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24 Konzepte, wie wir morgen fliegen werden

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Die Finalisten in den acht Kategorien des Crystal Cabin Award stehen fest. Der internationale „Flugzeugkabinen-Oscar“ wird im April zum 10. Mal verliehen.

Mittlerweile schaut nicht mehr nur allein die Luftfahrtbranche nach Hamburg, wenn anlässlich der Aircraft Interiors Expo jedes Jahr im April der Crystal Cabin Award verliehen wird. In acht Kategorien kürt die international besetzte Experten-Jury die wegweisenden Innovationen im Bereich der Flugzeugkabinen und Bordprodukte. Auch 2016 verschaffen die insgesamt 24 Finalisten eine gute Übersicht über die Trends und Neuerungen, denen Passagiere und Airline-Betreiber zukünftig über den Wolken begegnen werden oder die gar schon heute fliegen. Innovative Lichtstimmungen, ausgefeilte Entertainmentsysteme und clevere Raumnutzungsideen zählen zu den Highlights in diesem Jahr. Im Jahr seines 10-jährigen Bestehens konnte der vom Luftfahrtcluster Hamburg Aviation initiierte Preis zudem erneut eine Rekordzahl an Bewerbungen verzeichnen: 78 Ideen aus 18 Ländern schafften es auf die Shortlist. Acht der 24 jetzt ins Finale gewählten Bewerber werden am Abend des 5. April eine der begehrten Trophäen mit nach Hause nehmen.

Internationale Aufmerksamkeit erreichten bereits einige der Vertreter in der Kategorie "Visionäre Konzepte". So sorgte Finalist Formation Design mit einem Mischkonzept aus First und Business Class für Aufsehen. Der Clue: Passagiere in der First-Class-Suite liegen dabei über den Reisenden der Business Class. Das Lifestyle-Konzept von Zodiac Aerospace geht noch einen Schritt weiter und rollt die ganze Kabine neu auf: Statt den traditionellen Klassen wird nach Sitz-, Schlaf-, Besprechungs- oder Loungebereichen unterschieden. Jegliche Konventionen sprengt der dritte Finalist im Bunde: Das Designbüro TEAGUE hat mit Poppi ein völlig neues Airline-Konzept entwickelt: Dort können zum Beispiel Unternehmen eine "Patenschaft" für die ungeliebten Mittelsitze übernehmen und den Fluggästen kostenlose Produkte und Zusatzleistungen anbieten. Vor dem Flug können sich die Passagiere darüber hinaus in einem sozialen Netzwerk kennenlernen.

Deutlich fortgeschrittener in ihrer Entwicklung sind die Ideen der in diesem Jahr neu eingeführten Kategorie "Kabinenkonzepte", die sich auch an Airlines richtet. Hier schaffte es Etihad Airways zusammen mit Acumen Design zum zweiten Mal in Folge ins Finale: durch ausgeklügelte Raumnutzung ermöglicht die Boeing 787 First Suite im Dreamliner die gleichen Annehmlichkeiten wie im Airbus A380 - trotz deutlich kleinerem Rumpf. Mit der tangerine Kabine für Virgin Australia schaffte ein weiteres Airline-Konzept den Sprung unter die letzten Drei. Die Designer kreierten ein neues Kabinenerlebnis für die Langstreckenflotte aus A330 und Boeing 777. Ein besonderes Kabinenerlebnis hat auch Seymour Powell geschaffen. Die Designagentur möchte mit First Spaces über den Wolken eine Atmosphäre wie im Boutique-Hotel schaffen: mit Einzel- und Doppelzimmern. Die Jury nahm schon mal gedanklich Platz und wählte die Londoner als Dritte im Bunde ins Finale.

Doch nicht nur solvente Fluggäste dürfen sich vom Crystal Cabin Award inspirieren lassen. Zahlreiche Innovationen der Finalisten kommen auch Passagieren der Economy Class zugute - beispielsweise in der Kategorie "Elektronische Systeme". Dazu zählt die 2Ku-Technologie des amerikanischen Unternehmens Gogo, die allen Reisenden dank einer Doppel-Antenne auf dem Flugzeugdach künftig ruckelfreies Breitband-Surfen über den Wolken verspricht. Um die Übertragung innerhalb der Kabine hat sich hingegen Lufthansa Systems Gedanken gemacht: Mit der BoardConnect Portable-Lösung kann die Besatzung den Breitband-Router einfach in die Hand nehmen und völlig flexibel durch die Kabine tragen. Wer statt einer hervorragenden Verbindung lieber hervorragende Unterhaltung möchte, wird sicherlich dem Digital Sky des Finalisten Thales viel abgewinnen können: Hier ist die gesamte Rückenlehne des Vordersitzes als Touchscreen-Bildschirm nutzbar, sodass dem Entertainment-Genuss (fast) keine Grenzen gesetzt sind.

Entertainment an der Kabinendecke wird in der Kategorie "Passenger Comfort Hardware" geboten. Hier sorgt das deutsche Unternehmen Diehl Aerospace mit dem Dandelion-Konzept für Aufsehen. Dieses ermöglicht die aufwendige Projektion von Bildern oder Filmen an Kabinensegmente, um etwa entspannende oder jet-lag-minimierende Lichtstimmungen zu erzeugen. Rebel.Aero hingegen schaffte es mit einem neuartigen Economy-Class-Sitz ins Finale, bei dem sich die Sitzfläche nach oben klappen und so die Sitzposition während des Fluges variieren lässt. Ideal für größere Passagiere, die auch in der Economy zwischendurch ihre Beine ausstrecken möchten. Mit dem Waterfront-Business-Class-Sitz hat es TEAGUE auch in einer weiteren Kategorie ins Finale geschafft. Der neue Langstreckensessel wartet mit einigen innovativen Elementen auf, wie etwa der Möglichkeit, das Smartphone durch einfaches Auflegen auf eine Induktionsfläche zu laden.

Durch clevere Nutzung der Induktionstechnologie hat sich auch Lufthansa Technik in der - ebenfalls neuen - Kategorie "Kabinensysteme" einen Platz im Finale errungen. Die Hamburger entwickelten eine induktive Kochplatte, mit der sich frische Gerichte in der Bordküche fast wie am heimischen Herd zubereiten lassen. Mit Diehl Service Modules ist auch der fränkische Konzern ein weiteres Mal im Finale vertreten. Die Smart Galley erlaubt dank modularer Bauweise die blitzschnelle Neu- und Umkonfiguration der Bordküche. Das US-Unternehmen B/E Aerospace punktete mit seinem flexiblen LED-Lichtsystem Viu: Dieses lässt sich auch an schwer zugänglichen Orten der Kabine installieren und kann eine schier endlose Vielfalt an Farbstimmungen erzeugen.

Während sich innovative Lichttechnologie direkt erfahren lässt, finden andere Innovationen in der Flugzeugkabine oft "hinter den Kulissen" statt. Beispielsweise in der Kategorie "Grünere Kabine, Gesundheit, Sicherheit & Umwelt", wo es Apparatebau Gauting mit einem neuartigen und umweltfreundlichen Feuerlöschsystem für den Frachtraum ins Finale schaffte, das im Ernstfall eine Mischung aus Wasser und Stickstoff versprüht. Ein Passagier wird die Innovation aus Gauting wohl nicht zu Gesicht bekommen, anders ist dies beim Konzept des US-Flugzeugbauers Boeing. Dieser hat mit dem Fresh Lavatory eine hygienischere Bordtoilette entwickelt, die nicht nur reinere Oberflächen bietet, sondern auch neuartige Luftfilter. Dritter Finalist ist das PYCO-Institut von Fraunhofer. Die Forscher aus Teltow haben ein umweltschonendes Recycling-Verfahren für in der Kabine verwendete Verbundwerkstoffe verwendet.

Neue Werkstoffe sind auch Bestandteil der Kategorie "Materialien & Komponenten". Hier gelang dem Unternehmen F.LIST mit dem ersten jemals in der Luftfahrt zertifizierten Holzfußboden für die Flugzeugkabine der Einzug ins Finale. Eine Innovation, mit dem die Österreicher vor allem im VIP-Markt punkten dürften. Deutlich weniger glamourös für den Fluggast, aber ebenso innovativ ist das ERMS (Easy Release Modular System) Konzept: ein neuartiger und deutlich effizienterer Verstellmechanismus für Rückenlehnen. Mit einem thermoplastischen Oberflächendesign schaffte es auch Sekisui SPI ins Finale der Kategorie. Mit der Infused Imaging genannten Technologie können Kabinenelemente wie Sitzschalen und Trennwände nun deutlich detaillierter und kreativer bedruckt werden.

Bereits vor der Preisverleihung in Hamburg steht fest, dass der Crystal Cabin Award in der Kategorie "Universität" in diesem Jahr an die TU Delft gehen wird. In einem beeindruckenden Durchmarsch fegten die Niederländer bereits beim Finaleinzug sämtliche weiteren Universitäten, darunter den Vorjahressieger HAW Hamburg, aus dem Wettbewerb. Bei der Preisverleihung in Hamburg werden sich somit mehrere Kommilitonen direkt gegenüberstehen: Manon Kühne mit einer innovativen Kopfstütze für die Economy Class, Ting Yu Chen mit einer "FiO" genannten multimedialen Bordlounge sowie einem Team aus sechs Studenten mit einer Studie für eine bewegbare Galley, "Modulair".

Die acht Sieger des Crystal Cabin Award 2016 werden im Rahmen einer Gala anlässlich der Messe Aircraft Interiors Expo am Abend des 5. April im Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg verliehen. Zu den Festrednern zählen in diesem Jahr Sir Tim Clark, Präsident von Emirates Airline, sowie Brigitte Zypries, Staatssekretärin für Luft- und Raumfahrt der Bundesregierung. Zuvor muss sich jeder der Finalisten persönlich den kritischen Fragen der 24-köpfigen internationalen Expertenjury aus Airlines, Herstellern, Professoren und Journalisten stellen und sein Projekt in einem Elevator Pitch präsentieren.

Renommierter Industry Award mit renommiertem Industry Support - Wir danken den Sponsoren und Medienpartnern des Crystal Cabin Award 2016:

Airbus, Aircraft Cabin Management, Aircraft Interiors Expo (Reed Exhibitions), Aircraft Interiors International Magazine, Aircraft Interiors Middle East, APEX, B/E Aerospace, Bishop GmbH Aeronautical Engineers, Dabelstein & Passehl, DIEHL Aerosystems Holding, Emirates Airline, FERCHAU AVIATION Division, Flightchic, HAECO Cabin Solutions, Inflight Magazine, Jetliner Cabins, Lufthansa Technik AG, Reaktor.Aero, Runway Girl Network und SEKISUI SPI.

Hinweise für die Medien: Eine Übersicht der Finalisten finden Sie anbei sowie auf der Webseite www.crystal-cabin-award.com im Pressebereich. Hier stehen auch Bilder der nominierten Produkte und Konzepte zum Download bereit. Das komplette Bild- und Textmaterial aller Finalisten inklusive Kontaktdaten zum Download: https://seafile.hamburg-tourism.de/f/0d609a2c2f/   

Alle Produkte und Konzepte der Finalisten werden auf der weltgrößten Kabinenmesse Aircraft Interiors Expo (5. bis 7. April 2016) in Hamburg in der Crystal Cabin Award Galerie (Halle B1 Upper) präsentiert. Hier werden die Sieger auch am zweiten Messetag (6. April, 12:30 Uhr) persönlich ihre Konzepte der Öffentlichkeit vorstellen.