Metropolregion Hamburg

Diese Ideen verbessern 2017 das Fliegen

Cabin Concepts #1: Bombardier "CSeries"

Cabin Concepts #2: Delta Air Lines "Delta One Suite"

Cabin Concepts #3: United Airlines "United Polaris"

Cabin Systems #1: Airbus "Watchdog"

Cabin Systems #2: Diehl Aerospace "Power Line Communication"

Cabin Systems #3: Zodiac Aerospace "ECOS Luggage Management System"

Electronic Systems #1: Airbus "Towards Wireless Aircraft"

Electronic Systems #2: Global Eagle Entertainment "GEE's Airtime Portal"

Electronic Systems #3: Lufthansa Technik "niceview MOBILE"

Greener Cabin, Health, Safety and Environment #1: Airbus "ReTrolley"

Greener Cabin, Health, Safety and Environment #2: GermFalcon

Greener Cabin, Health, Safety and Environment #3: Zodiac Aerospace "Revolution Toilet"

Material & Components #1: Diehl Aircabin "Direct Digital Printing for Interior Parts"

Material & Components #2: Krüger Aviation "K-Reflexion"

Material & Components #3: Vanema "Octaspring"

Passenger Comfort Hardware #1: Airbus "Smart Cabin Reconfiguration"

Passenger Comfort Hardware #2: Bombardier "CRJ Series PRM Lavatory"

Passenger Comfort Hardware #3: Diehl Comfort Modules "Galley-Bar-Module"

University #1: HAW Hamburg - Rueckbrodt, Reimer, Waldheuer "Smart Onboard Wheelchair"

University #2: TU Delft - Akkerman "myseat"

University #3: TU Delft - Riedel, Erkelens, Iacoviello, Kersten, Randles "The Revitalisation System"

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07.03.2017Crystal Cabin AwardNeuigkeiten von Hamburg Aviation

Im Finale des renommierten Crystal Cabin Awards liefern sich die Giganten der Branche ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Verleihung ist am 4. April in Hamburg.

21 Produkte und Ideen stehen im Finale um die Crystal Cabin Awards 2017, der weltweit renommiertesten Auszeichnung für Innovationen in der Flugzeugkabine. Vom "Parkleitsystem" für freie Plätze in den Handgepäckfächern bis zum Toilettenspiegel, in dem wie durch Zauberhand Informationen und Videos eingespielt werden können - Innovationen finden sich erneut in allen Bereichen des Flugzeugs. Ein besonders spannendes Kräftemessen findet in der Kategorie "Kabinenkonzept" statt, wo sich die amerikanischen Airline-Schwergewichte Delta Air Lines und United Airlines, sowie der Flugzeugbauer Bombardier im Finale gegenüberstehen. Mit 85 Bewerbern aus 21 Ländern war bereits die Shortlist des Crystal Cabin Awards 2017 so stark umkämpft und so international wie nie zuvor in der elfjährigen Geschichte des Wettbewerbs. Wer von den 21 Finalisten eine der sieben begehrten Trophäen nach Hause nehmen darf, entscheidet sich am ersten Abend der Aircraft Interiors Expo (4.- 6. April 2017) in Hamburg.

So spannend wie dieses Jahr ist das Finale in der Kategorie "Kabinenkonzepte" wohl noch nie gewesen: gleich drei internationale Schwergewichte treten hier direkt gegeneinander an. Zwei von ihnen sind führende, amerikanische Airlines: Delta Air Lines bietet Passagieren in der "Delta One Suite" mit Sichtblenden abgetrennte Kabinenbereiche in der Business Class - ein Stück Luxus, in dessen Genuss bisher nur First-Class-Kunden kamen. Das Konzept wird erstmals im Airbus A350 umgesetzt. Maximalen Freiraum verspricht auch "Polaris", das Business Class Konzept von United Airlines. Nach dem Aufenthalt in der exklusiven Polaris Lounge mit Dinnerservice und Entspannungsräumen, genießt der Passagier an Bord in jedem Flugzeugmodell einen Sitzplatz mit eigenem Zugang zum Gang - egal, ob Fensterplatz oder Mitte. Ebenfalls unter den letzten Drei für das beste Kabinenkonzept: Der kanadische Flugzeugbauer Bombardier mit seiner Kabine für die C Series, dem ersten komplett neu erschaffenen Kurz- und Mittelstreckenflugzeug der letzten 30 Jahre.

Ein absolutes Novum auf dem Markt ist auch der "K-Reflexion Spiegel" von Krüger Aviation. Der Finalist in der Kategorie "Materialien & Komponenten" ist der erste Kunststoffspiegel für die Bordtoilette, der sowohl Sicherheitshinweise als auch Produktinfos oder Tipps für das Reiseziel anzeigen kann. Der Trick: Hinter semi-transparenten Parts des Spiegels sitzt ein Bildschirm, der die Informationen abspielen kann. Vanema widmet sich hingegen vor allem der Langstrecke und liefert mit neuartigen, federnden Materialeinheiten im Flugzeugsitz eine Lösung zur optimalen Verteilung des Körpergewichts - quasi sitzen wie auf Wolken, über den Wolken. Flexibilität ist auch das Motto bei Diehl Aircabin, die der monotonen grauen Wandbeschichtung im Flugzeug den Kampf ansagen: Mithilfe der Direct Printing Methode können individuelle Farben und Muster auf die Kabinenwände aufgebracht werden, ohne dass diese zuvor mühsam ausgebaut werden müssen.

Eher im Hintergrund, doch nicht minder in ihrer Relevanz, agieren die Innovationen, die in der Kategorie "Kabinensysteme" im Finale stehen. Der "Watchdog" von Airbus setzt an einem Problem an, das zunächst skurril klingt, für die Luftfahrtbranche jedoch jedes Jahr enorme Kosten verursacht: das unabsichtliche Auslösen der Notrutschen am Boden durch die Crew beim Öffnen der Türen. Der Watchdog-Sensor meldet sich bei jeder Bewegung in Türgriffnähe und soll so den teuren und gefährlichen Fehlerherd reduzieren. Einen ganz anderen Sensor liefert Zodiac Aerospace: das erste "Parkleitsystem" für Handgepäck. Ähnlich den grünen Lämpchen im Parkhaus signalisieren Leuchtflächen über den Kofferfächern freie Plätze für Gepäckstücke. Dazu beinhaltet das Konzept größere Kofferflächen für insgesamt weniger "Handgepäck-Angst", wie die Finalisten versprechen. Diehl Aerospace legt gemeinsam mit der Hochschule Luzern Daten- und Stromkabel in ihrer entwickelten "Power Line Communication" zusammen. Dieses "Trittbrettfahren" der Datenströme über die bereits vorhandene Stromverkabelung an Bord bedeutet eine immense Material- und damit Gewichteinsparung im Flugzeug.

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Effizienz und Nachhaltigkeit stehen erwartungsgemäß auch in der Kategorie "Grünere Kabine, Gesundheit, Sicherheit & Umwelt" im Vordergrund. Zu den Finalisten gehört der "GermFalcon" des gleichnamigen US-Unternehmens. Das martialisch anmutende Reinigungsgerät für Kabinen nutzt ultraviolettes C-Licht. Dieses beseitigt ohne chemische Mittel Bakterien und Viren auf Sitzen und Oberflächen. Ähnlich antibakteriell möchte die "Revolution Toilet" von Zodiac Aerospace sein. Sie besteht nicht nur aus recycelbaren Faserverbundstoffen und spart Wasser, sondern bietet dank spezieller Luftlöcher Keimen am Toilettenrand keine Chance. Erfolgreich bis ins Finale schieben konnte Airbus den ReTrolley, mit dem die Besatzung schon während des Gangs durch die Kabine angefallenen Müll trennen und komprimieren kann.

Bombardier ist dieses Jahr erstmals beim Crystal Cabin Award vertreten und steigt gleich doppelt ins Finale ein: In der Kategorie "Passenger Comfort Hardware" steuern die Kanadier ihr Konzept barrierefreie Toiletten für ihre CRJ-Baureihe bei. Sie messen sich mit Airbus in Zusammenarbeit mit Recaro und THK, deren "Smart Cabin Reconfiguration", einer Lösung zur einfachen Verschiebung der Flugzeugsitze auf den Sitzschienen, im Finale stehen. Bereits in den Vorjahren hat es Ideen gegeben, die sich der effizienten Sitzplatzkonfiguration je nach Auslastung widmen. Der Ansatz von Airbus verspricht nun besonders wenig Aufwand, sowohl in der Vorabinstallation als vor allem im Handling durch die Crew, die das Schienensystem ohne mechanische Vorkenntnisse bedienen kann. Einen Mehrwert mit wenig Aufwand schafft auch Finalist Diehl Comfort Modules in Kooperation mit Lufthansa Technik: Ihr Bar-Modul lässt sich mit wenigen Handgriffen in die Galley integrieren - und zaubert aus der eher grauen Küchenzeile binnen Sekunden einen Tresen für Bar oder Duty Free Verkauf an Bord.

Konnektivität an Bord bleibt auch 2017 ein Wachstumsfeld: Immer mehr Airlines bieten ihren Passagieren die Möglichkeit, sich an Bord mit dem Internet und eigene Geräte mit dem Bordentertainmentsystem zu verbinden. Die Kategorie "Elektronische Systeme" bringt entsprechend gleich zwei hierfür beispielhafte Finalisten hervor: Die Hamburger von Lufthansa Technik bieten dem Fluggast mit "niceview Mobile" die Möglichkeit, seine Reise per interaktiver Karte auf dem mobilen Endgerät zu verfolgen. Das US-amerikanische Unternehmen Global Eagle Entertainment stellt ein ganzes Entertainment-Portal zur Verfügung, mit dem Passagiere auf ihren Smartphones im Internet surfen, Filme schauen und Magazine lesen können. Auf der richtigen Frequenz zur 29-köpfigen Expertenjury sendete offenbar Airbus in diesem Jahr: Mit seinem Konzept einer drahtlosen Kommunikation auf Basis von Radiowellen schaffte es der Konzern auch in dieser - und damit in insgesamt vier Kategorien - unter die letzten Drei. Rauchmelder, Beleuchtung oder Temperaturregulierung im Flugzeug lassen sich dank der neu patentierten Funkfrequenz drahtlos steuern und für die Airline leicht installieren.

Auch 2017 wieder Hort kreativer Finalistenkonzepte: Die Kategorie "Universität". Wie bereits im Vorjahr hat es die niederländische TU Delft gleich mit mehreren Ideen ins Finale geschafft. "myseat" entspricht einem Parkleitsystem für Passagiere. Diese werden per Bluetooth bereits ab Check In bis zu ihrem Platz begleitet. So soll ein strukturierterer Boardingprozess ermöglicht werden. "The Revitalisation System" wiederum macht aus den Flugzeugsitztextilien ein Bedienungsfeld: Über Körperbewegungen im Sitzen lässt sich die Bordunterhaltung steuern. So wird aus langem Sitzen Workout. Mit dem anderen Ende dieses Spektrums befasst sich hingegen Finalist HAW Hamburg: Für Rollstuhlfahrer ist unabhängig fliegen spätestens beim Thema Bordtoilette hürdenreich. Der "Smart Onboard Wheelchair" der Hamburger Studenten kann dank eines speziell geformten Sitzes direkt über das WC gerollt werden.

Die sieben Sieger des Crystal Cabin Awards 2017 werden im Rahmen einer feierlichen Gala anlässlich der Messe Aircraft Interiors Expo am Abend des 4. April im Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg verliehen. Zuvor muss sich jeder der Finalisten persönlich den kritischen Fragen der internationalen Expertenjury aus Airlines, Herstellern, Professoren und Journalisten stellen und sein Projekt in einem Elevator Pitch präsentieren.

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