universität Hamburg: "Unsere Zeit wird gekennzeichnet von einem schnellen digitalen Wandel. Exzellente akademische und berufliche Bildungsmöglichkeiten gewinnen dadurch noch mehr an Bedeutung. Im Projekt DigiNet.Air wird durch das Zusammenspiel aller Bildungsakteure im Luftfahrtbereich ein solches innovatives Bildungsangebot entwickelt, mit dem wir den Luftfahrtstandort Hamburg weiter stärken werden."

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