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DLR "Low Cost Monitor 2/2017": Rasanter Ausbau der Billigflieger

Foto: Köln Bonn Airport

24.10.2017Tipps und Informationen

In der Sommersaison 2017 sind die Preise für günstige Flugtickets noch einmal gefallen, begleitet durch einen massiven Ausbau der Billigflieger in Deutschland.

Diese Ergebnisse stehen im "Low Cost Monitor 2/2017" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Eurowings erweiterte das Netz bereits vor der Air Berlin-Insolvenz mit der Übernahme zahlreicher Flugzeuge und etablierte dabei eine neue Basis in München. Mit 52 Prozent ist Eurowings Marktführer in Deutschland. Auch Konkurrent Ryanair baute die Flotte massiv um fast 14 Prozent aus und ist in Europa mit einem Marktanteil von 25 Prozent größter Low Cost Carrier. Deutlich wächst auch das Angebot nach Übersee durch neue Konzepte und Flugzeugmodelle. Der Bericht wird seit 2006 jeweils im Frühling und Herbst veröffentlicht.

Mehr als 100 neue Strecken ab Deutschland

"In Deutschland liegt das Angebot von Ryanair als Vorreiter besonders günstiger Flugpreise mittlerweile auf dem zweiten Platz der Low Cost Carrier mit einem neuen Rekord von 243 Strecken", sagt Studienleiter Dr. Peter Berster vom DLR-Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr in Köln. "Die irische Airline kann über 50 neue Strecken ab Deutschland gegenüber dem Vorjahr verzeichnen", so Berster "Davor behauptet sich deutlich die Eurowings/Germanwings mit 368 verschiedenen Strecken in und ab Deutschland, die ebenfalls rund 50 neue Strecken in ihren Flugplan aufnimmt wobei auch einige Lufthansaverbindungen ab München zusätzlich von der Eurowings bedient werden." 90 Strecken bietet die Easyjet und 73 Strecken die Wizz an. Zusammengefasst verzeichnet der günstige Flugverkehr ab Deutschland ein deutliches Plus von 14,8 Prozent von 700 auf jetzt insgesamt 802 Strecken. Besonders profitieren davon Fluggäste, die Reiseziele in Spanien, Italien oder Griechenland haben. Der Anteil des Low Cost Segments am Flugverkehr von deutschen Flughäfen liegt mittlerweile bei 25 Prozent.

Preise fallen auf Tiefststand

"Die anhaltend hohe Dynamik im Markt führt erneut zu fallenden Preisen bei den Günstigfliegern gegenüber dem Vorjahr", erklärt Dr. Peter Berster. "Die ermittelte Preisspanne ist in diesem Herbst auf einen Tiefststand von rund 35 bis 97 Euro gefallen nach 40 bis 105 Euro im Herbst 2016 und 45 bis 115 Euro im Herbst 2015." Durch einen weiter relativ niedrigen Kerosinpreis und einen anhaltenden Wettbewerb mit mehr als einem Low Cost-Anbieter auf mittlerweile knapp 100 Strecken ab Deutschland bleiben die Preise im Rückblick niedrig. Ryanair und Wizz haben trotz weiter verstärkter Präsenz an Großflughäfen die Preise erneut gegenüber dem letzten Jahr gesenkt und den Trend fallender Ticketpreise gestärkt", so Berster. "Abzuwarten bleibt, wie sich die Übernahme der Air Berlin auf die Preisentwicklung in der kommenden Wintersaison auswirken wird." Die angegebene Preisspanne fast die durchschnittlichen Brutto-Flugpreise für eine repräsentative Auswahl an Flugstrecken der in Deutschland bedeutendsten Low Cost-Airlines Eurowings/Germanwings, Ryanair, Easyjet und Wizz zusammen. Die Durchschnittspreise werden im Low Cost Monitor auf Grundlage verschiedener Vorausbuchungszeiträume von einem Tag bis zu drei Monaten ermittelt.

Weitere Informationen und Originaltext: DLR

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