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Luftfahrtnachwuchs: Praxis schon ab der 8. Klasse

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Hamburger Stadtteilschulen, Airbus, Lufthansa Technik und Hamburg Centre of Aviation Training (HCAT) starten gemeinsames Pilotprojekt „Berufsorientierung Luftfahrt“

"Was möchte ich später werden?" Für viele Schülerinnen und Schüler eine schwierige Entscheidung angesichts der Vielzahl an beruflichen Optionen und fehlenden praktischen Erfahrungen. Ein Hamburger Pilotprojekt aus Akteuren des Luftfahrtstandorts bietet nun die Möglichkeit, bereits ab der 8. Klasse Praxiserfahrungen in luftfahrttechnischen Berufen zu sammeln. Auszubildende von Airbus und Lufthansa Technik besuchen im Projekt "Berufsorientierung Luftfahrt" die Schulen und erzählen von ihren Aufgaben. Anschließend können Schülerinnen und Schüler am Hamburg Centre of Aviation Training (HCAT) Arbeitsprozesse selbst ausprobieren - mit der Option, sich dann in persönlichen Beratungsgesprächen in Ruhe über vertiefende Praktika und Ausbildungswege zu informieren.

Das Pilotprojekt "Berufsorientierung Luftfahrt" startet mit sechs Hamburger Stadtteilschulen, in denen Auszubildende von Airbus und Lufthansa Technik in den beteiligten Klassen aus den Bereichen Fluggerätmechanik und Fluggerätelektronik berichten. Im Anschluss finden zwei Praxisveranstaltungen im Hamburg Centre of Aviation Training (HCAT) statt. Hier erleben die Schülerinnen und Schüler "Luftfahrt zum Anfassen", können sich unter fachmännischer Anleitung von Ausbildern der Lufthansa Technical Training selbst erproben und berufstypische Tätigkeiten durch selbst hergestellte Werkstücke ausführen. In einem dritten Schritt lernen sie durch einen Betriebstag bei Airbus und Lufthansa Technik die vorgestellten Berufsfelder in den jeweiligen Unternehmen kennen.

Nach Abschluss der Veranstaltungen kann jeder frei entscheiden, ob sie oder er sich beruflich stärker in die Luftfahrt orientieren möchte. In einem persönlichen Beratungsgespräch bieten Airbus und Lufthansa Technik jedem Teilnehmenden einen Raum, um sich über konkrete Zukunftsperspektiven zu informieren. Folgeschritte sind Betriebspraktika in den Unternehmen im Laufe der 9. Klasse, sowie ein anschließendes Aufbaupraktikum mit integriertem Einstellungstest für den Übergang in die betriebliche Ausbildung bei Airbus oder Lufthansa Technik.

Das unter Federführung der Behörde für Schule und Berufsbildung in Kooperation mit Airbus und Lufthansa Technik und der Wirtschaftsbehörde entwickelte Pilotprojekt "Berufsorientierung Luftfahrt" ist das jüngste Produkt aus dem Bildungs-"Think Tank" des Hamburger Luftfahrtclusters, dem Hamburg Centre of Aviation Training (HCAT). Ziel des HCAT ist es, Schulen, Hochschulen und ansässige Luftfahrt-Unternehmen im Rahmen der Fachkräfteentwicklung stärker institutionell zu verzahnen. Mit dem HCAT-Gebäude auf dem Gelände der Staatlichen Gewerbeschule für Fertigungs- und Flugzeugtechnik in Borgfelde wird zudem ein weltweit einmaliger gemeinsamer Campus für die praktische Ausbildung betrieben, der auch im neuen Berufsorientierungsprojekt gezielt eingebunden wird.

"Ein Konzept wie dieses, in dem Stadtteilschulen und Unternehmen der Luftfahrttechnik im Rahmen der Berufsorientierung jahrgangsübergreifend miteinander kooperieren, und in dem dort erfolgreiche Schülerinnen und Schüler das Angebot zu einem direkten Übergang in die betriebliche Berufsausbildung bekommen, ist in der deutschen Bildungslandschaft in dieser Form bisher einmalig", sagt Ingrid Schilling-Kaletsch von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) in Hamburg. "Wir glauben, dass wir hiermit ein Konzept entwickelt haben, dass auch für andere Branchen und andere Standorte wegweisend sein kann".

"Airbus gehört zu den größten Arbeitgebern in der Metropolregion Hamburg. Damit wir auch in Zukunft die richtigen Fachkräfte für Bau und Entwicklung unserer Flugzeuge gewinnen, möchten wir Jungen und Mädchen frühzeitig für unsere spannende Industrie begeistern. Das neue Berufsorientierungskonzept ist ein weiterer Beweis für die einzigartige und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Behörden, Industrie, Bildungsträgern und Verbänden", sagt Jan Balcke, Leiter der Berufsausbildung von Airbus in Deutschland.

Michael Paarmann, Ausbildungsleiter der Lufthansa Technical Training: "Hamburg ist einer der bedeutendsten Standorte der zivilen Luftfahrtindustrie weltweit. Von der Entwicklung über den Bau bis zur jahrzehntelangen zuverlässigen Instandhaltung und Modifikation der Flugzeuge durch die Lufthansa Technik bieten sich hier enorme berufliche Perspektiven für junge Menschen. Über die Kooperation zwischen Schulen, HCAT, Airbus, Lufthansa Technik und der Lufthansa Technical Training können wir jungen Menschen frühzeitig Einblicke in diese faszinierende Welt geben. Damit erhalten zum Beispiel Mathematik- und Physikunterricht völlig neue Impulse aus der Praxis und die Schülerinnen wie Schüler können Sinn und Potenzial dieser Fächer nachvollziehen."

Das Hamburg Centre of Aviation Training (HCAT) steht für Kooperationsmodelle der Qualifizierung im Luftfahrtbereich. Anfang November hat der Hamburger Senat beschlossen, einen von Wirtschaft und Stadt gemeinsam getragenen HCAT-Verein zu gründen, um die Aktivitäten künftig noch weiter auszubauen.