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DLR: Neue Forschungsinstitute eröffnen im ZAL

Foto: DLR

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10.11.2017Unternehmen und Verbände

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) macht Hamburg zum neuen Sitzland: Gleich zwei Forschungsinstitute füllen das ZAL TechCenter.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) weitet seine Aktivitäten in Hamburg deutlich aus. Im Beisein von zahlreichen Ehrengästen, darunter Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, wurden heute gleich zwei neue Forschungsinstitute im ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung auf Finkenwerder aus der Taufe gehoben. Das Institut für Systemarchitekturen in der Luftfahrt wird sich vor allem auf die digitale Entwicklung von zukünftigen Flugzeugtypen und die Übertragung in neuartige Produktionsprozesse konzentrieren ("Digitales Flugzeug"). Das Institut für Instandhaltung und Modifikation bündelt die Forschung rund um den Flugzeugbetrieb und wird sich auf die Entwicklung von neuen Wartungs- und Datenauswertungsmethoden spezialisieren ("Digitaler Zwilling"). Beide Institute werden je 80 Mitarbeiter im ZAL aufbauen, Hamburg bekommt damit den Status eines offiziellen Sitzlands des DLR.  Das Hamburger Luftfahrtforschungszentrum, das zu den modernsten der Welt zählt und für 600 Arbeitsplätze ausgelegt ist, keine zwei Jahre nach seiner Eröffnung voll vermietet.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz: "Wir freuen uns über die Entscheidung des DLR, Hamburg zu einem seiner Sitzländer zu machen. Als größter Luftfahrtstandort Deutschlands war uns dieses Signal besonders wichtig. Dass es nun gleich zwei Institute geworden sind, ist eine umso schönere Bestätigung für uns, welch nachhaltige Aufwertung der Innovationsstandort Hamburg durch das Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung erhalten hat."

"Wir freuen uns nun auch in Hamburg an einem der weltweit größten Standorte der zivilen Luftfahrt mit zwei neugegründeten DLR-Instituten vertreten zu sein und im ZAL eng mit unseren Industriepartnern in der anwendungsorientierten Forschung zusammenzuarbeiten", sagt Prof. Pascale Ehrenfreund anlässlich der Eröffnung. "Die beiden neuen Hamburger DLR-Institute sind tragende Pfeiler unter dem 'Dach der Digitalisierung der Luftfahrt' , denn sie werden es ermöglichen die Komplexität von Luftfahrzeugen über den gesamten "digitalen Faden", vom Entwurf, über Produktion und Betrieb bis hin zur Ausserbetriebsetzung abzubilden", betont Prof. Rolf Henke.

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Arbeitsbereiche der neuen Institute

Das Institut für Systemarchitekturen in der Luftfahrt wird zunächst über drei Abteilungen verfügen für die in den nächsten Jahren rund 80 Mitarbeiter geplant sind: Die Abteilung für Flugzeugentwurf und Systemintegration erforscht Entwicklungsprozesse für virtuelle Produkte im Gesamtsystem Luftfahrt. Die digitale Durchgängigkeit und daraus folgend die Möglichkeit, die Grenzen zwischen den Teilsystemen aufzulösen, bergen dabei das Potenzial für innovative und potentiell revolutionäre Lösungen. Die Abteilung Automatisierung, Energie und Sicherheit untersucht darauf aufbauend die Integration von neuen Technologien, welche signifikante Verbesserungen versprechen. Diesen Technologien ist gemein, dass sie umfassende Änderungen in den Wechselwirkungen der Teilsysteme der Luftfahrt, der so genannten Systemarchitektur, erfordern. Die Abteilung Kabine und Nutzlastsysteme legt ihren Fokus auf systemische Fragestellungen rund um den Flugzeugrumpf und damit auf eine Kernkompetenz der Industrie in Deutschland und Hamburg. Im Zusammenspiel der drei Abteilungen sollen Flugzeuge mit intelligenten Technologien erforscht werden, die durch die Anforderungen künftiger Passagiere getrieben sind, sich in zukünftigen Fabriken effizient produzieren lassen und gleichzeitig Maxima sowohl hinsichtlich der ökologischen Kompatibilität als auch hinsichtlich der Sicherheit im zukünftigen Betrieb erreichen.

Beim Institut für Modifikation und Instandhaltung sind ebenso drei Abteilungen mit rund 80 Mitarbeitern geplant. Die Abteilung für Prozessoptimierung und Digitalisierung erforscht, wie der Zustand eines Flugzeuges in einem digitalen Zwilling kontinuierlich und vollständig abgebildet, nachvollzogen und vorhergesagt werden kann. Zudem werden Wartungsprozesse so optimiert, dass sie effektiv mit einem solchen digitalen Zwilling interagieren können. Die Abteilung für Wartungs- und Reparaturtechnologien legt den Forschungsschwerpunkt darauf, wie derart optimierte Prozesse zu einer modularen Prozesskette mit reibungslosem Ablauf und Informationsaustausch verknüpft werden können und wie ein digitaler Zwilling als Prozessschnittstelle zu gestalten ist. Zudem wird erforscht, wie Verfahren der additiven Fertigung für Reparatur und Retrofit zukünftig in die Flugzeugwartung integriert werden können. Der Fokus der Forschungsarbeiten der Abteilung  Produktlebenszyklus-Management liegt auf der durchgängigen Betrachtung des Flugzeuglebenszyklus. Dabei sollen vor allem langfristige ökonomische und ökologische Folgen neuer Instandhaltungskonzepte, -maßnahmen und –technologien sowie von Produktmodifikationen und –retrofits unter Anwendung des digitalen Zwillings bestimmt, überwacht und vorhergesagt werden.  

Ergänzt wird die Arbeit beider Hamburger Institute durch Konzepte und Entwicklungen in den Bereichen Hochleistungsrechnen, Simulationsumgebungen und Softwaremethoden des Instituts für Softwaremethoden zur Produkt-Virtualisierung in Dresden. Das Institut für Test und Simulation für Gasturbinen, welches in Augsburg neu gegründet wurde, ergänzt das Portfolio um das "virtuelle Triebwerk", die komplexeste Komponente im Flugzeug, die sich ihrerseits auf die Softwaremethoden aus Dresden stützt und bei den Instituten für Systemarchitekturen sowie Instandhaltung und Modifikation integriert wird.

Die neuen Institute werden mit jährlich neun Millionen Euro aus Mitteln des Bunds finanziert, eine Million Euro pro Jahr stellt die Stadt Hamburg darüber hinaus während der Aufbauphase zur Verfügung.

Auf dem Foto:

Enthüllen die DLR-Stele (von links nach rechts): Björn Nagel, Direktor Institut für Systemarchitekturen, Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende DLR, Erster Bürgermeister Olaf Scholz, Prof. Dr. Hans Peter Monner, Direktor Institut für Instandsetzung und Modifikation, Prof. Rolf Henke, Mitglied des DLR Vorstands, Dirk Wiese, Parlamentarischer Staatssekretär Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Copyright: DLR

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