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Hanse Aerospace: DIGICOR soll kleine und mittelständische Zulieferer unterstützen

15.02.2017Unternehmen und Verbände

Vor dem Hintergrund der großen Veränderungen in der Zuliefererlandschaft der Luftfahrtindustrie – wie z.B. die Bündelung auf wenige große Zulieferunternehmen – ist im Oktober 2016 das dreijährige EU-Projekt DIGICOR gestartet.

Ein Konsortium von 11 europäischen Partnern - darunter Hanse-Aerospace - entwickelt eine Technologieplattform, die eine einfache, schnelle und flexible Integration von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in die Wertschöpfungsketten der großen Hersteller ermöglicht. Die Entwicklung effizienter Workflows, Tools und Apps mit neuester Internettechnologie ist das große Ziel. Das Vorhaben wird von der EU gefördert.

Am 08. Februar 2017 trafen sich alle europäischen Projektpartner gemeinsam mit Mitgliedsunternehmen der Hanse-Aerospace e.V. in Hamburg, um Entwicklungsansätze und Anforderungen für eine Zulieferplattform zu diskutieren. Der Einführungsvortrag zur "Digitalisierung im Einkauf" von Susanne Vorberg (Airbus) zeigte eindrucksvoll, welche Anstrengungen im Einkauf bei Airbus unternommen werden, um insbesondere KMU wieder stärker bei den Zulieferungen zu berücksichtigen. So wurden beispielsweise separate Prozesse extra für kleine Startup-Unternehmen etabliert, die häufig die klassischen Einkaufsbedingungen nicht erfüllen können. Die Zugänglichkeit zu Ausschreibungen soll insbesondere für KMU verbessert werden. Eine Digitalisierung von Workflows kann den heute bis zu 9 Monate dauernden Prozess der Ausschreibung drastisch verkürzen.

Eine Podiumsdiskussion mit jeweils zwei Projektpartnern und zwei Zulieferunternehmen der Hanse-Aerospace. e.V. rundete den Workshop ab. Der Erfahrungsaustausch zwischen den Entwicklern und den potenziellen Anwendern der Technologieplattform führte zu neuen Erkenntnissen. So ist zum Beispiel die Integration von Industrie 4.0-Technologien allein in der Produktion der Hersteller nicht ausreichend. Vielmehr muss die Supply Chain ebenfalls durchgängig mit den neuen Technologien werden, um deutliche Effizienzsteigerungen zu erreichen. Die neu gewonnene Transparenz führt dann auch dazu, dass Störungen nicht mehr - wie bisher - an die letzte Zulieferebene durchgereicht werden. Mit entsprechender Informationsverfügbarkeit lassen sich alternative Zulieferstrategien realisieren und die Auswirkungen von Störungen minimieren.

Bis Ende März 2017 wird die erste Phase des Projektes "Gap Analysis" zum Abschluss kommen. Darauf basierend können dann die entsprechend notwendigen Tools und Apps entwickelt werden.

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