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21 Produkte für die Flugzeugkabine von morgen

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Der Crystal Cabin Award ist die weltweit erste Adresse, wenn es um innovative Neuerungen im Kabinenbereich geht. Jetzt stehen die 21 Finalisten für 2014 fest.

Von futuristischen Konzepten wie dem Flugzeugsitz mit Touchscreen-Rückenlehne bis zu pragmatischen Serienprodukten wie der Laptop-Steckdose an jedem Platz: Die diesjährigen Finalisten des Crystal Cabin Awards geben einen Ausblick auf das, was den Passagier schon bald im Flugzeug erwarten könnte. Immer wieder geht es dabei auch um die entscheidende Frage, wie ein Mehr an Komfort für den Passagier mit einem Mehr an Effizienz im Flugbetrieb verbunden werden kann. Ein wesentliches Beurteilungskriterium auch für die 24-köpfige internationale Jury, in der zahlreiche Airline-Vertreter sowie alle großen Flugzeugbauer vertreten waren und die jede der 55 Shortlist-Bewerbungen aus 12 Ländern auf Herz und Nieren prüfte. Zum achten Mal werden Finalisten und Gewinner in den sieben Award-Kategorien im Rahmen der Kabinenmesse "Aircraft Interiors Expo" vom 8. bis 10. April in Hamburg präsentiert.

Neuerungen, die man als Passagier bald schon im Einsatz erleben könnte, finden sich vor allem unter den drei Finalisten der Kategorie "Komfort - Systeme". So hat Lufthansa Technik mit dem acWAP einen Hochgeschwindigkeits-Router entwickelt, der selbst datenintensive Anwendungen wie Videostreaming oder Online-Spiele in der gesamten Kabine ermöglicht und bereits diesen Sommer in 20 Airbussen der Lufthansa installiert sein soll. Allerdings schmilzt beim Surfen an Bord die Akku-Leistung wohl schnell dahin - ein Problem, dem sich der Finalist Armstrong Aerospace aus den USA angenommen hat. Er bietet mit der PowerBox ein mobiles Steckdosenmodul, das platzsparend und ohne großen Aufwand  unter dem Vordersitz installiert werden kann. Das Produkt wurde von der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA bereits zertifiziert. Ohne Elektronik hat es Zodiac Aerospace aus Frankreich mit dem ISIS Aft Complex ins Finale geschafft: In diesem Konzept werden die zuvor getrennten Toiletten- und Galley-Module nebeneinandergelegt und an die hintere Kabinenwand verschoben. Das Ergebnis: fast einen Meter mehr Platz.

Mit einer ähnlichen Überlegung sind die US-Kooperationspartner B/E Aerospace und Teague unter die letzten Drei der Kategorie  "Design & visionäre Konzepte" gelangt. Sie haben mit dem Advanced Lavatory ein besonders schlankes Toilettenmodul entworfen, das die Integration von sechs zusätzlichen Sitzen im Flugzeug ermöglicht. Dem gegenüber steht der Finalbeitrag von Zodiac: Die Halo First Class Designstudie bietet dem Fluggast eine loungeähnliche Suite mit reichlich Privatsphäre. Der Economy Class hat sich hingegen der französische Finalist Expliseat mit einem Sitz aus Titan gewidmet. Das besonders leichte Material hat nicht nur eine um das 125-fache (!) höhere Lebensdauer als konventionelle Aluminiumsitzgestelle, sondern soll der Airline zusätzlich eine Kerosinersparnis von knapp 300.000 Euro und der Umwelt eine CO2-Ersparnis von 800 Tonnen pro Jahr und Flugzeug ermöglichen.

Der Effizienzgedanke steht auch in der Kategorie "Grüne Kabine, Gesundheit, Sicherheit & Umwelt" ganz im Vordergrund. Der deutsche Finalist DIEHL Aerospace hat unter dem Namen DACAPO ein stromsparendes und energieautarkes Kabinensystem entwickelt, bei dem wieder aufladbare und austauschbare Akku-Trolleys zum Einsatz kommen. Vision Systems aus Frankreich schaffte es mit dem "Energia"-Flugzeugfenster in die Endrunde, in dem ein in die Scheibe eingelassener transparenter Photovoltaik-Film Sonnenenergie "erntet" und gleichzeitig eine Dimmung auf Knopfdruck ermöglicht. Mit einem weiteren Projekt aus der ISIS-Reihe ist auch Zodiac in dieser Kategorie unter den Top Drei vertreten: Das Modular Lavatory ermöglicht ressourcenfreundliche Zuschnitte und Auswechslungen einzelner Wasch- und Toilettenmodule, wo vorher nur standardisierte Komplettsysteme ein- oder ausgebaut werden konnten.

Auch in der Kategorie "Komfort - Komponenten" ist ein Projekt aus den Waschräumen in der Endauswahl: Die Flugzeugtoilette von Diehl Comfort Systems lässt sich ohne Berührung allein durch Bewegungssensoren bedienen und gilt deshalb als besonders hygienisch. Ein Argument, das vor allem fernöstliche Passagiere überzeugen könnte. Unter den weiteren Finalisten der Kategorie finden sich gleich zwei Economy-Class-Flugzeugsitze deutscher Hersteller: Recaro schickt seinen ergonomischen Leichtbausitz CL3710 mit Extra-Raum im Kniebereich ins Rennen, ZIM Flugsitz kontert mit dem Kurz- und Mittelstreckensitz EC-00, der mit einem neu patentierten Tisch- und Rückenlehnenkonzept aufwartet.

Um Sitze der höheren Preisklassen geht es in der Kategorie "Premium- & VIP-Produkte". Während Finalist Thales Avionics hier mit dem Immersive Business Class Seat einen wahrhaft futuristischen Sitz ins Rennen schickt, der den Passagier mit einem fast 360° umfassenden Bildschirm- und Surround-Soundsystem nahezu vergessen lässt, dass er im Flugzeug sitzt, konzentrieren sich die Konzepte der zwei Wettbewerber auf die Verbindung von persönlichem Raum und Kabine. Paperclip Design aus Hong Kong stellt mit dem Convertible Long Haul Sitzkonzept eine innovative Lösung vor, einen Sitzbereich innerhalb kürzester Zeit von einer Premium-Economy-Lösung in eine Full-Flat Business-Option zu verwandeln. Zodiac Aerospace hat die Premium Cabin entwickelt, die ohne platzfressende Lücken und Zwischenwände auskommt und damit nicht nur mehr Raum für jeden Passagier schafft, sondern sogar für eine Bord-Bar.

Die US-Tochter Zodiac Galleys konnte die Jury in der Kategorie "Material & technische Komponenten" überzeugen. Entwickelt wurde ein Airbag-System für die Kabinenwand, das im Ernstfall aus der Wand heraus dem Passagier entgegen schnellt. Mit der platzsparenden Neuerung werden aufwendige und im Alltag unkomfortable im Sicherheitsgurt installierte Airbags umgangen. Das britische Unternehmen Specialist Aviation hat es mit einer Lösung für kleinere Materialschäden unter die drei Finalisten geschafft. Mit dem Plastikkleber SATTO lassen sich kleinere Reparaturen von Kabinenkomponenten in 30 Minuten ohne Erhitzen durchführen. Als Dritter im Bunde tritt der deutsche Glasproduzent Schott mit einer innovativen Leichtbau-Glasstruktur für Kabinenfenster im Finale an, die nicht nur widerstandsfähiger als herkömmliches Fensterplastik ist, sondern auch deutliche größere Partituren ermöglicht.

Äußerst positiv hat sich die Kategorie "Universität" entwickelt, in der es in diesem Jahr Einreichungen aus fünf verschiedenen Ländern gab. Gleich mit zwei Bewerbern hat es die holländische TU Delft ins Finale geschafft. Mit "Sense the Transitions" stellt ein Studentinnenteam ein innovatives Inflight-Entertainment-Konzept vor, bei dem Infografiken und Videos zu Kultur, Geschichte und Natur der überflogenen Gebiete auf die Rückenlehne des Vordersitzes projiziert werden. Ein Kommilitone präsentiert mit dem ARC Seat Concept einen neuartigen Flugzeugsitz, der Belastungen bis 16G standhalten soll. Die weiteste Anreise aller Finalisten hat die australische Monash University, die ein Rollstuhlkonzept für das Boarding entwickelt hat. Dabei wird ein passgenaues Sitzmodul durch die Kabine in die jeweilige Sitzreihe geschoben und dort verankert, ohne dass der Passagier sich erheben muss.

Alle Produkte und Konzepte der Finalisten werden auf der weltgrößten Kabinenmesse Aircraft Interiors Expo (8. bis 10. April 2014) in Hamburg in der Crystal Cabin Award Galerie (Halle B1 A41) präsentiert. Hier werden die Gewinner auch am zweiten Messetag (9. April, 11 Uhr) persönlich ihre Konzepte der Öffentlichkeit vorstellen.

Die offizielle Siegerehrung und Übergabe der Trophäen findet am Abend zuvor bei einem feierlichen Dinner statt.

 

Der Crystal Cabin Award 2014 wird von folgenden Sponsoren unterstützt:          
Airbus, Aircraft Cabin Management, die Messe Aircraft Interiors Expo (Reed Exhibitions), Aircraft Interiors International Magazine, die Messe Aircraft Interiors Middle East (AIME), APEX, Bishop, DIEHL Aerosystems Holding, Embraer, FERCHAU AVIATION Division, Jetliner Cabins, KYDEX LLC und Zodiac Aerospace.