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Take-off für SiLuFra

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Verbundprojekt „Sichere Luftfracht-Transportketten“ wird vom Bund im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ gefördert.

Hamburg, 30. August 2013: SiLuFra steht für Sichere Luftfracht-Transportketten und ist ein neues Verbundprojekt, an dem unter anderem Hamburg Aviation beteiligt ist. Das Projekt hat den Zuwendungsbescheid vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit" erhalten. Das offizielle Kick-off-Treffen für das Forschungsvorhaben mit einem Projektvolumen von insgesamt 4,97 Millionen Euro fand an der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) statt. Die Webseite des Forschungsprojekts ist ab sofort online: www.silufra.de.

SiLuFra wird von der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) koordiniert und mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit" zum Themenfeld "Sicherheit im Luftverkehr" gefördert. Allein an der TUHH sind drei Institute an dem Projekt beteiligt: das Institut für Flugzeug-Kabinensysteme, das Institut für Logistik- und Unternehmensführung sowie das Institut für Lufttransportsysteme. Weitere elf Partner aus Wissenschaft, Industrie und Bundesinstituten unterstützen die Entwicklung neuer Konzepte, Strategien und Technologien für sichere und effiziente Luftfracht-Transportketten. Darüber hinaus begleiten neun Stakeholder inklusive der IATA und des LBA das Projekt als Mitglieder des Advisory Boards. Gemeinsam hatten sich die Partner im vergangenen Jahr mit dem Thema "Sichere Luftfracht-Transportkette: Konzepte, Strategien und Technologien für sichere und effiziente Luftfracht-Transportketten" beim BMBF beworben.

Ziel von SiLuFra ist es, Prozesse für eine effektive und effiziente Kontrolle von Luftfracht zu erarbeiten und daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten. Dazu sollen die bestehenden Regularien, Überwachungsmethoden und -technologien sowie potenzielle Bedrohungsszenarien analysiert werden. Aus den Ergebnissen wird ein Prozessmodell erarbeitet, auf dessen Basis geänderte Teilprozesse und neue Technologien einfacher implementiert werden können. An dieser anspruchsvollen Aufgabe arbeiten neben den Forschungspartnern unter anderem Luftfrachtdienstleister, Logistik- und Sicherheitsexperten. Mit Hilfe von SiLuFra soll die gesamte Güterlogistik im Luftverkehr in Deutschland systematisch analysiert werden. Auf Basis der Analysen werden Verbesserungsansätze für einen sicheren Umgang mit Luftfracht erarbeitet, so dass potenzielle Schwachpunkte in der Transportkette erkannt werden und ein nachhaltiger Schutz vor Manipulationen und Angriffen ermöglicht wird. Die Ergebnisse tragen dazu bei, die Sicherheit der Luftfracht-Transportkette auch in Zukunft zu gewährleisten.

Hamburg Aviation wird bei der Beschaffung und Prüfung von Informationen als auch beim Ergebnistransfer einen wichtigen Beitrag leisten. Ansprechpartner für SiLuFra bei Hamburg Aviation ist Patrick Pulendran, die Koordination des Gesamtprojektes erfolgt durch Prof. Dr. Ralf God (Koordinator) vom Institut für Flugzeug-Kabinensysteme und Prof. Dr. Thorsten Blecker (stellv. Koordinator) vom Institut für Logistik und Unternehmensführung der TUHH.

Hintergrund zu SiLuFra: Die Gewährleistung einer sicheren, effizienten Abfertigung von Luftfracht ist eine große Herausforderung. Dies liegt unter anderem an der Vielfalt der möglichen Transportgüter und der großen Zahl potenzieller Angriffspunkte in der Prozesskette. Trotz der Brisanz der Thematik existieren bislang kaum praktikable Konzepte zur Lösung dieser Problematik. Insbesondere bei der Luftfracht ist es erforderlich, für alle Prozessbeteiligten einen integrierten Security-Ansatz zu entwickeln. Die Analyse des Gesamtprozesses dient der Identifikation sensibler Abschnitte innerhalb der Luftfracht-Transportkette und der Festlegung entsprechender Sicherheitsanforderungen für diese Abschnitte. Erstes Ziel muss es daher sein, die Sicherheit - über die gesamte Kette und alle Akteure hinweg - auf ein einheitlich hohes Niveau zu bringen. Technologieentscheidungen müssen dann diesen Sicherheitsanforderungen folgen. Technische Lösungen sollten also nicht den Luftfracht-Prozess bestimmen, sondern das erforderliche Sicherheitsniveau ermöglichen. Bei der Umsetzung des Themas muss berücksichtigt werden, dass sich sowohl der Prozess als auch die zur Lösung eingesetzte Technologie künftig verändern können. Darüber hinaus können sich die aktuellen Regulierungen und Gesetze weiterentwickeln. Nach Maßgabe bestehender Regulierungen und Gesetze muss daher für die sichere Luftfracht-Transportkette eine Metaebene geschaffen werden, welche sowohl mit Prozessveränderungen, technologischen Weiterentwicklungen, als auch mit veränderten oder neuen Bedrohungsszenarien umgehen kann. Konstante Elemente der Luftfracht-Transportkette sind der Warenfluss, der Informations- bzw. Datenfluss (vgl. IATA e-Freight und IT für das Supply Chain Management) und die Prozessbeteiligung diverser Personen bzw. Stakeholder.