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Neuigkeiten von Lufthansa Technik

Foto: Lufhansa Technik

14.11.2017Unternehmen und Verbände

Ka-Band-Modifikation für Boeing 747-8 // Lufthansa Technik Component Services erweitert Kapazität und Präsenz in Amerika // Lufthansa Technik stärkt Ideen-Management // Eigenentwickelte App "t/complaint" beschleunigt Datenerfassung

 

Ka-Band-Modifikation für Boeing 747-8

Ein nicht genannter Kunde hat Lufthansa Technik damit beauftragt, mehrere Flugzeuge des Typs Boeing 747-8 ab 2018 mit der neuen Breitband-Internetlösung im Frequenzbereich des Ka-Bands auszustatten. 

Damit wird Lufthansa Technik weltweit das erste MRO-Unternehmen sein, das die Modifikation für dieses Flugzeugmuster anbieten kann. Aktuell stattet Lufthansa Technik die Flugzeuge der Airbus A320-Familie des Lufthansa Konzerns mit der neuesten Ka-Band-Satelliten-Technologie aus. Darüber hinaus verfügt Lufthansa Technik über Supplemental Type Certificates (STC) für die Airbus A330/A340-Familie sowie die Boeing 737-Familie.

Lufthansa Technik hält auch das STC für alle Boeing Business Jets BBJ1 (737-700) und BBJ2 (737-800) für das eigenentwickelte Antennen-Radom TIOS (Two-In-One-Solution), das ebenfalls die Nutzung von Ka-Band und damit optimales High-Speed-Internet und TV-Verbindungen an Bord ermöglicht. 

Durch das STC wird nachgewiesen, dass nachträgliche Modifikationen am Flugzeug mit den gültigen Bauvorschriften der zuständigen Luftfahrtbehörden übereinstimmen. Zukünftige Kunden, egal ob Fluglinien oder Betreiber von VIP-Flugzeugen, profitieren von diesen ergänzenden Musterzulassungen, vor allem in Bezug auf Kosten und Liegezeiten.

Auf bis zu zehn Produktionslinien gleichzeitig können Flugzeuge derzeit im weltweiten Netzwerk der Lufthansa Technik mit den erforderlichen Antennen und Routern ausgestattet werden. Dabei liegen maximal vier Tage zwischen einem klassischen Flugzeug und einem fliegenden Kommunikationszentrum mit Breitband-Connectivity.

Eine schnellstmögliche Integration auch in große Flotten ist möglich, weil die Ingenieure der Lufthansa Technik die erforderlichen Eingriffe in die Flugzeugstruktur minimiert haben. Auch spätere Modifikationen oder der komplette Rückbau der Installationen bei heute noch unbekannten Technologiewechseln sind ohne den kostenintensiven Eingriff in die Struktur machbar.

 

Lufthansa Technik Component Services erweitert Kapazität und Präsenz in Amerika

Lufthansa Technik Component Services (LTCS) hat ihre Kapazität in Tulsa, Oklahoma, deutlich erweitert. Mit einer feierlichen Eröffnung hat das amerikanische Tochterunternehmen der Lufthansa Technik ihre neue Komponentenwerkstatt in Betrieb genommen. Die Fläche des Workshops wurde auf 10.700 Quadratmeter verdoppelt. Darüber hinaus erweitern zusätzliche Angebote und ein verstärktes Logistiknetzwerk das Serviceportfolio und die Leistungen des Unternehmens.

Im Zuge des Kapazitätsausbaus und eines verstärkten Fokus auf die Boeing 737 erwartet das Unternehmen auch einen Zuwachs bei der Mitarbeiterzahl. An ihren acht Standorten in Nordamerika beschäftigt Lufthansa Technik Component Services zurzeit knapp 600 Angestellte. Darüber hinaus wurden zahlreiche Änderungen eingeführt - einschließlich neuer Prozesse -, um die Versorgungswege in der Region zu garantieren.

Ergänzend zur Erweiterung der Produktionskapazität hat Lufthansa Technik im Oktober außerdem ein neues Regionalbüro in Miami, Florida, eröffnet. Hier sind rund 150 Angestellte aus dem Vertrieb sowie aus anderen kaufmännischen und produktiven Bereichen der Lufthansa Technik im Einsatz. Dazu gehören eine rund um die Uhr (24/7) erreichbare Ersatzteil-Hotline (AOG Desk) und Ansprechpartner für den An- und Verkauf von Teilen.

Mit der Produktionserweiterung in Tulsa und den anderen Entwicklungen stärkt Lufthansa Technik ihre Position als ein vertrauenswürdiger strategischer Partner für Fluggesellschaften und andere Betreiber von Verkehrsflugzeugen in Amerika. Zum Ende des Jahres 2017 werden weitere Niederlassungen in Bogotá, Kolumbien, und in Mexiko-Stadt, Mexiko, eröffnet.

 

 

Lufthansa Technik stärkt Ideen-Management

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lufthansa Technik Gruppe in Deutschland tragen durch die Einsparungen über  von ihnen eingereichte Ideen fast zehn Prozent zum Ergebnis des Unternehmens bei. Rund 40 Millionen Euro pro Jahr spart Lufthansa Technik durch die Umsetzung kreativer Verbesserungsvorschläge der Belegschaft aus Hangars, Werkstätten und Büros. Mit dem neuen Ideen-Management "my ideas" soll dieses Potenzial künftig noch besser genutzt werden. Bereits 2.000 Ideen sind eingereicht.

Nicht nur deshalb ist Lufthansa Technik der mit großem Abstand wichtigste Ideengeber innerhalb der Lufthansa Group. Allein der Erstjahresnutzen der eingereichten Ideen erreichte in den letzten zwölf Monaten 10,5 Millionen Euro und wirkt im Durchschnitt aller Projekte über gut vier Jahre.

Gab es schon immer bei der Lufthansa Technik attraktive monetäre Anreize für das Einreichen von Verbesserungsvorschlägen, sorgt der neue Ansatz von "my ideas" jetzt dafür, dass über die Ideen zügiger entschieden wird und somit das Wissen der Belegschaft in konkrete Maßnahmen übergehen kann.

Der neue Prozess stellt unter anderem sicher, dass ein Verbesserungsvorschlag unverzüglich auf dem Tisch derjenigen Führungskraft landet, die den Nutzen aus der beschriebenen Lösung hat. "Damit konnten wir die oft mühsame und langwierige Suche nach dem passenden Entscheider deutlich optimieren", sagt Peter Schürholz, Ideenmanager bei Lufthansa Technik. Der Entscheider kann zusätzliche Experten bei der Entscheidungsfindung einbeziehen, denn nicht wenige Verbesserungsvorschläge beziehen sich auf komplexe Prozesse oder Reparaturverfahren.

 

Eigenentwickelte App "t/complaint" beschleunigt Datenerfassung

Lufthansa Technik und die Lufthansa Industry Solutions haben mit "t/complaint" eine iOS-fähige App entwickelt, mit der Schäden und Beanstandungen nicht mehr nur schneller erfasst, sondern auch deutlich effizienter bearbeitet werden. Die ursprünglich von einem Hamburger Mechaniker-Team des Unternehmens erdachte App wird mittlerweile weltweit bereichsübergreifend von allen Kundendiensten und vielen Fachwerkstätten der Lufthansa Technik Gruppe eingesetzt.

Ursprünglich wurde "t/complaint" entwickelt, um den hohen Aufwand bei der Datenerfassung von Beanstandungen in einem bestimmten Bereich zu reduzieren. Mit der App kann das mittels Tablet erstellte Foto des diagnostizierten Schadens mit dem Barcode-Foto des entsprechenden Auftragsformulars automatisch verbunden und der Meldung im System hinzugefügt werden. Statt bis zu zehn Minuten, benötigt man jetzt nur noch ein bis drei Minuten für den Bearbeitungsvorgang.

"t/complaint" wurde in Teamarbeit von Mitarbeitern aus den Werkstätten und der IT-Abteilung für mobile Datenerfassung für die tägliche Praxis entwickelt und beim Ideenmanagement eingereicht. Für interne Mitarbeiter steht die App im AppStore für iOS-fähige Endgeräte wie iPhone und iPad zum Download zur Verfügung. Sie ist nicht nur sehr einfach zu bedienen, sondern lässt sich auch  - je nach Anwendungsbereich und Verwendungszweck - ganz individuell nutzen. Aktuell verwenden bereits mehr als 50 Abteilungen und Tochterunternehmen die hauseigene Entwicklung.

Zurzeit werden in den einzelnen Bereichen bei Lufthansa Technik ausschließlich personalisierte iOS-Endgeräte genutzt. Um jederzeit direkten Zugriff auf alle Endgeräte zu gewährleisten, sollen zukünftig frei zugängliche Teamgeräte zur Verfügung stehen. Daneben wird bereits über die unternehmensweite Einführung von Multiscannern mit Fotofunktion nachgedacht. Diese scannen zunächst die SAP-Meldung,machen dann die Fotos und übermitteln die Daten abschließend per WLAN (WiFi) an das SAP-System.

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